Literatur pur

24. Februar 2018

Elke Heidenreich hat jeweils den «Literaturclub» im Schweizer Fernsehen moderiert. Sie ist also sozusagen eine von uns. Heidenreich ist sehr gescheit und hat viele Bücher geschrieben. Was viele nicht wissen: Sie ist Teil eines Komitees in Köln, das die «Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft» vergibt. Was in aller Welt ist eine Alternative Ehrenbürgerschaft? Item. Auch Heidenreich hat eine Menge an Auszeichnungen verliehen bekommen, von denen die mit dem doofsten Namen vermutlich die «Kalbacher Klapperschlange» sein dürfte. Na ja, kein Kommentar dazu. Am 15. Februar feiert Elke Helene Heidenreich ihren fünfundsiebzigsten Geburtstag. – Wir sprechen eine herzliche alternative Gratulation aus!

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19. Februar 2018

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Beirut 2017

Ice Ice Baby

18. Februar 2018

Hand aufs Herz: Am imposantesten sind doch diejenigen olympischen Disziplinen, bei denen die Sportler grosse Risiken eingehen. Langlauf zum Beispiel heisst so, weil stundenlang nichts geschieht und es für den Zuschauer rasch langweilig wird. Mit etwas Glück schiesst sich beim Biathlon ein Sportler in den Fuss oder beim Curling verstaucht sich einer den Mittelfinger. Viel passiert da nicht. Da sind diejenigen Disziplinen, bei denen ein paar Waghalsige auf Eis irgendwo hinunterfahren weit interessanter.

Beim Skeleton zum Beispiel liegen die Fahrer bäuchlings auf einem sehr kleinen Schlitten und fahren mit bis zu fünfhundert Kilometern pro Stunde den Eiskanal hinunter. Wenn da einer kippt und auf dem Eis … – das ist wie Beton, wissen Sie, nicht auszudenken. Skeleton sieht so unerträglich doof aus, dass der Grossteil der Zuschauer immerzu darauf hofft, dass etwas Schlimmes passiert. Skeletor ist – das wird von Sport-Laien nicht selten verwechselt – der Comic-Bösewicht aus «Masters of the Universe».

Beim Rennrodeln hingegen liegen die Sportler rücklings auf dem Gerät, was auch nicht wesentlich eleganter aussieht. Auch hier geht es um Hundertstel-Sekunden, weshalb der Luftwiderstand äusserst gering gehalten werden muss und eng anliegende Anzüge getragen werden. Männliche Pornostars sehen deshalb für gewöhnlich von einer Zweit-Karriere im Rodeln ab. Ein Radler ist übrigens Bier gemischt mit Zitronenlimonade, was ihnen jeder zweitklassige Après-Skifahrer wortreich erklären kann.

Apropos Apéro: Viererbob-Athleten sehen sich beim Après-Bob (sie fahren ja nicht Ski) ständig blöden Witzen ausgesetzt, von wegen «am Schönsten haben es die beiden mittleren Fahrer, ha ha ha» und dergleichen. Es ist einfach primitiv. Tatsächlich ist der Bobsport in diesen Belangen noch lange nicht so fortgeschritten wie zum Beispiel Fussball. Bis heute hat noch kein einziger Bob-Schiedsrichter im «Blick» sein Outing gewagt. Da wagt sich keiner aufs Glatteis.

Insgesamt lässt sich aus rein sportlicher Sicht konstatieren, dass alle Menschen, die mit einer Geschwindigkeit von über hundert km/h einen Eiskanal hinunterbrettern, entweder sehr mutig oder total bescheuert sind. Oder beides. Am ehesten könnte ich persönlich mir die Fahrt in einem Viererbob vorstellen, weil man da noch schützendes Blech – oder Karbon meinetwegen – um sich herum hat. Wär schon toll, ehrlich gesagt. – Aber irgendwie ist mir das zu schwul.

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13. Februar 2018

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Österreich 2016

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11. Februar 2018

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Libanon 2017

Es ist Kunst

10. Februar 2018

Ein Schneemann muss aus Schnee gemacht sein. Basta. Was im ersten Moment selbstverständlich klingt, ist es bei näherer Betrachtung leider nicht: Wie oft werden unseren gepeinigten Augen künstliche Schneemänner vorgesetzt, zum Beispiel in Schaufenstern oder Einkaufszentren. Oder in Schaufenstern in Einkaufszentren. Sie sind aus Styropor oder anderen hässlichen Materialien gefertigt und sehen viel zu gleichmässig, viel zu schön aus, um echt zu wirken. Eine Schande.

Seit Jahren beglücken uns künstliche Weihnachtsbäume aus dem fernen China (Achtung: böse!), die nur halb so schön aussehen wie die eh schon halb so schön aussehenden (weil gefällt und damit tot) echten Tannen, die teilweise aus dem ebenfalls fernen Finnland hierhin gekarrt werden (ja, Herr Lehrer, wir haben mitgezählt, das macht insgesamt einen Viertel schön). Die famose Nordmann- ist der lieblosen Hong-Kong-Tanne gewichen. Die ist natürlich künstlich.

Also, der perfekte Schneemann muss aus Schnee gemacht sein, der irgendwann schmilzt. Das ist der Punkt. Es ist die Vergänglichkeit, die ihn perfekt macht. Wie bei einer blühenden Rose. Mit Silikonbrüsten ist es ähnlich. Oder, liebe Herren, schenken Sie Ihrer Liebsten etwa Blumen aus Kunststoff? Das fühlt sich irgendwie falsch an. Und ist unromantisch.

