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28. August 2017

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Bukarest 2017

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20. August 2017

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Zürich Sihlcity, 2016

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13. August 2017

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Zürich Allmend, 2017

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11. August 2017

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Zürich 2017

Trautes Heim, Glück allein

10. August 2017

Es gibt Leute, die werfen mit Popcorn im Kinosaal. Knallmais. Wenn man das tut, dann kommt früher oder später der dicke Mann mit der Taschenlampe, und die Spannung im Saal steigt ins Unermessliche: Jeder Besucher fragt sich, wo der Lichtkegel wohl stehen bleiben wird. – Da! – Der Rentner, der neben einer Gruppe von Jugendlichen gesessen hat, wird freundlich aber bestimmt hinausbegleitet (gewisse Airlines bieten diesen Service ebenfalls an, ganz ohne Popcorn).

Dann gibt es Kinobesucher, die lachen in den falschen Momenten. – Ständig! Wenn zum Beispiel Leonardo DiCaprio in «Titanic» im Eismeer versinkt, und alle Besucherinnen unter siebzehn Jahren (also etwa neunzig Prozent der Anwesenden) ihre Taschentücher klatschnass flennen, dann lachen diese Ignoranten höhnisch. Das ist sehr ärgerlich, wirklich. Die bemerken gar nicht, wie blöd sie sind. Manche lachen auch, wenn Til Schweiger versucht, einen Witz zu machen. Es ist zum Weinen.

Vor fast jeder Kinovorstellung gibt es Gäste, die den Informationsgehalt ihrer Eintrittskarte nicht in die Realität der Sessel-Anordnung im Saal transferieren können. Tatsächlich. Auf ihren offensichtlichen Irrtum angesprochen, halten sie mit einer beneidenswerten Beharrlichkeit an ihrer Meinung – und an ihrem Sessel – fest, als ob das Ticket des anderen Gastes in einem Paralleluniversum gekauft worden wäre, und sie in der unsrigen Gegenwart sehr wohl Recht hätten. Popcorn ist übrigens ein sehr, sehr dummes Lebensmittel.

Zur nachhaltig mühseligen Art von Sitznachbarn gehört der Mitmensch, der offenbar vor dem Kinobesuch mehrere Tagen in einem geheimen Verliess gefangen gehalten wurde, ohne Essen und Trinken. Da wird geschmatzt und geschlürft, dass man ständig meint, der Film spiele an einer stürmischen Meeresbrandung, hinter Cameron Diaz lauere ein knochenzermalmendes Monster («nein, bitte nicht Cameron Diaz!») oder King Kong verspeise gerade die russische Luftwaffe. Viele Kinos bieten – vermutlich im Zeichen der akustischen Vielfalt – mexikanische Nachos mit Guacamole an. Ein Traum!

Sie sehen: Heutzutage lohnt es sich gar nicht mehr, ins Kino zu gehen, bei all den Dumpfbacken, die einem da auf die Nerven gehen. Für ein Besuch in einer Bar, einem Restaurant, im Zoo oder eines Konzerts (Justin Bieber!) gilt das Gleiche. Sauna ebenfalls. Am Schönsten ist es immer noch zu Hause. «Titanic» ist übrigens ein sehr, sehr trauriger Film. Ausser die Szene natürlich, in der Leonardo DiCaprio im Meer versinkt.

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9. August 2017

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Zürich 2016

Paradox im Paradies

8. August 2017

Im Paradies gibt es einen weissen Sandstrand. Der Sand ist nicht braun, nicht beige, und es ist auch kein Kieselstrand. Ob auf den Malediven, den Seychellen, den Salmonellen, auf Guantanamo oder im Marzili-Bad in Bern: Ist der Sand nicht weiss und feinkörnig, dann ist das kein Paradies. Da können die Bewohner von Teneriffa (Teneriffaner?) den Touristen noch lange weismachen, das sei halt Vulkangestein, der Sand sei nun eben schwarz. – Pustekuchen! Das Paradies ist genormt. Verarscht werden wir schon zu Hause. Teneriffa gehört zu Spanien, und Spanien zur EU. Obwohl die EU Normen liebt, ist Spanien nicht paradiesisch. Nur keine falschen Rückschlüsse, bitte!

