Posts Tagged ‘Advent’

Die Insel

3. Dezember 2016

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Zürich, Utoplatz, 2016

Fröhliche Nacht

18. Dezember 2014

Weihnachten ist ein Fest der Besinnung. Ab und an muss man sich das wieder vergegenwärtigen. Am besten gegen Ende Jahr. Gerade die Grossverteiler übernehmen hier Verantwortung und verbreiten in ihren liebevoll angefertigten Prospekten Schlagwörter wie «Festlichkeit», «Liebe» – und eben: «Besinnung». Schlagwort ist ein sehr dummes Wort, irgendwie. 

In der Adventszeit besinnen wir uns mit Hochdruck. Wir erinnern uns an die Mitmenschen und sogar an die Verwandten. Das ist sehr schön, weil man sich immer zur Weihnachtszeit mit ihnen trifft, mit ihnen ein Festmahl verspeist und womöglich sogar Geschenke austauscht. Danach sind alle sehr froh: Einerseits über die erhaltenen Präsente und anderseits darüber, dass es ein ganzes Jahr dauern wird, bis sich die Verwandtschaft wieder trifft. 

Aber niemand will hier kritisch sein. Wenn zum Beispiel der Onkel in Amerika lebt und nur über Weihnachten in die Schweiz reist, eigens, um sich mit seinen Liebsten zu treffen, dann ist das natürlich schön (ausser natürlich für diejenigen Leute, die sich in Amerika während des gesamten Jahres mit unserem Onkel abgeben müssen). 

Das war jetzt nicht zynisch gemeint, eher so ein bisschen besinnlich, um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen. Man sinniert speziell um die Weihnachtszeit vermehrt über existenzielle Dinge. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin, und warum wird Bahnfahren immer teurer. Manche machen sich so intensiv existenzielle Überlegungen, dass sie ihre Ehefrau umbringen. Ja, solche Dinge passieren vor allem über die Feiertage. Da hat man Zeit. 

Nach Weihnachten ist es mit den schönen Gefühlen nicht vorbei. Ganz im Gegenteil: Es stellt sich die Gewissheit ein, dass die Besinnung – wenn sie denn richtig praktiziert wird – ganz schön anstrengend sein kann. Und um sich selbst für den erfolgreich geleisteten Effort über die Festtage zu belohnen darf man sich dann auch etwas Egoismus gönnen, etwas Entspannung vom Gutsein. Für die Balance. Niemand will ja päpstlicher sein als der Papst. Experten empfehlen eine Erholungsphase von zirka elfeinhalb Monaten. 

Advent, Advent, ein Häuslein Brennt

1. Dezember 2013

Advent

Kampagne der Schweizerischen Beratungsstelle für Brandverhütung BfB

Advent, Advent, das Center brennt

7. Dezember 2011

In der Adventszeit wurden die Weihnachten erfunden. Da ist es schon erstaunlich, dass das Jesuskind schlussendlich in einem Stall das Licht der Welt erblicken musste, bei dieser relativ langen Zeit, die den Organisatoren zur Verfügung gestanden hatte. Böse Zungen reden gar von Schlamperei. Das OK hüllt sich derweil in Schweigen. Wie wäre das heute?

Mit dem Verbot der herkömmlichen Glühbirne wäre der Stern von Bethlehem gar nicht mehr realisierbar. Messias wird uns also definitiv nicht im EU-Raum befreien (wer weiss, vielleicht wird er uns von der EU befreien). Aufgrund des Verbotes von sogenannten Heizpilzen in der Stadt Zürich müssten die Zwinglianer wohl den warmen Pullover mitnehmen. Oder die Organisatoren würden woanders hin ausweichen. Das ist so ähnlich wie mit dem Steuerwettbewerb.

Das Nachtflugverbot am helvetischen Himmel ist ein Dorn im Auge eines jeden Engels. Und sollte die Initiative «Stopp der Masseneinwanderung» angenommen werden, wäre der Besuch der heiligen drei Könige in Gefahr. Unbestätigten Statistiken zufolge lautet die an Weihnachten am häufigsten gestellte Frage an Kinder immer noch: «Welcher der Drei ist der Neger?»

So, Blasphemie und Rassismus können wir getrost abhaken. Kommen wir zu den Fakten: Über hundert Prozent der Schweizer glauben, dass die Niederkunft in der heutigen Zeit in einem Shoppingcenter stattfinden würde, gesponsert vom Detailhandel. Bei Cervelat und Glühwein würden wir ein Blitzlichtgewitter auf die Akteure niederprasseln lassen. Der Andrang wäre wie bei der Neueröffnung eines Grossmarktes für Unterhaltungselektronik und die gängige Fastfood-Kette würde einen limitierten Jesus Burger ins Angebot nehmen, es gäbe eine Messias Edition bei Teesets, Tupperware, Modelabels und Staubsaugern.

Aber im Grunde wird das ja heute schon so gemacht. Bereits Ende Oktober werden Herr und Frau Konsument mit Weihnachtsangeboten beglückt. Bereits im Oktober! – Wobei, für die aufwändige Vorbereitung der Leute aufs Weihnachtsfest würde der Dezember wohl nicht ausreichen.

Das Kreuz mit dem Kranz

12. Dezember 2009

Sorgfältig gesammelte Erfahrungswerte unter teils schier unerträglichen Bedingungen belegen, dass Adventskränze besser brennen, wenn die Zweige schön trocken sind. An sich kein Überraschung. Das würde Ihnen jeder Feuerwehrmann bestätigen. Auch wenn er nicht trocken ist (der Adventskranz), stellt er eine potentielle Gefahr dar, weil jeder Tannenzweig – wie intelligent! – früher oder später trocknet. So richtig gefährlich sind Adventskränze vor allem, wenn die Kerzen brennen. Und zwar gegen Weihnachten zu, wenn die Kerze des ersten Advents langsam zu neige geht. Ja, die Erfindung ist ganz einfach nicht ausgeklügelt: Eine Kerze bringt das Holz dann zum Brennen, wenn sie fast abgebrannt ist. Gleichzeitig wird das Reisig umso trockener, je älter es wird. Andersrum: Wenn das Kranz-Material noch feucht ist, bestünde sowieso keine Gefahr, weil die Kerze noch nicht abgebrannt ist. Also, irgendwer hat hier geschlampt. Als Faustregel gilt: Je näher Weihnachten, desto Brand. Also bitte! Wir schiessen Menschen auf den Mond aber können keine sicheren Kerzen erfinden. Oder umgekehrt: Wenn man mit Zweigen einen Kranz basteln würde, die – Gentechnik macht’s möglich – nicht austrocknen. So blöd ist die Idee doch gar nicht. Oder man nehme einen dieser todschicken Plastik-Adventskränze mit Elektrokerzen. Voilà! Aber irgendwie macht das jetzt gar keinen Spass mehr, das mit dem Kranz. – Still! Moment, hören Sie mal genau hin. Das waren doch Sirenen, oder?