Posts Tagged ‘TV’

Der Preis ist heiss

26. Juli 2017

Uff, der sieht aber älter aus, als er in Wirklichkeit ist: Harald Schmidt wird am 18. August sechzig Jahre alt. Tatsächlich. Freunden guter Unterhaltung wurde Schmidt bekannt durch «Die Harald Schmidt Show» auf Sat 1, die wirklich sehr ziemlich gut war (danke, liebe Pointen-Schreiber!) Schmidt ist jedoch auch Autor, Schauspieler, Moderator, grauhaarig und vieles mehr, womit wir bei eine Auswahl der wichtigsten Auszeichnungen angekommen wären: «Hildegard-von-Bingen-Preis», «Preis der beleidigten Zuschauer», «Goldener Wuschel» und «Preis-für-die-Entgegennahme-der-Auszeichnung-mit-dem-doofsten-Namen-Preis». Und jetzt wird er also sechzig, unser geliebter Harald Schmidt. Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag. Die grauen Haare stehen Ihnen gut, irgendwie.

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Senta, die Post ist da!

25. Mai 2016

Senta Berger kennen wir vor allem aus dem Fernsehen, wo sie bei enorm vielen Produktionen mitgewirkt hat. Fernsehproduktionen sind insofern etwas undankbar, weil man sich deren Titel schlecht merken kann und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, aus genau diesem Grund hier keine Beispiele lesen können. Aber: Die Österreichische Post – Philatelisten aufgepasst – hat vor etwa zehn Jahren eine Sonderbriefmarke mit Senta Berger herausgegeben, was doch eine sehr grosse Ehre sein dürfte (ja, liebe Philatelisten, wir wissen es, die österreichischen Briefmarken sind die schönsten, bitte nicht mehr anrufen!) Am 14. Mai wird Berger fünfundsiebzig Jahre alt, herzlichen Glückwunsch! Und entschuldigen Sie bitte die Aussage mit den unbedeutenden Fernsehproduktionen. Wir wollten Sie nicht abstempeln!

Komm auch Du – schlag zu!

10. Januar 2016

Wissen Sie, mit diesen 3D-Brillen, da spritzt Ihnen das Blut nur so entgegen. – Platsch! Nicht wenige nehmen reflexartig ihre Hand vor die Augen, um nichts abzubekommen. Kombiniert mit einer entsprechenden Geräuschkulisse sitzen Sie mitten im Massaker. Mord und Totschlag à Discrétion.

Die Wirkung auf die Gesellschaft ist unverkennbar. Es werden immer mehr Morde in 3D begangen. Die Menschen können nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Selbst Haustiere leiden unter der omnipräsenten Berieselung durch TV-Morde. Immer mehr Hundeschulen stellen an den Eingangskontrollen Stichwaffen sicher. Und Hamster hamstern Munition, angeblich.

Was tun? Ein Lösungsansatz ist sicherlich, ein Gleichgewicht zwischen Gewalt am Fernsehen und Gewalt im wirklichen Alltag herzustellen. Da ist Eigenverantwortung gefragt: Lösen Sie Probleme vermehrt durch besonnenen Einsatz von gezielter Gewalt. Ihre Kontrahenten werden merken, dass Brutalität am TV eben nicht realitätsfremd ist. Ihr Bewusstsein wird sich der Wirklichkeit annähern, zweifelsohne.

Andere Gruppen – nennen wir sie «das Lager der Schwachsinnigen» – sehen das Problem beim Fernsehen, das tatsächlich immer mehr Gewalt ausstrahlt. Sie setzen sich für ein gewaltfreies TV-Programm ein, was einer Zensur gleichkommt und – seien wir ehrlich – an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Als würde man Pornos verbieten, damit die Menschen kein Sex mehr haben. Dumm!

