Ab ins Bett!

21. März 2017

Batman schläft kopfüber. Alles andere wäre eine Überraschung, denn in keinem der Filme sieht man Batman in einem herkömmlichen Bett. Überhaupt sieht man Superhelden nie schlafen, selbst Spiderman nicht. Stuhlen übrigens auch nicht. Der Job muss sehr, sehr anstrengend sein (Michelle Obama ist übrigens ein Mann – wie mir ein Verschwörungstheoretiker kürzlich glaubhaft erklärt hat – denn es gibt kein Foto von ihr im Badekleid).

Der Fussballer Xherdan Shaqiri schläft in einem runden Bett, wie eine Zeitung – die für ihren Wahrheitsgehalt bekannt ist – einmal enthüllt hat: Total rund. Und das, obwohl ihn Fussball-Kommentatoren gerne als «Kraftwürfel» bezeichnen. Und Sepp Herberger einmal «Das Runde muss ins Eckige» gesagt hat, nicht etwa umgekehrt. Shaqiri ist ja auch ein Superheld, irgendwie. Kommentator muss ein sehr schöner Beruf sein. Nicht so furchtbar anstrengend. Sepp Herberger, falls Ihnen dieser Name nichts sagt, hat 1954 «das Wunder von Bern» ermöglicht (das sportliche jedenfalls, denn das politische Wunder von Bern hat bekanntlich Adolf Ogi vollbracht).

Physiognomiker sind fest davon überzeugt, anhand von Äusserlichkeiten Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften einer Person machen zu können. Hier und jetzt werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, Zeuge einer tiefschürfenden wissenschaftlichen Feststellung: Anhand von äusseren Merkmalen einer Person können keine fundierten Aussagen über deren Bett gemacht werden. Wir schreiben hier gerade Geschichte. Selbst Superstars sind nicht auf Rosen gebettet.

Das ist insofern nicht unwesentlich, weil es von grossem öffentlichem Interesse ist, wer in welchem Bett nächtigt. Ich wollte zum Beispiel schon immer wissen, wie das Bett von Anja Zeidler aussieht. Und – noch viel wichtiger – wer zum Henker Anja Zeidler überhaupt ist, denn in Zeitungen – die für ihren Wahrheitsgehalt bekannt sind – stehen immerzu irgendwelche Geschichten über Anja Zeidler: Anja Zeidler ist in L.A., Anja Zeidler hat eine Frau geküsst, Anja Zeidler hat ein Kilo Mehl gekauft, im Sonderangebot. Wenn Anja Zeidler pupst, dann kriegt die Boulevard-Presse Durchfall.

Es gibt eine schreckliche Sendung mit Patricia Boser, welche darin exorbitant berühmte Schweizer Persönlichkeiten zu Hause besucht und brutal intime Fragen stellt. Und: Sie öffnet im Verlaufe der Sendung einfach den Kühlschrank. Als ob das die Zuschauer interessieren würde! Zeigt uns eure Betten, ihr Promis, ob eckig oder rund, trapezförmig oder als Pentagon: am liebsten in Nahaufnahme. Dies ist ein Appell! Denn wenn ihr mit gutem Beispiel vorangeht, liebe Florian Asts, Göläs und Sven Epineys dieser Welt, dann bekommen wir vielleicht auch einmal das Bett von Batman zu sehen.

André was?

17. März 2017

André Heller muss man nicht kennen. Heller ist eine Art Gemischtwarenladen im Showbusiness: Sänger, Autor, Schauspieler, Aktionskünstler und sonst noch ein paar wichtige Dinge. Er hat sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht, denn als er bemerkte, dass fast niemand seine Gedichte las, hat Heller einfach Lieder daraus gemacht. Das hat ihn berühmt gemacht, obwohl ihn die Wenigsten kennen. Vermutlich ist André Heller hauptsächlich in Österreich ein Begriff, denn die Zeitung «Kurier» hat ihn in die Liste der «50 wichtigsten Österreicher der letzten 50 Jahre» aufgenommen, was offenbar erstrebenswert ist. Am 22. März wird André Heller siebzig Jahre alt. Natürlich gratulieren wir. Auch wenn man ihn nicht kennen muss.

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13. März 2017

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Zürich 2017

Weiss auf Grün

12. März 2017

So grün war der Wintersport noch nie. Mit gutem Gewissen können Herr und Frau Schweizer in die heimischen Berge fahren (Ausländer können es sich nicht mehr leisten) und die verschiedenen Grüntöne geniessen, die von dezent platzierten weissen Pisten durchschnitten werden. Es ist so unrealistisch schön, dass noch keine Postkarte den Weg in die Regale gefunden hat mit einem Sujet dieser Landschaft. Kitschig schön.

Auf Postkarten sind die Hügel immer weiss. Weiss der Teufel warum. Als ob die Touristen aus Mallorca Feriengrüsse versenden würden mit einem Foto, auf dem nur zwei Gäste am Badestrand zu sehen sind. Wer das glaubt, der denkt auch, dass Käpt’n Iglo persönlich auf einem Kutter dafür sorgt, dass die Fischstäbchen in unsere Kühltruhe wandern. Oder, dass «ein M besser» besser ist. Item.

Wenn für die Ausübung des Wintersports kein (natürlicher) Schnee vorhanden sein muss, dann können die Schweizer Tourismusgebiete ihr Geschäftsmodell auch auf den Sommer ausweiten. Das würde vermutlich etwas mehr Energie für die Schneeproduktion benötigen, doch da wir es mit dem Atomausstieg nicht mehr so eilig haben wie auch schon … was soll’s? Araber und Chinesen bauen ganze Hallen mit Kunstschnee an Orten, die Frau Holle nicht einmal im Traum bereisen würde.

