Posts Tagged ‘Einkaufen’

Glück und Liebe

21. Dezember 2017

Ein paar ermutigende Worte sollten auch im vorweihnachtlichen Stress nicht zu viel verlangt sein, liebe Damen und Herren. Verkäuferinnen und Verkäufer sind schliesslich auch Menschen! Geben wir uns einen Ruck. Ein «Könnten sie das nicht etwas schöner verpacken, das ist schliesslich für meine Tochter, oder ist ihnen meine kleine Tochter etwa egal?» kann Angestellte zu Höchstleistungen anspornen. Immer nur «Danke» ist einfach zu wenig.

Es tut Angestellten, die täglich mit Dutzenden von Kunden konfrontiert sind, auch gut, sich ab und an ein, zwei Stunden mit den Fragen einer einzelnen Person zu befassen. Ein gutes Beratungsgespräch in der vorweihnachtlichen Stosszeit gibt dem Verkäufer das wertvolle Gefühl der Kompetenz. Dabei brauchen wir gar nichts zu kaufen. Sich beraten lassen reicht schon aus, um Freude zu bereiten. Jeden Tag eine gute Tat.

Sehr gut kommen auch zusätzliche Wünsche an, die nicht direkt an einen kommerziellen Zweck gebunden sind. Kriegt der kleine Fifi eine Schale Wasser, damit er mit neuem Elan weiterkläffen kann? Darf Jeremy den Kampfroboter mit dem Schild «Bitte nicht Berühren» nun ausprobieren, auch wenn ihn Mami ganz bestimmt nicht kaufen wird? (Weil Pädagogin oder Pazifistin oder beides) Und überhaupt, wann fährt eigentlich der nächste Bus?

Fragen kostet schliesslich nichts. Und sollte es dem ungeschulten Auge einmal vorkommen, als würde es einen leicht genervten Gesichtsausdruck des Verkäufers wahrnehmen, dann nur darum, weil sich dieser eventuell darüber nervt, dass er erst jetzt nach diesem Gefallen gefragt worden ist. Das kann einem schon den Tag versauen: Verkaufen wie eine Maschine und keine Sonderwünsche, die ein Minimum an Flexibilität voraussetzen!

Also, dies ist ein Appell: Verbreiten Sie Glück und Liebe, in dem Sie individuell auf das Verkaufspersonal eingehen. Sie werden Glück und Liebe zurückerhalten, mit Garantie. Und darum geht es doch … – he, sie da … sie wollen doch nicht … legen sie sofort den Knüppel weg!

Entdecke die Möglichkeiten

17. Oktober 2009

Das ist mir noch nie passiert. Es gibt etwas schlimmeres als Ikea: Ikea am Samstag. Heute ist Samstag. Hab mich natürlich überreden lassen. Was ja wiederum eine saublöde Aussage ist, ja, ein Zeichen von Schwäche. Opfer sein. Vielleicht werde ich meine Rolle in der Partnerschaft neu forcieren, nachdem ich „Das Eva-Prinzip“ von Eva Herman fertig gelesen habe. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass alle diese Männer hier das Eva-Prinzip nicht gelesen haben. Einfach nichts gelernt draus. Vor meinen Augen tummeln sich scheinbar alle Bewohner von Spreitenbach, Zürich und Süddeutschland und entdecken die Möglichkeiten (Der Slogan „Entdecke die Möglichkeiten“ ist hier überall umgesetzt, ausser beim Parken. Parkiermöglichkeiten Fehlanzeige). Die Männer stehen meist etwas passiv bei irgendeinem Möbelstück oder Staubfänger und lassen sich von ihrer Partnerin beschallen, untermalt mit wilder Gestik. „Weisst, Du, dann können wir das mit diesem kombinieren, was super zu den Vorhängen passt bla bla bla“. Gewisse Studien wollen ja beweisen, dass die Aufmerksamkeitsspanne höchstens 5 Minuten dauert. In Ikea … ok, ich höre auf. Die Männer: Typus A miemt das aktive Zuhören und fragt hin und wieder etwas belangloses, als würde es einen Unterschied machen. Typus B steht nur so da und C ist längst tot aber kann vor Erschöpfung nicht umfallen. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihr Blick hat etwas Leeres, resignierendes. Aber lassen wir das. Billy wurde 30 Jahre alt. Billy ist kein Dildo, Billy ist Brasilianischer Regenwald zu Regal gepresst. Dieses Ikea-Regal ist so berühmt, dass wir uns dieser Woche in nahezu jeder Zeitung an einer Kolumne darüber freuen konnten. Auch in seriösen Zeitungen. Teelichter gab’s auch zu kaufen. 100 Stück zu CHF 3.25. Das sind doch die Assoziationen mit Ikea: Regal, Hot Dog für einen Franken, Teelichter, fehlende Schrauben und Hirntod. Nicht, dass ich hier missverstanden werde. Ich finde das Konzept sehr gut. Angenehm. Wenn’s nur kein Einrichtungshaus wär. Und wenn nicht so viele Leute da wären. Das hört man sich ja gerne sagen: „Ach, diese Leute wieder, schrecklich!“ Und zählt sich selbst natürlich nicht zu den „Leuten“. Man selbst steht natürlich nicht so blöd rum wie „Leute“. Das Konzept von Ikea jedoch hat mich überzeugt. Und: Ich habe nichts gekauft. Das ist mir noch nie passiert.

Parken für Dummies

12. Oktober 2009

Sitze ich doch neulich im Auto. Einkaufen. Vor dem Laden angekommen. Die Gedanken schweben dahin: Oh, oh, oh, wie komme ich nur vom Auto zum Einkaufsladen, ohne von einem dieser Wahnsinnigen überrollt zu werden. Oder vielleicht mitgeschleift, ein paar Meter. Dieser Verkehr heute. Das Leben ist halt gefährlich, hä. Dann: Mann o Mann, mein lieber Rizzitelli, fährst Du schlecht Auto. Hoffentlich überrollst du keinen. Oder schleifst ihn mit. Trotzdem noch die Lücke getroffen. Endlich eingeparkt. Und dann sehe ich – und das ist kein Witz! – vor dem Parkfeld ein Schild mit der Aufschrift „Unerlaubtes parkieren nicht gestattet“. Oje, oje, wärs doch nur ein Rauchverbot. Wär mir so etwas von egal, als ehemaliger Ex-Raucher.