Posts Tagged ‘Weihnachten’

Friede auf Erden!

4. Februar 2017

Ist Ihnen etwas aufgefallen zwischen Weihnachten und Neujahr? Nicht? Etwas Wichtiges hat beim Blick in die Zeitungen – bis auf wenige Ausnahmen – gefehlt: Es wurden weit weniger Beziehungsdelikte gemeldet.

Früher wurden über diese Tage noch ein paar Ehefrauen erschossen oder zumindest schwer verletzt, die Polizei auf Trab gehalten mit Dramen in der Familienwohnung, und Nachbarn zitiert, die glaubhaft sagten, der Mann von nebenan sei «ein ganz netter Typ» gewesen und habe im Treppenhaus immer freundlich gegrüsst (ganz wichtig!)

Also, entweder haben A) tatsächlich viel weniger Gewaltdelikte in der Familie stattgefunden oder sie wurden B) einfach in den Medien ignoriert, weil in diesem Zeitraum zu viel anderes, interessanteres geschehen ist. Ganz ehrlich, das Aufschlitzen der Ehefrau kann einfach nicht mithalten mit einem Attentat in Istanbul oder Berlin (obwohl ein betreffender Ehemann sicher Sympathisanten hat in der Leserschaft …). Und in Zeiten von Fake-News ist die Saure-Gurken-Zeit sowieso Vergangenheit.

Oder aber: Es hat tatsächlich weniger solcher Delikte gegeben, es ist tatsächlich friedlicher geworden in Schweizer Wohnzimmer. Vielleicht auch, weil 2016 die Feiertage so ungünstig, so dumm gelegen haben, dass weniger freie Tage angefallen sind und man ergo weniger Zeit gehabt hat, sich auf die Nerven zu gehen.

Egal – freuen wir uns auf eine friedlichere Zeit. In diesem Sinne: Frohes, glückliches und gewaltfreies 2017!

Die Insel

3. Dezember 2016

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Zürich, Utoplatz, 2016

Geile Weihnachten

6. Dezember 2015

Sie müssen aufpassen, was Sie sagen. – Oder besser: Welche Worte Sie wählen. Preissenkungen zu Ihren Gunsten werden sehr schnell zu «Anpassungen der Produktepalette», die in hundert von hundert Fällen nicht unbedingt zu Ihrem Vorteil ausfallen. Ich bin doch nicht blöd. – Oder doch, ein bisschen vielleicht? Bei einer guten Wortwahl braucht das Kleingedruckte nicht mehr klein gedruckt zu werden. Es ist Kunst.

Weihnachten steht vor der Tür (oh ja, schon jetzt, schauen Sie nach!) und bereits heute freuen sich unsere mit Liebe erfüllten Herzen auf Slogans wie «So billig war Weihnachten noch nie» oder «so viel X-Mas für so wenig Geld». Ja, wir sind alle ein bisschen gaga. Das Unwort 2016 soll – das ist mein ausdrücklicher Wunsch – bitte, lieber Weihnachtsmann, «Weihnachten» sein, weil kein anderer Begriff so dramatisch überstrapaziert worden ist. Das ist voll Porno.

Worte sind wie Kleider: Jeder kleidet sich, wie es ihm beliebt. Der «Spaziergang willkürlicher Zerstörung durch Halbstarke» zum Beispiel ist von den Organisatoren vollkommen falsch getauft worden, denn – Hand aufs Herz – wer will schon aus persönlichem Frust sinnlos Dinge anderer zerstören? Der Name «Antifaschistischer Abendspaziergang» trifft es eher, denn gegen Faschismus sind wir doch alle, oder?

Ganz so schlimm ist die gegenwärtige Situation natürlich nicht. Nein, wir können der Vergewaltigung der Worte sogar etwas Gutes abgewinnen, je nach Perspektive. Je mehr sinnfreie Phrasen wir benutzen, desto weniger schlimm ist es, wenn man uns das Wort um Mund umdreht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dass Sie sich so gut ausdrücken können wie ich meine Pickel. Und: Frohe Weihnachten!

Oh mein … Tannenbaum!

21. Dezember 2014

In der Stillen Nacht gehen fast so viele Polizeinotrufe ein wie an der Love Parade. Überhaupt ist an vielen Orten die Stille Nacht weit weniger ruhig als ein lauter Tag. Zu viel Harmonie macht viele Menschen nervös, manche werden geradezu aggressiv. Ein paar gehen zweifelsohne zu weit und singen mit voller Absicht die obligatorischen Weihnachtslieder um einen Ton zu tief. Es ist ein Kreuz.  

