Archive for the ‘Schöner leben’ Category

Tränen des Glücks

17. Juni 2017

Kai Pflaume ist der Moderator von «Nur die Liebe zählt», einer Sendung, die sozusagen direkt in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer ausgestrahlt wird. In der Show werden Menschen, die sich über Jahre – ach, was sage ich: Jahrhunderte! – hinweg nicht gesehen haben, total überraschend wieder zusammengeführt (egal, ob das alle beide wollen oder nicht) und brechen dann meistens in Tränen aus. Manchmal Freudentränen. Tatsächlich hat Pflaume sehr viele verschiedene Sendungen erfolgreich moderiert, erstaunlicherweise jedoch nur einen «Bambi» und den «Bayerischen Fernsehpreis gewonnen». Am 27. Mai feiert Kai Pflaume seinen fünfzigsten Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute! Bitte nicht traurig sein wegen der Preise, denn: Nur die Liebe zählt!

Gib Gas!

12. Mai 2017

Der Zweite ist der erste Verlierer. Nick Heidfeld hat insgesamt dreizehn Mal auf dem Podest gestanden, allerdings niemals an oberster Stelle. Das macht ihm so schnell keiner nach, es ist ein Rekord! Die Formel 1 ist – ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung – nicht nur ein dummes im Kreis Herumfahren für Vollidioten. Nein, man muss auch Bremsen und Gas geben können. Und auf manchen Kursen warten Doppelkurven. Heidfeld hat für viele Rennställe am Steuer gesessen, auch mehrere Saisons für Sauber, was ihn ja zum Schweizer macht, irgendwie. Er ist einer von uns. Am 10. Mai wird Nick Heidfeld vierzig Jahre alt. Wir gratulieren Ihnen herzlich, Herr Heidfeld, und wünschen alles Gute! – Selbst wenn Sie auch bei uns nicht an erster Stelle stehen.

Oh nein!

7. Mai 2017

Die Diagnose war niederschmetternd: Filterblasenentzündung. Mist! Bei einer herkömmlichen Blasenentzündung, dachte Claus-Theodor, trinkt man etwas Tee und setzt sich nicht mehr auf kalte Parkbänke, und gut ist. Aber eine … schrecklich! Claus-Theodor rief sofort seine Mutter an.

Natürlich war auch sie geschockt, zumal sie schon einmal einen Virus eingefangen hatte, der sogar das Virenprogramm … – aber das alles hatte Claus-Theodor bereits tausend Mal gehört. Er fühlte sich alleine. Was sollte er bloss tun? Die Blase würde nicht mehr richtig funktionieren.

Sollte er etwa über die nächsten Tage Informationen lesen, die er gar nicht lesen wollte? Sollte er – der er doch nie genügend Zeit hatte – sich mit Meinungen herumschlagen, die von irgendwelchen Deppen gepostet worden sind? Sollte er etwa eine Zeitung der Lügenpresse abonnieren? Nein, das war keine Option.

Claus-Theodor beschloss, seinen besten Freund darum zu bitten, ihm täglich die wichtigsten Geschehnisse zusammenzufassen und per e-Mail zu schicken. So lange, bis die Filterblase wieder in Ordnung war. Das war nicht zu viel verlangt, fand Claus-Theodor. Denn schliesslich waren sie im selben Turnverein, in der gleichen Partei und Anhänger des gleichen Fussballkubs.

Danke für alles!

24. April 2017

Die Filmografie von Ingrid Steeger liest sich wie ein endloser, feuchter Traum: «Blutjunge Verführerinnen», «Krankenschwestern-Report» und «Die goldene Banane von Bad Porno», um hier nur einige der hochkarätigen Produktionen zu nennen. Richtig bekannt wurde Steeger allerdings mit der Fernsehserie «Klimbim» in den Siebzigern. Zudem warb sie für diverse Markenprodukte und – ganz wichtig – zog sich für den «Playboy» aus (das war in einer Zeit, als noch nicht alle prominenten Frauen in diesem Männermagazin erschienen und das Shooting als «extrem spannende Erfahrung» protokollierten). Am 1. April feiert Ingrid Steeger ihren siebzigsten Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und danken für Ihre Werke – zumindest die Männer in der Leserschaft.

