Posts Tagged ‘Deutschland’

Farbe bekennen

14. April 2014

Sind seine Haare nun gefärbt oder nicht? – Dieser weltbewegende Frage hielt nicht weniger als achtzig Millionen Deutsche in Atem, und in den rund achtzigtausend Frisörbetrieben beim grossen Nachbarn wurden schon mal die Farben angemischt, sozusagen aus politischen Gründen. Anders formuliert: Gerhard Schröder hat sein Land dazu gebracht, keine grösseren Probleme als die Echtheit der Haarfarbe seines Kanzlers zu haben. Das Optimum. Der mit einem Augenzwinkern als Medienkanzler benannte, ursprüngliche Jurist (Freiheitskämpfer des Kantons Jura) hat ergo alles richtig gemacht. Am 7. April wird Gerhard Schröder siebzig Jahre alt. Wir gratulieren herzlich! Und ja, wir glauben, es ist alles echt. – Ausser die Haare natürlich.

Schatz, die Töpfe!

3. Dezember 2013

Bald, bald flimmert sie in unsere warmen Stuben: Die Übertragung der Gruppenauslosung für die WM 2014. Einfach toll. Die Auslosung wird in den Medien ja angekündigt, als wäre sie weit spannender und bedeutender als die Spiele selbst. Ja, hier geht’s um Fussball, meine Damen, tatsächlich. Mehr noch: Der Autor dieses Beitrages weiss bereits heute, welche Teams in die Gruppe der Schweizer Nationalmannschaft gelost werden. Genau. Da staunen Sie aber. Voilà.

Während sich Journalisten im Gastland Brasilien die Köpfe einschlagen aufgrund der Frage, wie dunkel-, hell-, gelb- oder Rothäutig Moderatorinnen und Moderatoren an diesem unglaublich wichtigen Anlass des kultivierten Papierzettel-aus-einem-Töpfchen-Ziehens sein dürfen, schlägt sich unsereins schlaflose Nächte um die Ohren mit möglichen Angstgegner, Traumgegnern und Albtraumgegnern.

Eines vorneweg: Deutschland wird nicht in die Gruppe der Schweiz gelost. Denn Deutschland (das ja Weltmeister 2014 wird – aber darüber ein andermal) ist im gleichen Topf wie die Helvetier. Ein Schelm, wer hier lapidar anmerken möchte, das müssten die Damen ja wissen: Töpfe. Also weiter geht’s: Topf 1 ist offenbar mit den stärksten Teilnehmern gefüllt. Und fragen Sie mich jetzt bitte nicht, warum die Schweiz in diesem Topf ist. Es gibt drei weitere Töpfe. Diese sind ohne Bedeutung.

Dass Sie die Auslosung hier vorzeitig erfahren, hat nichts mit Zauberei oder der unantastbaren Integrität von FIFA-Präsident Josef Blatter zu tun, sondern hauptsächlich mit Fachwissen, feinem Gespür und einer guten Portion Selbstüberschätzung. Blatter wird übrigens trotz seiner mittlerweile 102 Jahren erwartungsgemäss für die nächste Amtsperiode kandidieren. Nur so als Einwurf.

Zurück zur schweizer Gruppe und dem vermeintlichen Geheimnis der Zusammensetzung. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Schweiz wird mit Algerien, Mexiko und Kolumbien in der gleichen Gruppe sein. So, jetzt ist es publik. – Tataaaa! Und kommen Sie mir nach dem 6. Dezember dann nicht damit, es sei hier auf diesem unfehlbaren Blog nicht mit rechten Dingen zu und her gegangen. So nicht! Die Folge wäre unweigerlich, dass hier nie mehr Informationen aus der Zukunft preisgegeben würden. Und das wollen wir ja nicht. – Ach nein, warten Sie. Kolumbien ist ebenfalls in Topf 1.

Zur Kasse, bitte!

6. Oktober 2013

Die Deutschen haben ein schlechtes Gewissen. Im Kollektiv. Sie wissen schon: Wegen dieser Sache da, diesem Weltkrieg. Der ist zwar schon eine Ewigkeit vorbei, das fahle Gefühl jedoch ist geblieben und wird von Generation zu Generation liebevoll weitergegeben. Das ist so ähnlich wie bei der Erbsünde der Katholiken. Nur schlimmer. Einmal war das schlechte Gewissen so gross, dass die Deutschen die EU gründeten.