Später – genau gesagt an Silvester – entfachen Herr und Frau Schweizer mit Vorliebe irgendwelches Feuerwerk, was wiederum die Alarmglocken eines jeden Notfallarztes läuten lässt. Spitalpersonal ist bekannt dafür, am Jahresende geradezu exzessiv dem Abbrennen von Feuerwerk zu frönen, nicht selten etwas rücksichtslos. Zuweilen werden hierbei unbeteiligte Arbeitskollegen zu Opfern von Brandverletzungen. So kann ein Sanitäter zum Täter werden, theoretisch. Es ist nie gut, wenn Psychos mit Pyros hantieren. 

Von den Feuerwehr-Einsätzen haben wir noch gar nicht gesprochen. Während über die Feiertage vor allem aufwändig präparierte Festbraten in Flammen aufgehen, so sind es im Frühjahr die vollkommen ausgedörrten Weihnachtsbäume, die in einem Anflug von Nostalgie ein letztes Mal zum erleuchten gebracht werden, mitsamt dem Wohnzimmer. Um diese Zeit zünden Menschen am allerliebsten ihre Wohnung an, statistisch gesehen.

Alles in allem dürfen wir getrost konstatieren, dass unsere Überlebenschancen über die Feiertage durchaus intakt sind. Wie immer wird die Suppe nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Das darf man wörtlich nehmen. Lassen wir uns bloss nicht das Vergnügen verderben, denn LED-Kerzen am heimischen Baum sehen einfach kacke aus. In diesem Sinne, feiern Sie schön, liebe Leserin, lieber Leser. Die Notrufnummern: 118 Feuerwehr und 117 Polizei.

 

Fröhliche Nacht

18. Dezember 2014

Weihnachten ist ein Fest der Besinnung. Ab und an muss man sich das wieder vergegenwärtigen. Am besten gegen Ende Jahr. Gerade die Grossverteiler übernehmen hier Verantwortung und verbreiten in ihren liebevoll angefertigten Prospekten Schlagwörter wie «Festlichkeit», «Liebe» – und eben: «Besinnung». Schlagwort ist ein sehr dummes Wort, irgendwie. 

In der Adventszeit besinnen wir uns mit Hochdruck. Wir erinnern uns an die Mitmenschen und sogar an die Verwandten. Das ist sehr schön, weil man sich immer zur Weihnachtszeit mit ihnen trifft, mit ihnen ein Festmahl verspeist und womöglich sogar Geschenke austauscht. Danach sind alle sehr froh: Einerseits über die erhaltenen Präsente und anderseits darüber, dass es ein ganzes Jahr dauern wird, bis sich die Verwandtschaft wieder trifft. 

Aber niemand will hier kritisch sein. Wenn zum Beispiel der Onkel in Amerika lebt und nur über Weihnachten in die Schweiz reist, eigens, um sich mit seinen Liebsten zu treffen, dann ist das natürlich schön (ausser natürlich für diejenigen Leute, die sich in Amerika während des gesamten Jahres mit unserem Onkel abgeben müssen). 

Das war jetzt nicht zynisch gemeint, eher so ein bisschen besinnlich, um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen. Man sinniert speziell um die Weihnachtszeit vermehrt über existenzielle Dinge. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin, und warum wird Bahnfahren immer teurer. Manche machen sich so intensiv existenzielle Überlegungen, dass sie ihre Ehefrau umbringen. Ja, solche Dinge passieren vor allem über die Feiertage. Da hat man Zeit. 

Nach Weihnachten ist es mit den schönen Gefühlen nicht vorbei. Ganz im Gegenteil: Es stellt sich die Gewissheit ein, dass die Besinnung – wenn sie denn richtig praktiziert wird – ganz schön anstrengend sein kann. Und um sich selbst für den erfolgreich geleisteten Effort über die Festtage zu belohnen darf man sich dann auch etwas Egoismus gönnen, etwas Entspannung vom Gutsein. Für die Balance. Niemand will ja päpstlicher sein als der Papst. Experten empfehlen eine Erholungsphase von zirka elfeinhalb Monaten. 

no comment

8. Februar 2014

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Zürich, 2013

Oh Tannenbaum

22. Januar 2014

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Moderner Weihnachtsbaum, Sihlcity, Zürich, 2013

Lebkuchen

20. Juni 2013

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sonst nichts

Advent, Advent, das Center brennt

7. Dezember 2011

In der Adventszeit wurden die Weihnachten erfunden. Da ist es schon erstaunlich, dass das Jesuskind schlussendlich in einem Stall das Licht der Welt erblicken musste, bei dieser relativ langen Zeit, die den Organisatoren zur Verfügung gestanden hatte. Böse Zungen reden gar von Schlamperei. Das OK hüllt sich derweil in Schweigen. Wie wäre das heute?