Ficken, bumsen, blasen

10. April 2017

Ingo Appelt redet ständig in sehr schlüpfriger Art und Weise über Sex, völlig übertrieben und vulgär. Er redet Dinge wie … – etwas in dieser Form werden Sie hier niemals lesen, glücklicherweise. Nicht jugendfrei. Appelt kennt man vor allem aus «RTL Samstag Nacht» und «Quatsch Comedy Club». Dabei quasselt er bei seinen Auftritten wirklich pausenlos und scheinbar ohne zwischendurch Luft zu holen. Vermutlich hat er mehrere Lungen. Und er äfft gekonnt Prominente Menschen nach, Politiker, Fussballer und selbst Künstler aus der eigenen Gilde. Appelt hat sozusagen die Beleidigung kultiviert – herrlich! Am 20. April wird Ingo Appelt fünfzig Jahre alt. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute. – Und einen guten Fick zum Geburtstag!

In Ehren

4. April 2017

Martin Walser ist kein Schweizer, obwohl das viele Schweizer meinen. Walser ist – neben seinen Büchern – durch Kontroversen bekannt, die er mit gewissen Äusserungen ausgelöst hat. So werfen ihm ein paar Menschen vor, er sei ein Antisemit, was doch eher starker Tobak ist (Antisemiten sind weit gefährlicher als Stalagmiten, Stalaktiten oder gar Silikontitten). Dennoch wurden er bereits viele Male geehrt, zum Beispiel – warten Sie, gleich erinnere ich mich – mit dem «Schiller-Gedächtnis-Förderpreis», dem «Deckensee-Literaturpreis» (oder war es der «Bodensee-Literaturpreis» …?) oder dem «Friedenspreis des deutschen Buchhandels». Zudem wurde ihm gleich von mehreren Universitäten die Ehrendoktorwürde verliehen, was mich persönlich etwas nachdenklich stimmt, weil ich seit Jahren auf die Ehrenmatura der Kantonsschule Aarau hoffe, insgeheim. Item. Am 24. März hat Martin Walser neunzig Lenze auf dem Buckel. Wir gratulieren Ihnen herzlich, Herr Walser! Obwohl Sie ein Deutscher sind.

André was?

17. März 2017

André Heller muss man nicht kennen. Heller ist eine Art Gemischtwarenladen im Showbusiness: Sänger, Autor, Schauspieler, Aktionskünstler und sonst noch ein paar wichtige Dinge. Er hat sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht, denn als er bemerkte, dass fast niemand seine Gedichte las, hat Heller einfach Lieder daraus gemacht. Das hat ihn berühmt gemacht, obwohl ihn die Wenigsten kennen. Vermutlich ist André Heller hauptsächlich in Österreich ein Begriff, denn die Zeitung «Kurier» hat ihn in die Liste der «50 wichtigsten Österreicher der letzten 50 Jahre» aufgenommen, was offenbar erstrebenswert ist. Am 22. März wird André Heller siebzig Jahre alt. Natürlich gratulieren wir. Auch wenn man ihn nicht kennen muss.

Weiss auf Grün

12. März 2017

So grün war der Wintersport noch nie. Mit gutem Gewissen können Herr und Frau Schweizer in die heimischen Berge fahren (Ausländer können es sich nicht mehr leisten) und die verschiedenen Grüntöne geniessen, die von dezent platzierten weissen Pisten durchschnitten werden. Es ist so unrealistisch schön, dass noch keine Postkarte den Weg in die Regale gefunden hat mit einem Sujet dieser Landschaft. Kitschig schön.