 

Anstelle von Soldaten wandern heute eine ganze Menge Kröten gen Osten. Dem Frieden zuliebe, sozusagen. In den Süden auch. Alle wollen schliesslich den Frieden. Und eine prosperierende Wirtschaft ebenfalls. Beides konnte durch die Europäische Union erreicht werden. Mit Ausnahme der prosperierenden Wirtschaft. Aber daran arbeitet man (jedenfalls in den nördlichen Ländern der EU).

 

Hätten die Deutschen kein schlechtes Gewissen, dann würden sie vielleicht sagen «nein, wir wollen nicht für die ärmeren Länder bezahlen» und die südlichen Länder der EU würden vielleicht sagen «so so, die Deutschen wollen nicht für uns bezahlen» und die Union, die Europäische, würde sich vielleicht zerstreiten und womöglich sogar auflösen. Eventuell würde es ja Krieg geben, einen Weltkrieg. Nicht auszudenken!

 

Da ist es Europa schon lieber, dass die Deutschen ein schlechtes Gewissen haben. Hoffen wir bloss, dass es möglichst lange anhält.

Einmal Vanille-Erdbeer, bitte!

8. Mai 2012

Die Zitronen waren sauer: So konnte das nicht weitergehen. Währenddem diese hochkomplizierten Pressen den Grossteil der ihrigen ganz normal entsaftete, drückten sie aus unerfindlichen Gründen bei den etwas grösseren Exemplaren so stark zu, dass diese fast austrockneten und sehr darunter litten. Das musste ein Planungsfehler sein, ja, irgendein Ingenieur musste sich verrechnet haben.

Wie in der Wirtschaftswelt üblich, kaufte das Management mit dem Erlös des Saftes Eiscreme. – Unmengen an Eiscreme. In verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Chefetage kaufte soviel Eiscreme, dass sogar die Mitarbeiter anderer Fabriken davon essen konnten. – Von anderen Fabriken, die entweder nicht so moderne Saftpressen hatten oder nicht so gute Zitronen. Oder beides. Jedenfalls wurde sehr, sehr viel Eiscreme gekauft. – Bis sich Herr Granini vom Controlling an der Geschäftsleitungssitzung meldete und sagte, man brauche entweder mehr Saft oder man könne nicht mehr soviel Eis kaufen.

Der Chef bekam einen hochroten Kopf – fast so rot wie seine Krawatte – und schloss die Finanzabteilung. Per sofort. Er wies seine Ingenieure an, die Pressen neu zu justieren, um noch mehr Saft zu gewinnen, und unter dem wohlklingenden Projektnamen «Jus durch Justierung» wurde das Verfahren verfeinert, sodass aus allen Früchten noch ein bisschen mehr Saft gewonnen werden konnte. Das war für die Zitronen nahezu unerträglich; Es brachte das Fass zum überlaufen. Doch selbst die Organisation für die Rechte der Zitrusfrüchte schaute Tatenlos zu.

Einigen besonders gebeutelten Zitronen wurde es schlussendlich zu bunt. Sie hatten von einer Fabrik gehört, wo schonender gepresst wurde, – ja, wo sich die Artgenossen sogar freiwillig in die Presse legten. Nicht wenige machten sich auf den Weg zu dieser anderen Fabrik, in der Hoffnung auf ein zitronlicheres Dasein. Sie liefen über. Na ja, warum sollten sie ihren Saft geben für die Mitarbeiter von anderen Fabriken?

Als die Fabrikleitung von der Flucht ihrer Rohstoffe erfuhr, wollte sie den Grund erfahren. Warum nur wollten sich die Abtrünnigen nicht in diese Presse begeben? Sollte man womöglich weniger pressen? Sollte man womöglich weniger Eiscreme kaufen? Oder weniger davon verschenken? Der Chef bekam wiederum einen hochroten Kopf. Er wollte die Finanzabteilung auflösen, doch deren Büros waren bereits leer.

Eine Lösung war schnell gefunden. Nach sehr, sehr guten Überlegungen beschloss die Geschäftsleitung, die Fabrik, wohin sich viele grosse Zitronen begeben hatten, auf Schadenersatz zu verklagen. So, das ist das Ende der Geschichte. Das nächste Mal sinnieren wir darüber, was wohl passiert, wenn wir nicht mehr so viel Eiscreme verschenken. Auf Wiedersehen!

Berlonn

8. Juni 2011

Würde Berlin Bonn heissen, wäre das Chaos perfekt. Es gäbe ja dann zwei Bonn in Deutschland. – Ausser natürlich, im gleichen Zug würde Bonn in Berlin umbenannt. Auf diese Weise hätte man nämlich den Bundestag gar nicht verschieben müssen. Das ist natürlich sehr hypothetisch.