Aus dem weissen Sand wachsen Palmen, im Paradies. Keine Weisstannen, Pinien oder irgendwelche andere Bäume. Am besten Kokospalmen, auf die Einheimische Männer flink hinaufklettern, um wunderschöne, frische Kokosnüsse zu pflücken und sie den Touristen anzubieten. Es gibt nichts Besseres als frisches Kokos. Nach dem Pflücken verschwinden die Fremden wieder, um das Ortsbild nicht unnötig zu belasten. Schliesslich ist es das Paradies. Das übrige Kokos wird in Schokoriegel eingearbeitet und jenen verkauft, die zu ihrem Leidwesen gerade nicht im Paradies sein können.

Apropos Pinien: Veganer reden ständig von Pinienkernen, obwohl diese scheusslich schmecken. Im Paradies gibt es keine Veganer. Veganer dürfen nicht einmal die Schokoriegel mit Kokos essen. – Nicht, weil sie denken, Kokos seien Tiere, sondern – die Ernährungs-Technologen in der Leserschaft wissen es längst – wegen der Milchschokolade, die offensichtlich aus Milch hergestellt wird (im Gegensatz zu Kinderschokolade). Aber jetzt sind wir etwas abgeschweift.

Jedenfalls ist unsere Definition des Paradieses sehr ausgrenzend, weil sie so eng gefasst ist. Könnten zum Beispiel Klippen reden, dann würden sie schreien. Sie sind nicht paradiesisch, genauso wenig wie Finnen: Im Paradies kommen nie Finnen vor. Schweizer übrigens auch nicht. Sie sehen: Das Paradies ist auch latent rassistisch. Lustigerweise regnet es im Paradies auch nie, offiziell. Auch das ist eine Lüge, natürlich, denn keine Palme wächst ohne Wasser. Also muss es ja ab und an regnen. Wo sollte denn sonst all das Kokos herkommen für unsere Schokoriegel? – Womöglich müssten wir Zuhause-Gebliebenen – die wir doch eh schon ein schweres Los haben – Schokoriegel mit Pinienkernen essen.

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6. August 2017

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Café Zähringer, Zürich 2017

Oh, Susanne!

5. August 2017

«Entscheidend ist die Wahl des Films», dachte sich Claus-Theodor. Schliesslich sollte sich Susanne wohl fühlen, sollte ihm – der er doch von ihr mit der Wahl des Films betraut worden war – Tiefsinn, Humor, Männlichkeit und … – na ja, halt alles attestieren, was einen echten Kerl so ausmacht. Es sollte der Grundstein einer vielleicht langen Liebesgeschichte legen. Doch welche Vorstellung sollte es sein, um Susannes Herz zu erobern?

Auf dem Programm stand zum Beispiel eine Neuverfilmung von «King Kong», was Claus-Theodor irgendwie mochte, weil es ein Actionfilm war und der Zuschauer nicht allzu viel überlegen musste. Mit etwas Glück gab es Szenen, in denen sich – vornehmlich Frauen natürlich – erschrecken, und Susanne (hoffentlich) seine Hand drücken würde. Im Kino erwachen schliesslich alte Schemen. Die Emanzipation ist noch nicht ins Kino vorgedrungen, dachte sich Claus-Theodor. Zum Glück.

Doch was sollte Susanne denken? Sollte sie etwa annehmen, Claus-Theodor möge seichte Geschichten mit viel Action und vielen Toten? (was ja im Grund der Wahrheit entsprach) Sollte sie etwa denken, Claus-Theodor sei unsensibel? Zudem wusste er nicht, ob Susanne etwa Sympathisantin von «Vier Pfoten» war, oder gar dem «WWF». Also: Finger weg! Da wäre eine Komödie schon passender. Lachen ist immer gut. Wobei: «Komödien sind auch seicht», dachte sich Claus-Theodor, dessen grösste Furcht war, dass Susanne denken könnte, er sei ein Prolet. Also, nein!

Schlussendlich entschied sich Claus-Theodor für eine Romanverfilmung, in der sich zwei alte Frauen auf dem Jakobsweg zufällig begegnen und nach langen Gesprächen eine platonische Liebe zueinander entwickeln. Sie beide waren die einzigen Besucher im Saal. Susanne war absolut begeistert, drückte jedoch nicht ein einziges Mal die Hand von Claus-Theodor, und lachte nie. Und als sie Claus-Theodor nach dem Film fragte, wie es ihm gefallen habe, da musste er etwas flunkern: Die meiste Zeit hatte er geschlafen.

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29. Juli 2017

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Zürich, unterer Letten, 2016