Archive for the ‘Schöner leben’ Category

Siehe unten

30. Juli 2018

Es ist eine Krux: Oben ist ja nicht einfach oben. Wenn wir uns eine Treppe vorstellen, dann kann «oben» ja heissen, ganz zuoberst, also auf der letzten Stufe. Von ganz unten aus gesehen kann «oben» jedoch auch – sagen wir: In der Mitte der Treppe bedeuten. Wobei natürlich das «Oben» in der Treppenmitte weiter unten ist als das «Oben» ganz oben, – von ganz unten aus betrachtet. Vom Dachboden haben wir noch gar nicht gesprochen. Von Fledermäusen auch nicht. Eventuell sehen die das umgekehrt.

Sie finden das banal, liebe Leserin, lieber Leser? – Weit gefehlt. Wenn ein Hochhaus brennt und eine zwanzigjährige, langbeinige Blondine befindet sich im fünften Stock, und der dicke Feuerwehrkommandant fragt den Facility Manager – der im Übrigen lieber «Hauswart» genannt werden möchte, gerade bei Notfällen – wo sich Menschen befänden, die gerettet werden müssten, dann antwortet dieser womöglich mit «oben». Und das Haus brennt bis auf die Grundmauern nieder, wobei sich die oben genannte Frau selbst retten muss. Und keiner wird zum Helden.

Der Begriff «oben» ist halt einfach ungenau. Der Alpinist schreibt seiner Angebeteten eine WhatsApp-Nachricht «bin oben» und sie weiss genau: Da stimmt etwas nicht. Entweder sitzt er mit seinen Kumpels in der Kneipe, oder es ist etwas sehr schlimmes passiert. Nur im «Rössli» und im Himmel gibt es W-LAN. Auf dem Matterhorn bestimmt nicht. Oder aber – um hier ein Minimum an Schlüpfrigkeit einzustreuen – der Gute fresse über dem Gartenzaun hindurch und sei woanders «oben». Das wäre der Gipfel. «Oban» ist übrigens ein bekannter Whiskey. Single Malt.

Aber zurück zum Thema. Die deutsche Sprache offenbart hier enorme Mängel. Man müsste Einfluss nehmen und in Zukunft einfach das «Mittlere Oben» und das «Obere Oben» in den persönlichen Sprachgebrauch eingliedern. Vielleicht auch das «Dreiviertel Oben». Das wäre weitaus genauer. Wobei, hierfür alle Leute zu motivieren, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. So bleibt halt alles, wie es ist. Wie eingangs gesagt, ganz oben: Es ist eine Krux.

Live!

23. Juli 2018

«Schreinemakers Live» ist sozusagen ein Weltkulturerbe des deutschen Fernsehens. Sat 1 hat mit diesem an Tiefschürfigkeit kaum zu überbietenden Format eine lange Zeit Rekordquoten erzielt und Margarethe Schreinemakers – als eigentliche Mutter der Sendung – hat dafür ein paar Auszeichnungen (zum Beispiel einen «Bambi») eingeheimst. – Chapeau! In der Presse machte Schreinemakers vor allem mit einer privaten Steueraffäre von sich reden, wobei das sozusagen Pflicht ist, um in Deutschland als Promi zu gelten. Nicht zu vergessen: Schreinemakers war eine Zeit lang mit Jürgen von der Lippe verheiratet. Am 27. Juli feiert Margarethe Schreinemakers – Live! – ihren sechzigsten Geburtstag. – Herzliche Gratulation, wir lieben Sie, Frau Schreinemakers, und diese Sendung war einfach … – alles Gute!

Holdriotto

21. Juli 2018

Otto kann man gut finden oder schlecht, Fakt ist: Der gebürtige Ostfriese ist einer der erfolgreichsten Komödianten im deutschsprachigen Universum. Seine Rollen als «Harry Hirsch» oder «Oberförster Pudlich» sind legendär. – Genauso die Otto-Filme, von denen es eine ganze Reihe gibt, und bei denen «blöd» und «lustig» herrlich zu verschmelzen scheinen. Zu Recht wurden Otto eine ganze Reihe an Preisen verliehen, von denen wir die diversen Bambis nicht unerwähnt lassen wollen, weil dies ein speziell doofer Name für einen Preis ist. Eine Zeitschrift verleiht ja jeweils den «Bravo Otto», und fragen Sie nun bitte nicht nach dem Zusammenhang. Etwas neidisch nehmen wir das «Grosse Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen» zur Kenntnis, ehrfürchtig. Am 22. Juli hat Otto Waalkes siebzig Lenze auf dem Buckel. Wir gratulieren herzlich. Und wir finden Sie sehr gut, manchmal jedenfalls, ein bisschen.