Bonn ist ja ein denkbar blöder Name für eine Stadt. Umso mehr fragt sich der Laie, warum der Bundestag damals ausgerechnet nach Bonn verlegt worden ist. Heilbronn hätte besser geklungen. Oder Rust, wo ja der Europapark liegt, dieser Freizeitpark, was vielen Abgeordneten sicherlich entgegen gekommen wäre. Immer nur Politik mit all den Budgetkürzungen, harzigen Hartz-Diskussionen und USA-Anbiederungen ist ja auch kein Schleck. Ravensburg klingt auch gut.

Hätte man den Bundestag nicht von Bonn nach Berlin verschoben, hätte man viel, viel Geld sparen können. Wobei, ehrlich gesagt, Geld in Deutschland ja keine Rolle spielt. Man hätte ja den Bundestag auch nach München verschieben können, neben die Wiesn, oder vielleicht nach Palma de Mallorca. Oder nach Warschau, aber dann hätte es wieder ein bisschen Krach gegeben. Und das will niemand.

Jedenfalls sind wir heilfroh, dass Berlin wieder die offizielle Hauptstadt – inklusive Bundestag – Deutschlands ist. Berlin gibt irgendwie mehr her. Und die TV-Korrespondenten dürften auch zufrieden sein. Denn Bonn klingt einfach scheusslich.

Neulich am Esstisch

24. September 2010

Sohn:               Papa, was ist eigentlich Hehlerei?

Vater:              Tja, Hehlerei ist, wenn jemand einem Dieb etwas Gestohlenes abkauft und es dann weiterverkauft.

Sohn:               Darf man das?

Vater:              Nein, Hehlerei ist verboten.

Sohn:               Und wenn der Dieb nicht sagt, dass es gestohlen ist?

Vater:              Na ja, ich weiss nicht … der Käufer muss eben aufpassen.

Sohn:               Und wenn jemand etwas von einem Hehler kauft? Ist das auch verboten?

Vater:              Ja, wenn man weiss, dass es gestohlen ist, dann schon. Aber warum fragst du das, wie kommst du da drauf?

Sohn:               Ach, nichts.

Vater:              Nichts? Du fragst doch nicht ohne Grund solche Dinge.

Sohn:               Und wenn ein Staat gestohlene Ware kauft?

Das war sie, die WM … na ja

19. Juli 2010

Selten war ein Zeitpunkt so gut gewählt, ein bisschen über die WM zu sinnieren, genauer genommen das ganze Geschehen etwas zu beleuchten, aus unfehlbarer Sicht: Erstens lässt sich das – die Natur will es so – erst nach dem letzten Spiel machen, zweitens haben sich die Iberer inzwischen etwas eingeholt, den massenweise genossenen Sangría ausgeschwitzt (oder in den Seat gek … sorry!) und sich wieder der Arbeit hingegeben (derer Definition bekanntlich national variieren kann). Item.

Damit ist das erste Highlight schon genannt: Spanien. Wie kann guter Fussball so langweilig sein? Was ist guter Fussball und vor allem: Warum hat der unfehlbare Blog Spanien nicht vorausgesagt? Schlimmer noch: Spanien ist hier explizit als absolut garantierter Nicht-Weltmeister verschrieen worden. Es tut mir leid. – Perdon cabrón!

Das ist selbstredend Wasser auf die Mühlen derjenigen Schweizer, die sich verzweifelt an der Vorstellung festkrallen, der Schweizer Fussball könne auch nur annähernd international mithalten. Ja, die Schweiz hat gegen Spanien gewonnen. Ja, Spanien ist Weltmeister. Nein, die Schweiz hat es nicht weiter als in die Gruppenphase geschafft. One Nation – One Goal. Eine Nation – ein Antitalent, ein kollektives. Aber Leute: Beim Hornussen, da hätten wir’s denen aber gezeigt!

Mit Froonkraisch und England sind zwei Möchtegern-Favoriten früh ausgeschieden, mit Italien auch, und mit der Schweiz eben nicht. Schade war’s. Das Team von Südafrika hat ebenfalls enttäuscht, obwohl der faire Fussballlaie hier zweifelsohne konstatieren darf, dass dem Gastgeber wohl der eine oder andere Anstandssieg ermöglicht hätte werden sollen, und das nicht nur gegen Les Bleus (ist ja keine Kunst, oder). Ja, das war ein schöner Satz. Als ob Sie eine Grillparty schmeissen würden und keiner der Gäste lässt sie mitessen. Nix mit Würstchen.

