Posts Tagged ‘Alkohol’

Der Wein lügt

30. Oktober 2017

Im Wein liegt die Wahrheit, meint der Volksmund. Wer auch immer das sagt, der lügt wie gedruckt. Ich habe in ein Glas Rotwein geschaut, mehrere Male, bis auf den Grund: Nichts. Das habe ich mit mehreren Weinsorten gemacht, auch mit Weisswein und Rosé. Selbst wenn Sie sehr tief ins Glas schauen, da ist nichts. Es ist ernüchternd, eine herbe Enttäuschung. Mit etwas Glück finden Sie ein bisschen Satz auf dem Grund des Glases. Da bleibt kein Raum für Küchentisch-Philosophie.

Rotwein gibt übrigens ganz üble Flecken, die sich kaum wegkriegen lassen, von Kleidern und Teppichen. Einmal ist mir ein volles Glas umgekippt und die Primarlehrerin hat geschimpft. Dabei ist es ein fieses Naturgesetz, dass je mehr Wein jemand getrunken hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist, welchen zu verschütten. Desto niedriger ist allerdings die Bereitschaft, die Sauerei aufzuwischen. Salz hilft gegen Flecken, übrigens. Und gegen Glatteis.

Bereits die alten Römer haben gekeltert. Sie haben so viel getrunken, dass am Ende vergessen gegangen ist, das Reich zu verteidigen. Daraus kann der Geschichtsfreund für die Gegenwart seine Lehren ziehen: Nationen, in denen viel Wein getrunken wird, sind dem Untergang geweiht. Ebenso steht es mit Ländern, in denen viel Putenfleisch gegessen wird, glutenfreie Haferflocken und getrocknete Pfifferlinge. Alle anderen Regionen sind aufstrebend. Somalia zum Bespiel.

Das mit den Römern und dem Wein kann übrigens jedermann in der Literatur nachlesen, in Asterix-Heften zum Beispiel. Auch die Griechen haben schon viel Wein getrunken. Und die Walliser. Ach ja, etwas Wichtiges noch. Weisswein gibt weniger schlimme Flecken, dafür Kopfschmerzen. Darum schmerzt es den trinklustigen Zeitgenossen nicht so sehr, wenn er Weisswein verschüttet. Und das, liebe Leserin, lieber Leser, ist die Wahrheit. Sie liegt nirgendwo, sondern steht hier geschrieben, schwarz auf weiss.

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Törööö!

6. Februar 2016

Die meisten Leute haben den eigentlichen Sinn der Fastnacht vollkommen vergessen. Es geht nämlich nicht nur um Alkohol, Maskerade und Tanz. – Da steckt wesentlich mehr dahinter: Grapschen, Fremdbumsen und ungewollte Schwangerschaften. Der Grossteil der fremdgehenden Fastnächtler allerdings wird früher oder später entlarvt.

In unserer zivilisierten, modernen Welt braucht der Mensch ein Ventil, zumindest einmal pro Jahr, und das ist auch gut so: Lustig sein, trinken, tanzen und einfach einmal ein bisschen ausgelassen sein. Wir haben doch sonst schon genügend Regeln und Konventionen, oder? Und mit dem Tempo der Entwicklungen können viele von uns nicht umgehen. Die Tagesklinik des Kantonsspitals Aarau heisst neu übrigens «SameDaySurgery», was doch sehr modern ist (ein guter Grund, sich zu betrinken).

Nun melden sich die Moralisten und mokieren sich über den völligen Zerfall von Moral und Sitte während der Fastnachtzeit. Organisatoren, Experten, Soziologen und Organisations-Experten nehmen die Kritik ernst und erwidern unisono: «Na und?» Und sie haben Recht, denn würde man die Fastnacht einschränken, dann bräuchten die Menschen sicherlich ein anderes Ventil.

Es gäbe vielleicht mehr Hooliganismus, um dieses doofe Wort zu bemühen, mehr Vandalen oder mehr Menschen, die sich für Tempo 30 in Städten einsetzen. Oder es gäbe noch mehr Messen, die grösstenteils als Deckmantel dafür dienen, sich hie und da in gepflegtem Rahmen richtig schön zu besaufen. Wir wissen es nicht.

Wenn man einen Basler fragt, ob er denn an die Basler Fastnacht gehe, dann ist das per se ein grosser Fehler: Erstens ist sonnenklar, dass er hingeht und zweitens gibt es ausschliesslich «die Fastnacht», die – so will es das Universum – in Basel stattfindet. «Basler Fastnacht» ist ergo ein übler Pleonasmus. Aber mögen wir den Baslern diese Freude gönnen, denn sie haben ja sonst nichts. – Oh, ausser den höchsten Turm der Schweiz, seit jüngster Zeit. Und den besten Fussballklub, zugegeben. Aber eine SameDaySurgery, das haben sie sicher nicht, hoffentlich.

