Guten Appetit!

20. Juli 2017

Gegessen wird immer. Daher sind alle Geschäftsmodelle, die von Gastronomie handeln sehr, sehr erfolgsversprechend (ähnlich wie Klopapier). Für jeden Bewohner einer Industrienation ist es ergo äusserst ratsam, einmal im Leben den Traum vom eigenen Restaurant zu verwirklichen. Wir sind unseres Glückes eigen Schmid, wie der Volksmund so schön sagt, und wenn das Wirten einmal keinen Spass mehr machen sollte kann man das Lokal ja immer noch verkaufen, mit Gewinn. Der Volksmund ist übrigens doof.

Jeder kann es schaffen, selbst jene, die bis anhin glaubten, Kulinarik sei eine Inselgruppe vor dem Golf von Mexiko. Es ist alles so einfach: Eine Lokalität mit Küche und einem Gästeraum, ein bisschen die Kelle schwingen und die Bude brummt. Für das Startkapital können wir ja unsere Pensionskasse verpfänden. Oder bei Freunden etwas Kleingeld leihen. Diese freuen sich ja dann auch am Restaurant und zack: Eine Win-Win-Situation. Soll noch einer sagen, dieses Land biete keine Perspektive für die Selbständigkeit. Win-Win-Situationen werden immer beliebter.

Man muss nur rechnen können. Wenn sich schon nur jede Person des eigenen Freundeskreises einmal pro Woche in unserem Restaurant verpflegt, dann … ja, dann hat es immer ein paar Leute. Aber das Beste kommt noch: Jeder erzählt mindestens fünf seiner eigenen Freunde, dass er bei uns sehr, sehr gut gegessen hat. In den sozialen Medien nennt man das «virale Verbreitung», hat jedoch nichts mit Salmonellen gemein. Abgesehen davon: Die Leute vom Internet müssen ja auch einmal etwas essen.

Wenn der Laden erstmal läuft, dann kann sich der Chef auch ab und an zu seinen Gästen setzen und einen Schwatz abhalten (ausser er verweilt gerade im Urlaub). Ja, das ist ein Privileg der Selbständigkeit: Man kann tun uns lassen, was man für richtig hält. Im Grunde ist jeder bekloppt, der sich bei einer Unternehmung einstellen lässt. Das ist ja die vollkommene Fremdbestimmung, da können Sie genauso gut … – oh, entschuldigen Sie, ich muss Schluss machen. Sie wissen schon: Volles Haus!

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19. Juli 2017

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Winterthur ZH, 2017, Museum Technorama

Das Letzte!

17. Juli 2017

Etwas Schlimmes widerfährt uns gegenwärtig: Das Einhorn ist auferstanden. Ob Schwimmhilfen, Kaffeetassen, Becher von amerikanischen Kaffeeketten, T-Shirts oder Zwangsjacken: Das Motiv ist omnipräsent. Marketingleute in ihrem unerschöpflichen Einfallsreichtum werfen so penetrant mit Einhörnern um sich, dass immer mehr Pferde mit Depressionen zu kämpfen haben. Sie schlagen aus. Es ist zum Schreien. Der Film «Das letzte Einhorn» war eine gemeine Lüge, leider. Doch was hat es auf sich mit diesem Wesen?

Da gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass Höhlenmalereien auf Einhörner hindeuten würden, wobei Höhlenmalereien – ganz im Gegensatz zu Höhlen – zweidimensional sind und der naive Betrachter glauben könnte, dass beispielsweise ein Ochse, der meist zwei Hörner trägt, ein Einhorn sei. Interpretationen von Höhlenmalereien sollten abgesehen davon per Gesetzt immer das Talent des damaligen Malers berücksichtigen. Selbst heute noch malt manch eine Frau eine Art Büffel, wenn sie eigentlich ihren Ehemann skizzieren will.

Eine Vielzahl an Biologen behauptet allen Ernstes, Einhörner gebe es gar nicht. Na ja, Hirnforscher zweifeln ja auch an der Existenz der Seele. Was man weiss: 1850 ist das letzte Einhorn bei einem an Tragik kaum zu überbietenden Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Angeblich durch eine Kollision mit einem Troll. Oder mit einem Trolleybus. Man weiss es nicht genau. Bereits lange Zeit vorher hat die letzte Einhorn-Metzgerei ihre Pforten geschlossen (sehr zum Leidwesen der Pferde).