Glourious Brühl

28. Juni 2018

Wie bitte, sie kennen Daniel Brühl nicht? Oh je, das ist doch der aus «Good Bye, Lenin!», einem herrlich lustigen Film über die DDR-Wende (sozusagen ein Wendefilm). Muss man gesehen haben! Spätestens seit seinem Mitwirken in «Inglourious Basterds» von Quentin Tarantino sollte er allen Filmfreunden ein Begriff sein. Und im bekannten Film «Rush» fuhr er als Niki Lauda im Kreis herum. Natürlich hat Brühl auch eine Menge Preise gewonnen, von denen wir den Golden Globe Award löblich erwähnen möchten. Am 16. Juni feiert Daniel César Martín Brühl González – wie er mit vollem bürgerlichem Namen heisst – seinen vierzigsten Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute. – Selbst wenn Sie nicht sooo bekannt sind.

Guten Morgen, liebe Sorgen

26. Juni 2018

Kennen Sie Hans-Jürgen Dohrenkamp? – Vermutlich schon, denn dies ist der richtige Name von Jürgen von der Lippe. Sie sehen: Hat ein Mensch einen doofen bürgerlichen Namen, so kann er sich durchaus einen noch doofer klingenden Künstlernamen zulegen und auf der Bühne durchstarten. In den Achtzigerjahren bekannt geworden durch die TV-Show «So isses», hat er später viele, viele erfolgreiche Auftritte gehabt und ein Lied gesungen, das uns allen bekannt sein dürfte: «Guten Morgen, liebe Sorgen» (dieses wird Ihnen nun den ganzen Tag hinterherlaufen, liebe Leserin, lieber Leser, Entschuldigung). Am 8. Juni zieren siebzig Kerzen die Geburtstagstorte – wir gratulieren herzlich! Sie haben alles richtig gemacht, Herr von der Lippe. – Ausser der Künstlername, der … – Alles Gute!

Jürgen vor, noch ein Tor!

14. Juni 2018

Jürgen Sparwasser hat bei der Fussballweltmeisterschaft 1974 für die DDR gespielt und gegen die BRD das Tor zum 1zu0-Sieg geschossen, der in die Geschichte eingehen sollte. Damals waren Sport und Ideologie ja noch eng miteinander verknüpft, ganz im Gegensatz zu heute (es darf gelacht werden). Die Elf der DDR hatte sich zum ersten Mal für eine WM qualifiziert, und dies auch noch im Gastgeberland BRD. Sparwasser wurde zum Volkshelden. Auch in sportlicher Hinsicht war dies eine andere Zeit: Bei Freistössen der Gegner hat das Team der DDR nie eine Mauer erstellt (Spitzenwitz, ich weiss). Am 4. Juni wird eben dieser Jürgen Sparwasser siebzig Jahre alt. – Herzlichen Glückwunsch! Am Schluss hat übrigens die BRD gewonnen. – Also, die WM.

Das ewige Leben

21. Mai 2018

Man muss abstrahieren können. Im Endeffekt geht es ja darum, länger zu leben. Gesünder, besser. Darum ist es naheliegend, einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Es gibt doch einen kleinen Ort in Italien, Camorra oder so (oder war es Acciaroli?), da liegt die Lebenserwartung weit über dem Durchschnitt. Ab und an steht davon in der Zeitung. Die Menschen dort werden etwa hundertfünfzig Jahre alt, im Schnitt. Warum denn?

Recherchiert man ein bisschen, dann wird schnell klar: Die Leute dort trinken keinen Schluck Alkohol, nein, sondern nur destilliertes Mai-Regenwasser aus handgefertigten Tonkrügen, das mit Vitaminen und Spurenelementen angereichert ist. Im Wein liegt nämlich gar nicht die Wahrheit, sondern die Dummheit. Und der Tod. Also: Hände weg von Alkohol!

Auch Lebensmittel mit Konservierungsmitteln sind tabu. Man isst dort keine Fertigpizzas (ja, liebe Adriatouristen mit Linguistik-Diplom, es heisst natürlich «Fertigpizze», bitte nicht mehr anrufen) und Tiefkühl-Lasagne. Konservierungsstoffe sind des Teufels. Entgegen vieler Expertenmeinungen konservieren sie nämlich nur das Essen, nicht aber den Menschen, leider. Emulgatoren sind in Wahrheit des Teufels.

