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12. Februar 2017

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Obsteig, Österreich 2016

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Senta, die Post ist da!

25. Mai 2016

Senta Berger kennen wir vor allem aus dem Fernsehen, wo sie bei enorm vielen Produktionen mitgewirkt hat. Fernsehproduktionen sind insofern etwas undankbar, weil man sich deren Titel schlecht merken kann und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, aus genau diesem Grund hier keine Beispiele lesen können. Aber: Die Österreichische Post – Philatelisten aufgepasst – hat vor etwa zehn Jahren eine Sonderbriefmarke mit Senta Berger herausgegeben, was doch eine sehr grosse Ehre sein dürfte (ja, liebe Philatelisten, wir wissen es, die österreichischen Briefmarken sind die schönsten, bitte nicht mehr anrufen!) Am 14. Mai wird Berger fünfundsiebzig Jahre alt, herzlichen Glückwunsch! Und entschuldigen Sie bitte die Aussage mit den unbedeutenden Fernsehproduktionen. Wir wollten Sie nicht abstempeln!

Nur fliegen ist schöner

23. Juli 2013

Damit angefangen hatte Klaus Theodor: Er war der erste, der nicht nur jeden Tag, sondern zwei- bis dreimal pro Tag eine Meldung auf Facebook absetzte, die erste auf dem Bahnsteig, bevor er mit seiner Susanne in denjenigen Zug eingestiegen war, von dem sie auf denjenigen Zug umsteigen würden, der sie zum Flughafen Zürich bringen würde. So glücklich. So viel Freude zu Ferienbeginn war schwer erträglich. Gerade für Freunde.

Der Krieg war also erklärt. Von nun an war auch von Beatrix ein Foto aller exotischen Mahlzeiten des Tages, von Paul jeder überfüllte Touristenshop und von Jeanine ein Foto jedes auch nur annähernd südländisch aussehenden Mannes am Strand zu sehen. Mit Grüssen aus Spanien. Zwischendurch Dokumente von den Ausflügen zu Ruinen, zu irgendwelchen Inseln und zum fünf Autostunden entfernten, nächsten Apple Store, um den defekten Akku zu ersetzen.

Dabei würden die Feriengrüsse immer progressiver: Man stellte sich nicht nur langweilig ins Bild, nein, das kann ja jeder. Man zelebrierte das Gefühl des unermesslichen Spasses mit Victory-Zeichen, tollen Drinks, kleinen Akrobatikeinlagen, Grimassen, coolen einheimischen und immer mit einem so breiten Lachen, dass es ein Wunder zu sein schien, dass die Sonne während des Urlaubs auch nur eine Sekunde die Lachfalten berührte, was unweigerlich zu einer nicht nahtlosen Bräune hätte führen müssen. Es war einfach unglaublich toll. Unglaublich.

Diese Schlacht an Grüssen musste unweigerlich ins Verderben führen. Während Beatrix vor lauter Posts den Namen ihres Partners immer öfters vergass, Klaus Theodor im Taxi sein gesamtes Gepäck – ausser das Smart Phone natürlich – liegen liess und Paul von drei Röntgenassistentinnen in der Notaufnahme mit Gewalt seines Mobiltelefones entledigt werden musste, vergass Jeanine nach dem Fotografieren und Live-stellen der Aussicht von der Brücke, das Bungeejumping-Seil richtig zu überprüfen.

Ihre Freunde sollten dieses letzte Foto niemals sehen. – Dieses Foto, das ja indirekt zum tödlichen Unfall geführt hatte. Bei dieser Brücke war kein Netz.

#251

24. März 2012

Oh je. Oh je. Soweit haben wir es gebracht: 250 Artikel auf dem unfehlbaren Blog. Ein Jubiläum! Ein Jubiläum?

250 Mal Stichelei

250 Mal Versöhnung

250 Mal Rassismus

250 Mal Ironie

250 Mal Satire

250 Mal Wahrheit oder was man immer darunter verstehen mag. Meine Wahrheit halt. Mit einem Augenzwinkern.

Sei es nun ein gutes oder schlechtes Zeichen, viel zu posten. Oder viel gelesen zu werden. Oder wenig, je nach Perspektive.

250 Artikel – und kein bisschen weise. – Trinken wir auf die nächsten 250! Prost, liebe Leserschaft!

Post – Es gibt immer was zu tun

23. Oktober 2010

Neulich in der Post. Oder bei. Paket aufgeben. Nun lebt die Schweizer Post ja ein fortschrittliches, marktwirtschaftlich optimal-obergeiles Konzept, welches dem Kunden nicht nur Briefmarken für verspätet ankommende Briefe und Einzahlungen anbietet, sondern im Namen der Diversifikation auch Süssigkeiten, Zeitschriften und allerlei Dinge, die glücklich machen.