Wie wir Zeitungsberichten entnehmen können, wird gegenwärtig Lösungsansatz Nummer eins verfolgt. Die Polizei stellt eine Häufung an Gewaltdelikten fest. Es gibt ergo eine wachsende Anzahl von verantwortungsvollen Bürgern, die einfach mal zuschlagen, der Realität zu liebe. In diesem Sinne: Schlagen Sie gut, meine Damen und Herren. Amen.

Töten Sie!

24. November 2015

Studien aus den USA belegen, dass ein Kind bis zum Abschluss der Grundschule im Fernsehen achttausend Morde gesehen hat (dafür keine Nippel, aber das ist ein anderes Thema). Achttausend sind eindeutig zu viel. Als Gegenmassnahme wird die Kürzung der Grundschulzeit um drei Jahre diskutiert. Natürlich probieren die Erwachsenen aus, was sie in der Kindheit ständig gesehen haben. Die Folgen davon lassen sich leicht ausrechnen: Wenn jeder der rund 320 Millionen Amerikaner im Schnitt, sagen wir drei Morde begeht, dann … na ja, lassen wir das.

Es geht auch anders. In den bisher ausgestrahlten Sendungen von «Teletubbies» wurde kein einziger Mord begangen. Dennoch verhalten sich viele Menschen nach dem Konsum dieser Sendung überdurchschnittlich aggressiv (ähnlich wie nach einem Interview mit Alice Schwarzer). Das ist erstaunlich. Ausstehend sind die Forschungsresultate mit Kindern, die sich «Teletubbies» ansehen und nebenbei all die anderen Morde, in der Nachbarschaft.

Warum jedoch werden trotz der Gewalt am Fernsehen relativ wenige Straftaten begangen? Diese Frage lässt sich mit einem simplen Beispiel erklären: Das in der Schule vermittelte Wissen kann von einem Teil der Klasse umgesetzt werden und von einem anderen Teil nicht. Wir kommen daher zum Schluss, dass ausschliesslich intelligente Menschen zu Mördern werden. Sie töten Dumme, mehrheitlich, was für den Staat insgesamt zu einer positiven Entwicklung führen muss.

So, das war’s für heute. Beim nächsten Mal behandeln wir die Korrelation zwischen exzessivem Sexualverhalten von neufundländischen Seekühen und Weissbrot. Auf Wiedersehen!

Liebe Farbfernsehende

28. Juli 2015

Mit dem Wohlstand kam das Farbfernsehen und mit dem Farbfernsehen die neue Realität. Ganz ehrlich: Inzwischen glauben wir ja nur noch, was wir mit eigenen Augen sehen. Und auch das nur dann, wenn der nette Mann von der Tagesschau parallel dazu sagt, was wir darüber denken sollen. Im Schwarz-weiss-Fernsehen war das irgendwie nicht so glaubwürdig. Es sah alt aus. Farblos halt.

Mit der Erfindung des Farbfernsehers wurden Farbenblinde noch mehr benachteiligt als vorher. Wobei das Schicksal in diesem Fall die Ungerechtigkeit ein bisschen kompensiert hat, was bekanntlich sehr selten vorkommt: Farbenblinde mussten die Modesünden der Achtzigerjahre nicht derart schlimm miterleben wie Menschen ohne Handicap. Das Schicksal kann abwägen. 

Mit dem Farbfernsehen wurde auch das Blut rot, in den ausgestrahlten Krimis. Blutrotes Blut spritzte nur so in der Gegend herum und degradierte hinterwäldlerische Schwarz-Weiss-Fernsehende zu Memmen, die ja nicht einmal Blut sehen konnten. Und es war so, de facto. Sie konnten kein Blut sehen. Jedenfalls kein rotes. Da ist es ein schwacher Trost, dass durch die Adern von Commander Spock im Raumschiff Enterprise grünes Blut fliesst. Denn selbst grünes Blut sieht auf einem Schwarz-weiss-TV sehr unspektakulär aus. 

Ja, wäre der Farbfernseher nicht erfunden worden, dann wäre unser Alltag schon ein bisschen trist. Alle diese coolen Sendungen … – ach, wir mögen gar nicht daran denken! Vermutlich würden wir vermehrt anderen Tätigkeiten nachgehen als fernsehen. Zum Beispiel lesen, in einem dieser unzähligen schwarz-weiss-gedruckten Büchern. – Pfui!