Natürlich findet auch kein herkömmliches Brot den Weg auf den Tisch, in diesem italienischen Dorf. Brot enthält bekanntlich Gluten, was die Skala der Schlechtheit nach unten durchschlägt. Ihr Körper lechzt förmlich nach gesundem, glutenfreiem Gebäck. Es schmeckt richtig scheisse (Sie verzeihen den Ausdruck, doch versuchen sie es einmal). Hören Sie auf Ihr Herz. Ich glaube, Satan betrieb früher eine Bäckerei. Mit Holzofen.

Fleisch kommt natürlich auch nicht auf den Teller, denn Fleisch enthält Hormone, zu viel Eiweiss und keinen Tofu, dafür aber jede Menge Tier. Das ist natürlich schlecht. Mit all diesen Dingen tun wir unserem Körper keinen Gefallen. Er wird früher oder später sterben, aus Protest. So, liebe Leserin, lieber Leser, das war’s bereits. Wenn Sie das alles nicht glauben, dann fragen Sie am besten direkt nach, bei diesen Leuten dort, in Italien. Die müssen es ja wissen.

Na ja, vielleicht hat die Behörde des besagten Dorfes auch nur einen Beamten, der extrem schlecht in Mathematik ist und die Statistik daher falsch erstellt hat. Falls dem so wäre, ein Tipp: Vitamin D würde helfen. Oder Dextrose.

Joschka schlägt sie alle

30. April 2018

Über Joschka Fischer gäbe es so unglaublich viel zu erzählen, wissen Sie, da wird einem fast ein bisschen schwindelig. Versuchen wir es trotzdem: Joschka Fischer hat früher Polizisten verdroschen, an Demos, nur aus ideologischen Gründen natürlich, was ja irgendwie nicht so richtig zählt. Später hat er sich dann ein bisschen gemässigt und Karriere als Politiker gemacht (Bündnis 90/Die Grünen/die Violetten usw.). Privat ist er ein überdurchschnittlicher Heirater: Insgesamt fünf Mal ist er den Bund der Ehe eingegangen (Bündnis 5). Zudem wurde er als «Turnschuh-Minister» bekannt, weil er bei seiner Vereidigung als Irgendwas – eben – in Turnschuhen erschien (alle Vorgänger waren vermutlich «Halbschuh-Minister»). Am 12. April wird Joschka Fischer siebzig Jahre alt. Wir gratulieren herzlich und wünschen ein schönes, gewaltfreies Fest – es sei denn, aus ideologischen Gründen schlage einer zu.

Unbekannt 60

23. April 2018

Alec Baldwin ist jetzt nicht sooo sehr bekannt, wissen Sie. Filmfreunde kennen ihn vielleicht aus «Jagd auf Roter Oktober», «Notting Hill» (oh je, der ist doch mit Julia Roberts) oder «Pearl Harbor». Oder aus «Blue Jasmine», einem fantastischen Streifen, wirklich. Männerherzen (oder –Augen) mögen sich neidisch erinnern, dass Alec Baldwin einmal mit Kim Basinger verheiratet war. Sonderlich viele Auszeichnungen stehen auch nicht im Regal von Baldwin, vielleicht ein, zwei Emmys oder so. Viel ist da nicht. Na ja, jedenfalls wird Alexander Rae Baldwin III am 3. April sechzig Jahre alt. Wir gratulieren Ihnen herzlich, Herr Baldwin. Auch wenn Sie nicht sooo bekannt sind.

Ein Stück Filmgeschichte wird 60

21. März 2018

Welcher Filmfreund kennt sie nicht, die Szene im Film «Basic Instinct», in der Sharon Stone beim Verhör die Beine überschlagen hat und dann – wie soll man sagen – andersrum überschlägt (die Augen sind gar nicht der Spiegel der Seele). Das war 1992. Seither hat Stone nie mehr ganz an diesen Grosserfolg anknüpfen können, leider. Nein, sie war sogar mehrfach für den Negativpreis «Goldene Himbeere» nominiert (für die Leistung in «Basic Instinct» sogar gleichzeitig für einen positiven Golden Globe Award, was etwas unverständlich ist). Am 10. März wird Sharon Stone sechzig Jahre alt, wofür wir herzlich gratulieren. Wir Männer lieben Sie, Frau Stone, und sei es auch nur wegen einer einzigen Szene.