Ewige Kritiker – und jetzt wird es ganz absurd – behaupten sogar, Einhörner habe es gar nie gegeben. Niemals. Das sind die gleichen Langweiler, die ständig sagen, es gebe keine Feen, Elfen oder Zwölfen. Oder in der S-Bahn etwa zwanzig Mal den «Öffnen»-Knopf drücken kurz vor dem Anhalten. Mögen wir, liebe Leserin, lieber Leser, hier und jetzt eine Minuten inne halten und an diese fantasielosen Menschen denken. Und an einen Regenbogen. Und an die Farbe Rosa. Und an den Weltfrieden, meinetwegen.

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11. Juli 2017

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2017, Fantasy Basel

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10. Juli 2017

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Winterthur ZH, 2017, Technorama

Es

9. Juli 2017

Die Lage ist ernst, liebe Männerinnen und Frauer, und ungewöhnliche Situationinnen verlangen nach unpopulären Lösungen: Menschende weltweit schreien nach Gleichstellung, was die diplomierten Biologenden vor grosse Probleme stellt. Denn viele der Schreienden sind gleichzeitig gegen gentechnische Veränderungen. Ein Dilemma ohne Gleichen. Chromosomen schlagen Alarm.

Aber irgendwo müssen wir doch anfangen mit der Verbesserung der Welt. Also lasst uns das Deutsch – diese dämliche Sprache – auf Gleichstellung prüfen. Die einzige Wortgattung der deutschen Sprache, die unsere wichtige Sache wirklich ernst nimmt, ist das Sächliche. Das Haus zum Beispiel ist neutral, weil es weder Mann noch Frau definitiv zugewiesen werden kann (der Mann baut es und die Frau kriegt es bei der Scheidung). Das Urteil muss so neutral sein wie das Gericht.

Alle anderen Worte, die maskulinen und die femininen, sind unsere Freunde nicht. Sie gehören verbannt aus das Duden. Setzen auch Sie ein Zeichen (das Zeichen), liebes Leser, und benutzen Sie ab heute nur noch neutrale Worte. Denn erst dann ist unser Kampf gewonnen, liebe Menschenden, wenn wirklich für alle, für wirklich alle alles egal ist. Die Gleichheit als die Erfüllung. Danke für die Solidarität. Amen.

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8. Juli 2017

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Zürich 2017, Café Zähringer

Feuer! Feuer!

28. Juni 2017

Erwähnen Sie an gesellschaftlichen Anlässen nie den Namen «Fred», wenn das Schaffen von Herbert Feuerstein Gesprächsthema ist. Herbert Feuerstein war lange Chefredakteur des Magazins «MAD», das Satirefreunden ein Begriff sein dürfte. Aber er macht auch Kabarett, Hörfunk, Fernsehen und Kabarett im Fernsehen. Und er schreibt Bücher. Bezüglich Auszeichnungen wollen wir die 1987 verliehene «Essener Feder» für die beste Spielanleitung erwähnen, die in etwa den gleichen Stellenwert hat wie der vom Apothekerverband verliehene «Goldene Mörser» für den originellsten Beipackzettel für Epilepsiemedikamente. Am 15. Juni hat Herbert Feuerstein achtzig Lenze auf dem Buckel. Wir gratulieren Ihnen herzlich und wünschen nur das Beste. Selbst wenn dir Fred Feuerstein lustiger finden.

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24. Juni 2017

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Zürich 2017

Tränen des Glücks

17. Juni 2017

Kai Pflaume ist der Moderator von «Nur die Liebe zählt», einer Sendung, die sozusagen direkt in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer ausgestrahlt wird. In der Show werden Menschen, die sich über Jahre – ach, was sage ich: Jahrhunderte! – hinweg nicht gesehen haben, total überraschend wieder zusammengeführt (egal, ob das alle beide wollen oder nicht) und brechen dann meistens in Tränen aus. Manchmal Freudentränen. Tatsächlich hat Pflaume sehr viele verschiedene Sendungen erfolgreich moderiert, erstaunlicherweise jedoch nur einen «Bambi» und den «Bayerischen Fernsehpreis gewonnen». Am 27. Mai feiert Kai Pflaume seinen fünfzigsten Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute! Bitte nicht traurig sein wegen der Preise, denn: Nur die Liebe zählt!