Auf Postkarten sind die Hügel immer weiss. Weiss der Teufel warum. Als ob die Touristen aus Mallorca Feriengrüsse versenden würden mit einem Foto, auf dem nur zwei Gäste am Badestrand zu sehen sind. Wer das glaubt, der denkt auch, dass Käpt’n Iglo persönlich auf einem Kutter dafür sorgt, dass die Fischstäbchen in unsere Kühltruhe wandern. Oder, dass «ein M besser» besser ist. Item.

Wenn für die Ausübung des Wintersports kein (natürlicher) Schnee vorhanden sein muss, dann können die Schweizer Tourismusgebiete ihr Geschäftsmodell auch auf den Sommer ausweiten. Das würde vermutlich etwas mehr Energie für die Schneeproduktion benötigen, doch da wir es mit dem Atomausstieg nicht mehr so eilig haben wie auch schon … was soll’s? Araber und Chinesen bauen ganze Hallen mit Kunstschnee an Orten, die Frau Holle nicht einmal im Traum bereisen würde.

Warum nicht im nächsten Sommer Skifahren gehen? Wir könnten ja mit dem Tesla hinfahren und der Energieverschleiss der Schneekanonen würde wettgemacht durch den entfallenden CO2-Ausstoss des Flugzeuges, das uns an irgendeinen dummen Badestrand irgendwo weit weg geflogen hätte. Irgendwo hin, wo nicht einmal Schnee liegt. Sie, lieber Leserin, lieber Leser, werden gerade Zeuge einer Revolution des Schweizer Tourismus (oder: Tourismusses?). Die Idee ist schlicht bahnbrechend.

Na gut, wir wollen ja nicht schwarz malen – zumal wir uns mehr weiss wünschen – denn es gibt durchaus Schweizer Skigebiete mit genügend Schnee. Und vielleicht wollen die Leute im Sommer gar nicht Skifahren, sondern am Stand liegen und Eis essen. Diese Idioten.

Hechzlische Gratülation

2. März 2017

Das Sympathische vorneweg: Juliette Gréco hat nicht massenweise Auszeichnungen erhalten. Genau genommen nur einen DIVA-Award. Die Sängerin und Schauspielerin ist nicht so sehr bekannt, es ist also keine Schande, wenn Sie Juliette Gréco googeln müssen. Zweifelsohne erwähnenswert ist, dass die Französin auch Lieder in Deutsch in ihrem Repertoire hat, was ja zwangsläufig sehr, sehr sexy klingt, wegen des französischen Akzents (im Grunde können Französinnen sagen, was sie wollen, auch üble Beschimpfungen, und dennoch klingt das toll). Na ja, jedenfalls wird Juliette Gréco am 7. Februar neunzig Jahre alt. Wir gratulieren herzlich! Von uns hätten sie gleich mehrere Awards gewonnen. Wegen des Akzents, natürlich.

Willkommen im Klub

2. März 2017

Der Klub 27 ist – wie die Mondlandung übrigens auch – eine Erfindung der Medien und beherbergt alle berühmten Musiker, die im Alter von … – na ja, egal. Hand in Hand mit dem Namen Kurt Cobain gehen die Band «Nirvana» und seine Witwe Courtney Love (ja, Gitarrenspieler haben viele Hände). Mit Nirvana feierte Cobain grosse Erfolge, und selbst dem 0815-Musikkonsumenten sollte das Stück «Smells Like Teen Spirit» ein Begriff sein. Fantastisch! Natürlich kursierten auch nach Cobains Suizid Verschwörungstheorien, die einen Mord durch Dritte herbeiredeten, womit man wohl rechnen muss in diesem Business (aber: Elvis lebt!) Item. Am 20. Februar wäre Kurt Donald Cobain fünfzig Jahre alt geworden … wir gedenken Dir, Kurt, jetzt feierst Du halt im Klub 27 mit Jimi Hendrix, Jim Morrison und all den anderen.