Und das Wichtigste: FIFA-Gott Sepp Blatter ist auch zufrieden. Entgegen aller Erwartungen ist in Südafrika während der Spiele keine einzige Atombombe detoniert, die Fans waren anständig weil tiefgefroren und – der Sepp hat das vorausgesagt – es fielen so viele Tore wie überhaupt noch nie, weil der Ball aufgrund des niedrigen Luftdrucks so grausam schnell war, sodass sogar Tore gar nicht anerkannt wurden, obwohl eigens dafür sogar Blindenhunde „Es ist ein Tor“ gerufen hätten, wären sie denn ins Stadion eingelassen worden.

Genau: Es war die WM der Schiedsrichter. Und der Optiker. Am Ende, spätestens beim Schlusspfiff sind es ja immer die Männer in Schwarz, die den Sieg gestohlen haben, die das Offensichtliche verhindert haben, die eben alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann. Aber Hand aufs Herz, hier können wir Entwarnung geben:  England wäre auch mit diesem nicht anerkannten Tor ausgeschieden, kläglich. Die Schweiz wäre auch ohne den – übrigens von Berahmi saudumm provozierten – Ausschluss nicht weitergekommen und Bernhard Turnheer wäre auch so pensioniert worden, leider. Oder zum Glück.

Alles in allem können wir uns nach getaner Arbeit zufrieden zurücklehnen und sagen: Was für eine Scheiss-WM. – Die Deutschen waren die besten und die Paellafresser haben den Pot gewonnen. Dumm gelaufen.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Lasst uns anstossen auf die WM 2014. Und auf die Schiedsrichter. Und ganz wichtig: Auf Sepp Blatter.

Ahhh … Argentinien!

7. Juli 2010

Gut. Regelmässige Besucher des unfehlbaren Blogs mögen es bemerkt haben: Entgegen der Prophezeihung des vermeintlich unfehlbaren Blogs ist Argentinien – oh weh! – aus dem Turnier ausgeschieden, daher – wie logisch – nicht Weltmeister geworden und zurück ins Reich der Grilladen geflogen. Schade.

Nun kann man ja hingehen und die fehlerhafte Prognose totschweigen, so, wie das die hochbezahlten Analysten in der Finanzwelt jeweils tun: Bei Erfolg grosse Klappe, bei Fehlprognose Amnesie. Hier nicht. Wie sollte ein Blog die Welt retten können, wenn er nicht transparent ist, wenn er … na ja.

Was bleibt ist ein dickes Entschuldigung. Entschuldigung für die falsche Ansage, liebe Leserin, lieber Leser. Ich werde mich davor hüten, jemals wieder eine Prognose abzugeben. Und in den Wunden herumstochern, nein, das geht nun auch nicht. Wir wollen hier nicht Analysen anstellen, warum es den Gauchos nicht gereicht hat, warum die Uhr von Werbeträger Maradona abgelaufen ist. Oder deren zwei.

Apropos Uhr, hier fällt mir ein schönes Geschichtchen ein, ein wahres: Ein paar Kollegen von mir und ich waren im El Lokal in Zürich das Spiel Schweiz vs. Spanien gucken (ja, jetzt fängt der wieder mit der Erfolgsstory der Schweizer Nationalmannschaft an … bäh!). Und als kurz vor Schluss das offizielle Männchen in der FIFA-Trainerjacke die Nachspielzeit anzeigte, auf der Leuchttafel, auf der eben dieser Sponsor aufgeführt ist, sagte ein Fan vor uns:

Was soll das? Jetzt wechselt der noch diesen Hublot ein, den kenne ich gar nicht!

Gut. Irgenwdie lustig und eine hervorragende Masche, vom oben beschriebenen Fehler abzulenken.

Die Voraussage von FIFA-Boss Sepp Blatter – dass aufgrund der hoch gelegenen Fussballfelder und des deshalb niedrigeren Luftdrucks mehr Tore fallen würden – hat sich bis anhin auch nicht bestätigt. Aber wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand malen, es sind ja noch zwei Spiele übrig. Da kann noch was passieren.

Ach ja, bevor ich’s vergesse: Deutschland wird Weltmeister.

Bye bye Beckham

29. Juni 2010

Engstirnig. Wie kann man nur! England. Wie kann man ständig davon reden – und offenbar sogar daran glauben – eine fantastische Fussballnation zu sein und dann … den Rest kennen Sie ja: Die Teetrinker sind und haben ausgeschieden.