Mit dem Verbot der herkömmlichen Glühbirne wäre der Stern von Bethlehem gar nicht mehr realisierbar. Messias wird uns also definitiv nicht im EU-Raum befreien (wer weiss, vielleicht wird er uns von der EU befreien). Aufgrund des Verbotes von sogenannten Heizpilzen in der Stadt Zürich müssten die Zwinglianer wohl den warmen Pullover mitnehmen. Oder die Organisatoren würden woanders hin ausweichen. Das ist so ähnlich wie mit dem Steuerwettbewerb.

Das Nachtflugverbot am helvetischen Himmel ist ein Dorn im Auge eines jeden Engels. Und sollte die Initiative «Stopp der Masseneinwanderung» angenommen werden, wäre der Besuch der heiligen drei Könige in Gefahr. Unbestätigten Statistiken zufolge lautet die an Weihnachten am häufigsten gestellte Frage an Kinder immer noch: «Welcher der Drei ist der Neger?»

So, Blasphemie und Rassismus können wir getrost abhaken. Kommen wir zu den Fakten: Über hundert Prozent der Schweizer glauben, dass die Niederkunft in der heutigen Zeit in einem Shoppingcenter stattfinden würde, gesponsert vom Detailhandel. Bei Cervelat und Glühwein würden wir ein Blitzlichtgewitter auf die Akteure niederprasseln lassen. Der Andrang wäre wie bei der Neueröffnung eines Grossmarktes für Unterhaltungselektronik und die gängige Fastfood-Kette würde einen limitierten Jesus Burger ins Angebot nehmen, es gäbe eine Messias Edition bei Teesets, Tupperware, Modelabels und Staubsaugern.

Aber im Grunde wird das ja heute schon so gemacht. Bereits Ende Oktober werden Herr und Frau Konsument mit Weihnachtsangeboten beglückt. Bereits im Oktober! – Wobei, für die aufwändige Vorbereitung der Leute aufs Weihnachtsfest würde der Dezember wohl nicht ausreichen.

Herzliche Gratulation zur Weihnacht!

24. Dezember 2009

Wissen Sie. Sie können am 29. Februar Geburtstag haben, am 1. Januar oder 31. Dezember. Ist alles sicher nicht optimal, zugegeben. Rizzitelli hat am 24. Dezember Geburtstag. Ja, vollgas abgekackt. Ein Trauerspiel: Als Kind kriegst Du nur ein „Ach-ja-ist-grad-noch-für-Geburtstag-Weihnachtsgeschenk“, was früher oder später zu Störungen führt, hervorgerufen durch eine unnatürliche Stimulation des vorderen Hirnlappens, der für das Weihnachtsgeschenkkriegs-Belohnungszentrum zuständig ist, was sich bekanntlich überhaupt nicht verträgt mit der gleichzeitigen Reizung anderer Hirnregionen, die hauptsächlich auf Bier, Fussball, Frauenärsche und eben Geburtstagsgeschenke reagieren. Ein Trauma. Muss eine Fehlplanung der Natur sein. Die Evolution hat geschlampt. Viel schlimmer ist jedoch der Satz – ich kann ihn nicht mehr hören – den jeder (ich betone: J-E-D-E-R) reflexartig preisgibt, wenn er mit dem Geburtsdatum 24.12. konfrontiert wird. Das ist so ähnlich wie wenn ein Halbtoter auf dem Schragen sitzt und der Arzt mit dem berühmten Hämmerchen aufs Knie klopft, welches sich sodann für einem Moment durchstreckt: „Oh, oh, oh, Du Aaaarmer, da hast Du als Kind ja immer nur ein Geschenk gekriegt, ha ha.“ Ja genau, das ist der Zeitpunkt, an dem die blonde Assistentin an der Talkshow – unbemerkt von den TV-Zuschauern – mit einem nur für das anwesende Publikum sichtbare Plakat „JETZT LACHEN“ auf der Bühne vorbeigeht. So ist das, meine Damen und Herren. Wie viele Male habe ich das schon gehört? Wissen Sie, man kann darüber traurig sein, dass Dresden im Krieg plattgemacht wurde, dass da in den USA irgendwann zwei Türme standen und jetzt nicht mehr und – eben! – darüber: Dass jemand zu Weihnachten nur ein Geschenk kriegt. Und an die Party kommt auch keine Sau. Die sind alle im Weihnachtsstress, um die letzten Geschenke zu besorgen. Die sie hauptsächlich Menschen schenken, die nicht am Weihnachten Geburtstag haben…