Protokoll eines Appenteuers

27. Oktober 2014

Als ich aufwache, spüre ich einen Schmerz. Die Analyse mit meiner «Dr. Brinkmann»-App zeigt sofort an: Eindeutig Kopfschmerzen. Oh je! Dabei kann ich mich nicht erinnern, gekopfschmerzt zu haben. Das Smartphone jedoch gibt aus unerfindlichen Gründen als Grund übermässigen Alkoholkonsum an. Na toll! Und beim versehentlichen Blasen ins Gerät ist das Mikrofon komplett zerstört worden. 

Wer braucht schon ein Mikrofon. Jetzt erst einmal meinen Standort lokalisieren. Mit welcher verdammten App findet man heraus, wo auf dieser Welt man sich gegenwärtig befindet. Finde alles, von der «Karma-App» über die «Bierbauch-o-Meter-App» bis zur «Do-it-yourself-selfie-App». Aber nichts von Lokalisierung. Rufe die App auf für die Auffindung von Apps im Falle von Ratlosigkeit, welche App am besten geeignet wäre. 

Da ist sie ja. Bin aber nicht an dem Ort, wo ich sein sollte. Au weia. Die «Filmriss-App» hat zum Glück alles aufgezeichnet, selbst wie und warum ich hier gelandet bin. Oh je. Neben mir wacht eine Person auf, die aussieht wie ich. Es stellt sich heraus, dass ich es bin, was man mit ein paar Aufrufen auf dem Smartphone regeln kann. Voilà. Bin jetzt nur noch einer. 

Na, so schnell als möglich nach Hause. Akku ist fast leer.

Lug und Trug

20. März 2014

Gerade in intellektuellen Kreisen hört man sich ja gerne sagen, dass es von uns Menschen geradezu arrogant sei, zu glauben, in den unendlichen Weiten des Universums gebe es kein anderes Leben. Das klingt ziemlich gut, zum Beispiel an einer Party. Und es schwingt ein Hauch von Weltbürgertum mit (oder besser: universellem Bürgertum). Einfach perfekt.

Noch einmal ganz langsam, zum Mitschreiben, ein für alle Mal: Es gibt keine Ausserirdischen. Nein, selbst die drolligen, blauen Männchen am Strassenrand sind keine Ausserirdischen, sondern von der Kantonspolizei. Die Jungs von «Modern Talking» sind ebenfalls Muttererden entsprungen, selbst wenn das unglaublich und vielleicht etwas beleidigend für den Planeten klingt. Und E.T. war entgegen vieler Behauptungen ein Film, der nicht auf wahren Begebenheiten basiert. Nichts mit «nach Hause telefonieren».

Die meisten UFO-Sichtungen werden übrigens nach ausschweifenden Technoparties gemeldet (und die meisten Begegnungen mit Ausserirdischen von Türstehern eben dieser Parties). Dabei beschreiben Leute, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, die Flugbahn ebendieser angeblich gesichteten Objekte nicht selten so, als ob deren Piloten ebenfalls unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden hätten. Am Schluss weiss es dann niemand so genau, für gewöhnlich.

Ein Wort gibt das andere. Und bewiesen ist rein gar nichts, so tragisch dies für die vermeintlichen Zeugen sein mag. Am Ende entspringt der Glaube an Ausserirdische vermutlich der grossen Hoffnung der Menschen, dass es irgendwo da draussen etwas gibt, was einen retten könnte, irgendetwas, das unser Dasein in einen kosmischen Kontext stellen würde, polemisch ausgedrückt. Oder dem Bedürfnis, sich an einer Party interessant zu machen.

Lustig ist das Studentenleben

16. Januar 2010

Im Verlaufe einer Studentenparty haben die meisten Teilnehmer Sex miteinander. Häufig sind auch Teilnehmerinnen involviert. Aus diesem Grund möchten viele junge Menschen möglichst häufig an Studentenpartys teilnehmen. Viele kaufen dann auch diese Schuhe aus den Versandkatalogen, Sie wissen schon, die mit dem Vermerk „unisex“. Es ist auch nicht verwunderlich, dass die Studentenzahlen ständig steigen. Früher war das nicht so. Ja, früher war ja sowieso … – auch das mit den Drogen. An diesen Studentenpartys, wissen Sie, genau. Es ist ja auch gefährlich. Und am Ende, am Ende bezahlen ja doch wieder die anderen, wenn etwas passiert, oder. Wir. Das gleiche mit dem Alkohol. Diverse Studien beweisen: Wenn alkoholisierte Menschen auf dem Balkon feiern ist die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher, dass einer in die Tiefe stürzt, als wenn niemand auf dem Balkon ist (so, das war jetzt für unsere Mathematikfreunde). Vom Lärm haben wir noch gar nicht gesprochen. Häufig fährt dann die Polizei vor, um für Ruhe zu sorgen, so spät in der Nacht, wegen der Nachbarn. Das ist manchmal etwas blöd für die Beamten. Weil viele von ihnen insgeheim auch gerne studiert hätten. Aber dann plötzlich Polizist geworden sind. So, das war jetzt eine kleine Zusammenfassung, wie das so zu und her geht. Einige mögen denken, das alles sei übertrieben. Nein, es ist die Wahrheit. Ich war noch nie an einer Studentenparty.