Das ist gut. Was lohnt ist gut. Denn warum soll bitte schön ein staatlich gestützter Verein nicht die unnütze Privatwirtschaft konkurrenzieren und den Gummibären-Fetisch vom herkömmlichen Kiosk weglocken? Niemand malt hier den Teufel an die Wand, nein, es geht um den Inbegriff der Konsumgesellschaft, den – kniet nieder, liebe Postkunden – es geht um den Postshop.

Mir passiert. Zuerst ein Fax senden lassen für schlappe 7 Franken. Ich wiederhole: Sieben Franken! Faxgerät exklusive. Pipifax. Sieben Piepen dafür, dass eine unfreundliche Qualle ein Blatt Papier in eine Maschine hält und die hohle Hand macht. Na ja, alles gelogen: Es war eine freundliche Qualle.

Dann der Test eben dieses high flyer Postshops. Die Mission war, Packpapier zu kaufen. Na ja, warum sollte in einer Poststelle – also, in der Shilpost Zürich, der Mutter aller Poststellen – so etwas absurdes wie Packpapier zu kaufen sein? Gehe ich in eine Metzgerei, um einen Dildo zu kaufen? Na gut, die Synapse „Paket – Packpapier – Post“ war so etwas von gestern. Mein Fehler.

Genau. Anstelle von Packpapier preist mir der Postshop Dinge an wie Werkzeugkasten, Plüschtiere und Atomsprengköpfe. Okay, das dritte war etwas geschummelt, doch insgeheim wäre ich in einer Poststelle bis anhin eher auf die Idee gekommen, Massenvernichtungswaffen zu kaufen als einen Werkzeugkasten. Gehe ich zu OBI Briefmarken kaufen?

Gut. Wir können jetzt hingehen und sagen „Mann, das ist doch cool, das ist der ewig besungene Service Public, warum soll ich neben Briefmarken nicht auch eine Rohrsäge kaufen können, um im knietiefen Wasser die Leitung in meinem Bad zu reparieren?“ Na ja, das stimmt schon. Allerdings sollte eventuell der Inbegriff des Postgeschäftes ebenfalls angeboten werden. Als ob ich an der Tanke kein Motorenöl kaufen könnte und dafür – sagen wir – ein Asthmaspray.

Wie gesagt, niemand will hier lästern. An dieser Stelle vielleicht ein Appell an unsere lieben Postmenschen, Postbeamte oder wie ihr Euch auch nennen möget: Wenn Ihr schon Sch*** verkauft, dann tut das freundlich! Und wenn Ihr das noch nicht so dolle hinkriegt mit der Freundlichkeit, dann einfach nicht resignieren. Lehnt Euch einfach an den Slogan eines famosen Baumarktes: Es gibt immer was zu tun!

Über Bahn und Post. Und über den Rhein.

27. Dezember 2009

Helfe ich doch kürzlich einem alten Mann bei der Bedienung dieser supermodernen Billetautomaten, die alles können ausser schneien. Mache ich sonst nie. Also, alter Mann ist vielleicht etwas nachgetreten: Er war so um die sechzig, elegant-geschmacklos angezogen (Karo-Anzug in Farben für Blinde) und sehr, sehr freundlich. Wir kamen tatsächlich ins Gespräch. Er wohnt irgendwo im Kanton Appenzell und ich hätte ihn gerne ausgelacht, weil es ja dort nur absolute Oberkäffer gibt, was aber nicht glaubwürdig gewesen wäre, denn wir standen genau ein Dorf neben meinem Heimatdorf, das wohl als erstes erscheint wenn Sie auf Google „Superkaff“ eingeben. Also liess ich es bleiben. Und er sagte, das mit der schrittweisen Abschaffung der Bahnschalter sei halt schon eine Sauerei. Ein Stück weit musste ich ihm recht geben, denn der Computer konnte mit seinem Domizil im Appenzell nicht umgehen und spuckte eine sehr, sehr unmotivierte Fehlermeldung aus. Man solle das Ticket an einem Schalter lösen, wobei die Maschine nicht sagte, wo A) der nächste Schalter ist und B) wie man dort hinkommt ohne Ticket. Egal. Jedenfalls machte der Mann sodann den Übergang zu den Poststellen, die ja – extreme Unschönheit – ebenfalls mehr und mehr verschwinden. Und ich sagte irgendwie nicht so viel, nuschelte etwas von Querfinanzierung und so. Der Mann sagte: „Ich sage immer, wenn man, so wie die Bündner, die Zuflüsse des Rheins staut und abstellt, dann muss man in Basel unten auch nicht mehr die Rheinschifffahrt machen wollen.“ So. Bis heute habe ich das nicht begriffen. Aber es war zugegeben mit recht viel Herzblut vorgetragen. Und da habe ich in dem Moment auch gar nicht getraut, nachzufragen, was das denn mit Bahn und Post zu tun habe. Schade eigentlich.