Einzeller Wayne Rooney hat die Erwartungen nicht erfüllt, ganz im Gegensatz zu den totgeglaubten Deutschen, denen irgenwie alles Attestiert wurde ausser einem Erfolg. Deutschland hat das Zeug zum WM-Sieger (wäre da nicht Argentinien …). Herr Löw hat mit Klose und Podolski Spieler mit nach Afrika fliegen lassen, deren konstanteste Leistung in den letzten Monaten die konsequente Erfolglosigkeit war. Und sie treffen. So gewinnt man.

Über den Haufen geworfen werden sie, die Theorien von wegen Fussball-importierender und Fussball-exportierender Nationen. Will heissen: Länder, derer Nationalspieler vorwiegend im Ausland spielen sind irgendwie besser als andere. Oder schlechter, je nach Theorie. Es soll ja Ligateams geben, in denen kein (oder fast kein) Einheimischer im Kader steht, z.B. Inter Mailand oder Chelsea. Na ja, Italien ist … – ok, das wissen Sie ja nun auch. England ebenso. Und das mit diesen Pseudo-Wissenschaftlichen Fussballtheorien können wir dann wohl abhaken.

Die Sache mit dem Schiedsrichter oder eben dieses superharten Fehlentscheides wollen wir gar nicht breittreten. Natürlich ist es schade. Aber das ist Fussball. Fussball ist das. Nein, beim Synchronschwimmen passiert sowas nicht.

Zu allem Elend hat sich auch Dekoelement David Beckham direkt an den Schiedsrichter gewandt, nach dem Schlusspfiff (der ja irgendwie erlösend war, aus Britischer Sicht) und gesagt

Shame on you, Ref

Basta. Wenn das keine Ansage ist.

Alle haben es gesehen, nur das Schiedsrichtertrio nicht. Buhmänner. Laut der Schrei nach Videokameras, Videoschiedsrichtern und Videokabinen. Oder so. Fussball gespielt, Big Brother, wird immer noch auf dem Rasen. So grün wie der Neid. Voilà.

Was nämlich vergessen geht: England hätte so oder so verloren. Warum? – Eben, weil England keine Fussballnation ist. Shame on you.

Fussball: Doppelmoral wird salonfähig

19. Juni 2010

Nein, Doppelmoral und Fussball, das verträgt sich nicht. Er ist ein ehrlicher Sport, der Fussball. Und dennoch wird er mit Füssen getreten. Was ist passiert, was passt dem ewig meckernden Rizzitelli denn jetzt wieder nicht?

An der Weltmeisterschaft sind Deutschland und Holland Erzfeinde. Das ewige Duell. Spätestens seit dieser Reykardt – oder wie der auch immer heisst – dem Herrn Rudi Völler voll in die Lockenpracht gespuckt hat, sind Hopfen und Malz verloren. Ist ja nicht neu. Aber: Wer hat in der Bundesliga die Bayern in den Siebten Himmel geschossen? – Eben. Die Holländer Van Robben, Van Halen und Gauda (ok, heute is nich mit Namen).

Bei den Schweizern, die ja seit kurzem die besten Fussballer des Universums sind, ist das ja ähnlich. Yakin und Co. sind nun mal keine Bündner Namen. Und plötzlich sind die für gewöhnlich abschätzig gehandhabten Volksgruppen ein wichtiger Teil der Schweizer Nationalmannschaft. Nein, der wichtigste Teil, definitiv. Volksheld Gelson Fernandes, der – wie nun alle Welt weiss – das Tor gegen die Spanienmenschen geschossen hat, war vermutich beim Rütlischwur nicht mit dabei. Vermutlich. Apropos Spanien: Eben diese Spanier hatten sich vor der desaströsen Partie gegen Helvetien noch mit nationaler Reinheit gebrüstet: Bei Spanien spielen nur Spanier. Es darf gelacht werden.

Glücklicherweise ist diese Doppelmoral nicht nur im Fussball zu beobachten. Dieser Sport ist also doch nicht sooo schlecht. Denken wir an all die Basketball-Teams in den USA. Oder an die Football-Teams meinetwegen. Da spielen vorwiegend Dunkelhäutige. Und wie es in Sachen subtiler Diskriminierung und Doppelmoral in den USA steht, wollen wir in diesem Blog ganz, ganz bestimmt nicht ausführen. Der unfehlbare Blog ist bekanntlich nicht politisch (sonst wäre er ja nicht unfehlbar).

Gut. Das waren jetzt ein paar kritische Gedanken. Dies soll den Spass am WM-Geschehen nicht trüben. Erst kommt immer noch das Fressen und dann die Moral, oder. Am kommenden Montag gewinnt übrigens die Schweiz gegen Chile mit 1 zu 0.

Torschütze wird übrigens ein Bündner sein.