Um langsam zum Schluss zu kommen: Entweder ein Schneemann aus Schnee oder gar keiner. Das ist Ehrensache. Über Schneemänner, die aus Kunstschnee gefertigt wurden, lässt sich streiten, zugegeben. Und das mit den Brüsten … – na ja, darüber vielleicht ein anderes Mal. Ich wünsche Ihnen einen schönen Winter. Mit viel Schnee.

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7. Februar 2018

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Bukarest 2017

Gut ist schlecht ist gut

21. Januar 2018

Um mit negativen Nachrichten adäquat umgehen zu können, muss man deren Wesen, den eigentlichen Prozess der Entstehung und Übermittlung verstehen. Klar, nur wer begreift, worum es im Kern geht, kann richtig reagieren (es sei denn, man ist Politiker). Dieser Text wäre unseriös, wenn folgend nicht die wesentlichen Phasen der Nachricht aufgeführt wären.

Am Anfang ist natürlich die Entstehung. Woher stammt die Nachricht, wer hat sie erfunden, ist sie wirklich negativ? Während bei Meldungen über das Weltgeschehen (Anja Zeidler hat sich die Brüste verkleinern lassen) ganz klar die Journalisten in der Pflicht stehen, ist die Lage bei vermeintlichen Nichtigkeiten komplexer.

Ein Beispiel: «Ich habe heute Morgen den Bus verpasst» klingt für den unreflektierten Zuhörer negativ. Dabei ist bei dieser Botschaft völlig unklar, ob der Sender (Jargon: Botschafter) tatsächlich diesen Bus hat nehmen wollen. – Ja, vielleicht wollte er ja mit dem Tram ins Büro? Vielleicht hat er ja frei genommen oder ist auf Ibiza in den Ferien. Wir wissen es nicht. Überlegen hilft.

Teil zwei im Prozess ist die Übertragung der schlechten Nachricht, die Probleme mit der Verständigung mit sich bringen kann. Ein positives «ich will sie fotografieren» des Chefchirurgen kann leicht als negatives «ich muss sie operieren» verstanden werden. Darum muss die erste Frage jedes halbwegs gebildeten Bürgers lauten: «Lügen mich meine Ohren an?»

Im Zweifelsfalle sollte man nicht nachfragen, um den Gesprächspartner nicht unnötig in seinem Redefluss zu stören. Das irritiert. Besser ist, eine Annahme zu treffen und den Gesprächsablauf abzuwarten. Aus «diese Panzerhaubitze» kann rasch «diese ganze Sauhitze» werden, gerade pazifistisch geprägte Ohren im Hochsommer. Wir brauchen bloss richtig hinzuhören.

So, das war’s bereits. Probieren Sie es aus, interpretieren Sie Nachrichten besonnen und selektiv. Es lohnt sich, je länger je mehr werden vermeintlich negative Nachrichten zu sehr, sehr positiven. In diesem Sinne: Interpretieren Sie gut, auf Wiederlegen, schönen Schlag noch!

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20. Januar 2018

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Beirut 2017

Wir sind Eins

8. Januar 2018

Wissen Sie, bei uns wäre so etwas undenkbar. Die Abspaltung einer Region von der Schweiz? – Nein, absolut unmöglich! Bei uns herrschen Demokratie, politischer Diskurs und Glück. Und Friede (ausser in diesen «Arena»-Sendungen des Schweizer Fernsehens. Darum: Ja zur «No-Billag»-Initiative!)

Gut, ein paar Berner Gemeinden wollten sich einmal abspalten und den Kanton Jura gründen. Allerdings gab es diesen Kanton bereits, so liessen sie es halt bleiben. Aber ein Kanton, der einen neuen, vollkommen autonomen Staat werden wollte, ist bislang nicht bekannt. – Es sei denn, diese Bestrebungen seien von einem politischen Komplott (das ist eine Art Mus) vereitelt und von der Lügenpresse verschwiegen worden.

Die Eidgenossenschaft basiert schliesslich auf Solidarität. Wenn zum Beispiel die Basler in Bundesbern den Wunsch äussern würden, rein hypothetisch, sich zu separieren und einen eigenen Staat zu bilden, dann würden mindestens – sagen wir: Neunzig Prozent der Schweizer Bürger zusammenrücken und ganz solidarisch sagen: «Ja, tut das». Die restlichen zehn Prozent würden vermutlich erstaunt fragen: «Gehört Basel nicht zu Frankreich?»

Gut, ein dummes Beispiel, zugegeben. Nehmen wir den Tessin, der ja kürzlich einen Tunnel geschenkt bekommen hat: Wäre der Tessin der Schweiz abtrünnig, dann müsste die Deutschschweiz auf einen Schlag dutzende von Grottos (oder «Grotti»?) aus dem Boden stampfen, damit man auch zukünftig beim Pausenkaffe im Büro prahlen kann «wir haben Ferien in der Schweiz gemacht, so gut, wir waren in einem Grotto, das war imfall wie in Italien».

Auch blöd. Das alles ist total unvorstellbar. Absurd. Denn die Schweizer, die Kantone halten zusammen, bilden einen Staatenbund, propagieren stolz: «Gemeinsam sind wir mehr als die Summe aller Einzelteile», selbst wenn Mathematiker dies nicht wahrhaben wollen. Wir sind eins. So war es bereits ein paar hundert Jahre lang. Gemeinsam sind wir stark. Jedenfalls so lange, bis der Finanzausgleich zwischen den Kantonen diskutiert wird.