Warum nicht im nächsten Sommer Skifahren gehen? Wir könnten ja mit dem Tesla hinfahren und der Energieverschleiss der Schneekanonen würde wettgemacht durch den entfallenden CO2-Ausstoss des Flugzeuges, das uns an irgendeinen dummen Badestrand irgendwo weit weg geflogen hätte. Irgendwo hin, wo nicht einmal Schnee liegt. Sie, lieber Leserin, lieber Leser, werden gerade Zeuge einer Revolution des Schweizer Tourismus (oder: Tourismusses?). Die Idee ist schlicht bahnbrechend.

Na gut, wir wollen ja nicht schwarz malen – zumal wir uns mehr weiss wünschen – denn es gibt durchaus Schweizer Skigebiete mit genügend Schnee. Und vielleicht wollen die Leute im Sommer gar nicht Skifahren, sondern am Stand liegen und Eis essen. Diese Idioten.

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4. März 2017

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Bregenz 2016

Hechzlische Gratülation

2. März 2017

Das Sympathische vorneweg: Juliette Gréco hat nicht massenweise Auszeichnungen erhalten. Genau genommen nur einen DIVA-Award. Die Sängerin und Schauspielerin ist nicht so sehr bekannt, es ist also keine Schande, wenn Sie Juliette Gréco googeln müssen. Zweifelsohne erwähnenswert ist, dass die Französin auch Lieder in Deutsch in ihrem Repertoire hat, was ja zwangsläufig sehr, sehr sexy klingt, wegen des französischen Akzents (im Grunde können Französinnen sagen, was sie wollen, auch üble Beschimpfungen, und dennoch klingt das toll). Na ja, jedenfalls wird Juliette Gréco am 7. Februar neunzig Jahre alt. Wir gratulieren herzlich! Von uns hätten sie gleich mehrere Awards gewonnen. Wegen des Akzents, natürlich.

Willkommen im Klub

2. März 2017

Der Klub 27 ist – wie die Mondlandung übrigens auch – eine Erfindung der Medien und beherbergt alle berühmten Musiker, die im Alter von … – na ja, egal. Hand in Hand mit dem Namen Kurt Cobain gehen die Band «Nirvana» und seine Witwe Courtney Love (ja, Gitarrenspieler haben viele Hände). Mit Nirvana feierte Cobain grosse Erfolge, und selbst dem 0815-Musikkonsumenten sollte das Stück «Smells Like Teen Spirit» ein Begriff sein. Fantastisch! Natürlich kursierten auch nach Cobains Suizid Verschwörungstheorien, die einen Mord durch Dritte herbeiredeten, womit man wohl rechnen muss in diesem Business (aber: Elvis lebt!) Item. Am 20. Februar wäre Kurt Donald Cobain fünfzig Jahre alt geworden … wir gedenken Dir, Kurt, jetzt feierst Du halt im Klub 27 mit Jimi Hendrix, Jim Morrison und all den anderen.

Weihrauch & Myhre

25. Februar 2017

Norwegische Namen klingen für unsereins häufig etwas speziell: Wencke Synnøve Myhre zum Beispiel klingt sehr ungeläufig, zumal uns dieses durchgestrichene «O» eher durchschnittlich gefällt. Aber hier geht es ja um die Sängerin, die übrigens Hits in Norwegisch, Schwedisch, Dänisch, Deutsch und Englisch singt, was eine erstaunliche Leistung ist, ganze egal, ob einem die Musik nun gefällt oder nicht (der Schweizer Weltstar Gölä hat übrigens einmal ein Album in Englisch produzieren wollen und damit eine neue Sprache erfunden). Zumindest das Lied «Er hat ein knallrotes Gummiboot» sollte nicht nur Nautik-Freunden geläufig sein und suggeriert der Männerwelt, dass man früher kein fettes Auto brauchte, um den Frauen zu imponieren. Am 15. Februar feiert Wencke Myhre siebzig Jahre alt – herzlichen Glückwunsch, oder wie die Norweger zu sagen pflegen: «Hjertelig til lykke!»

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12. Februar 2017

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Obsteig, Österreich 2016

Gebt Acht!

11. Februar 2017

Zsa Zsa Gabor war insgesamt acht Mal verheiratet. Stellen Sie sich das einmal vor! Sie hatte es dadurch zu einem beachtlichen Vermögen gebracht, denn ihre Angetrauten waren meist sehr gut betucht (dank strategisch geschickter Verliebung). Sozusagen Nebenamtlich war sie Schauspielerin und mag dem einen oder anderen Filmfreund aus «Moulin Rouge» bekannt sein (müssen Sie nicht kennen, diese Lebenszeit gibt Ihnen niemand zurück). Die Liste der Auszeichnungen ist etwas kürzer als jene der Ehemänner: Ein Golden Globe, ein Stern auf irgendeinem Gehsteig in Amerika und – was an Relevanz kaum zu überbieten ist – ein Asteroid, der nach ihr benannt worden ist (oh Gott, oh Gott). Jedenfalls ist Zsa Zsa Gabor am 18. Dezember 2016 gestorben. Wir gedenken ihrer. Sie war nicht ganz hundert – gerne hätten wir ihr am 6. Februar zu ihrem hundertsten Geburtstag gratuliert. Und zu ihren rekordverdächtigen Anzahl an Ehen natürlich auch.