Keine Sorge

25. Dezember 2009

Tolle Geschichte. Zwei junge Männer sind also nachts mit ihrem alten Opel Corsa unterwegs nach Hause. Sie sind vollkommen bekifft. Ziemlich heftig, vielleicht sehen sie sogar den „Slow-down-take-it-easy-Engel“ auf ihrem Rücksitz. Als sie einen Kreisel passieren kommt der eine auf die glorreiche Idee, dass man ja ohne weiteres ein paar Runden mehr drehen könnte. Nur so für lustig. Gesagt – getan. Die beiden kommen zum Schluss, dass vorwärts fahren irgendwie keine richtige Herausforderung ist, worauf der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt und sie sodann im Uhrzeigersinn Runden drehen. Was sich als sehr lustig erweist, bis – Krach! – Ihnen ein korrekt in den Kreisel eingefahrenes Auto ins Heck knallt. Oh je! Angst vor drastischen Konsequenzen macht sich breit, der Schweiss schiesst ihnen auf die Stirn. Davonrennen, flüchten? Die beiden bleiben wir angewurzelt sitzen. Eine Polizeistreife trifft ein und kümmert sich zu ihrem Erstaunen zuerst um den hinteren Wagen. Sie bleiben sitzen. Nach einer kurzen Zeit kommt ein Polizist ans Fahrerfenster und sagt: „Wir erledigen das. Machen sie sich keine Sorgen. Der Fahrer des Wagens hinter ihnen hat 1.8 Promille im Blut und behauptet, sie seien rückwärts im Kreisel gefahren…“

Egal und so, irgendwie

4. November 2009

Wenn wir Hans legalisieren, dann – Entschuldigung: Wenn wir Hanf legalisieren, dann werden mehr Leute schneller noch mehr Drogen konsumieren. Vielleicht. Zum Beispiel werden bisherige Rauschtrinker und passionierte Botellón-Menschen auf Cannabis umsteigen. Substituieren nennt man das, wenn man den verzweifelten Versuch starten will, etwas schlauer zu klingen als die anderen. Wie bitte? Ach ja, Alkohol ist auch eine Droge, per Definition. Eine legale. Ja ja. Also werden im Endeffekt Drogenkonsumenten, die Alkohol trinken, zu Drogenkonsumenten, die Cannabis konsumieren. Weil ja dann Hanf legal ist und Drogenkonsumenten im Allgemeinen mit Vorliebe jene Dinge tun, die erlaubt sind. Als Nebenwirkung würden die Preise für Cannabis zusammenbrechen, weil es ja dann legal ist. Obwohl, da müssen wir ganz ehrlich sein, der US-Immobilienmarkt immer legal war und die Preise trotzdem in den Keller gefallen sind (was natürlich eine ganz dumme Analogie ist, weil viele Häuser in Amerika bekanntlich nicht unterkellert sind). Also, wenn nun die Drogenpreise fallen, können sich mehr Menschen diesen Rausch leisten. Also werden Mehr Leute – auch jene, die vorher nie Alkohol getrunken haben – ganz spontan (frei nach dem Motto „was machen wir heute? Kino, Zoo oder Kiffen?“) unermessliche Mengen an Drogen konsumieren. Gleichzeitig werden sich weniger Bürger verschulden aufgrund ihres – nun billigeren – Cannabiskonsums. Was natürlich genial ist. Und den trotzdem immer höher Verschuldeten ist es mehr und mehr egal, weil sie dank Tiefpreisen mehr Cannabis konsumieren können, was ja – die Gerüchte wollen es so – gleichgültig machen soll. Das Volkswohl wird also zweifelsohne rapide steigen. Im gleichen Zug können wir das Rentenalter auf 72 anpassen, weil es dann die meisten Bürger wie gesagt nicht interessiert. Ein Segen! Da können die Gegner der Legalisierungsinitiative noch lange sagen, Hanf sei eine Einstiegsdroge. Auch dieses Argument können wir locker flockig entkräften: Der Staat verbilligt einfach im gleichen Zug die Ausstiegsdrogen. – Voilà!