Fairness mit Ferres

19. Juni 2015

Man kann sie hübsch finden oder weniger hübsch. Und es soll Leute geben, die ihr schauspielerisches Talent infrage stellen. Böse Menschen. Fakt ist: Veronica Ferres hat in diversen sehr guten Fernsehfilmen mitgespielt, deren Name wir leider im Moment nicht präsent haben. Fernsehfilme stehen ja immer ein bisschen im Schatten derjenigen Filme, die im Lichtspieltheater gezeigt werden. Und sie hat etliche Preise gewonnen, zum Beispiel mehrere Male den Adolf-Grimme-Preis. Früher hiess der Adolf-Grimme-Preis übrigens Adolf-Hitler-Preis, aber irgendwann ging das nicht mehr, Sie verstehen. Ebenso erwähnt werden will ihr grosses asoziales Engagement. Am 10. Juni feiert Veronika Maria Cäcilia Ferres ihren fünfzigsten Geburtstag. Herzliche Gratulation! Wir lieben sie. Und wir finden sie hübsch, mehr oder weniger.

Mord und Totschlag in Tölz

17. November 2013

Ottfried Fischer ist der Bulle von Tölz. Ein jeder kritischer Fernsehkonsument dürfte sich bei einem derart dämlichen Titel fragen, was in aller Welt sich die äusserst kreativen Macher wohl bei der Namenssuche gedacht haben dürften. Was ist Tölz? – Ein Planet? Ein Ekzem? Egal, jedenfalls wird Fischer gerne auf die schauspielerische Rolle in dieser Serie reduziert, wobei der Umfang (seines Schaffens) natürlich einen viel grösseren Platz im medialen Universum einnimmt (nein, wir machen hier keine Auflistung, weil alles so wichtig ist, dass wir nichts weglassen dürften). Am 7. November wird Ottfried Fischer sechzig Jahre alt. – An dieser Stelle herzliche Glückwünsche nach Tölz!

Sieben auf einen Streich

21. September 2013

Die Gebrüder Grimm schrieben sozusagen die Brutalos des neunzehnten Jahrhunderts. Es gab ja noch kein Fernsehen (Sie müssen sich das einmal vorstellen: Es gab kein Fernsehen!) und die Menschen sehnen sich naturgemäss nach einem bisschen Spektakel. Die römischen Gladiatoren waren ja längst aufgefressen und die Weltkriege noch nicht erfunden. Ähm, wo waren wir stehen geblieben – Ach ja: Grimm. Am 20. September jährt sich der Todestag von Jacob Grimm zum hundertfünfzigsten Mal. Die Märchen allerdings haben überlebt und werden heute noch erzählt. – Zumindest dann, wenn der Fernseher kaputt ist.

22. Februar 2013

064Neulich im Möbelhaus

Siebzig Jahr, graues Haar

13. April 2012

Frank Elstner hatte schon als Baby graue Haare. Spätestens seit der Leitung der Sendung «Wetten dass..?» vor gefühlten hundert Jahren kennt der anspruchsvolle Fernsehkonsument Frank Elstner als redegewandten und sympathischen Moderator.

Mit der Erfindung des Farbfernsehens fielen die grauen Haare stärker ins Gewicht und Thomas Gottschalk übernahm (nach ein, zwei Wechseln) die Sendung. Was dann passierte, wissen wir alle: Zum Schluss wurde Intelligenzbestie Michelle Hunziker als Verstärkung engagiert. Fürs Auge. Als ob man die Mauern einer Hochbaute erdbebensicher machen könnte, indem man sie mit schöner Tapete beklebt. Aber hier geht’s ja um Dich, Frank. Herzliche Gratulation zum siebzigsten Geburtstag am 19. April. Kompliment: Du siehst immer noch aus wie frisch geboren!