Posts Tagged ‘Bar’

Clouds Bar

17. Februar 2015

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Clouds Bar, Prime Tower, Zürich

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StreetArt@Sihl

3. August 2014

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Zürich 2014, unter der Sihlautobahn

FC Basel vs. FC Chelsea

26. April 2013

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Zürich, 25.4.2013, Schild vor der Bar Bagatelle

Pissoir Rating #8 – Bar & Restaurant Imagine, HB Zürich

2. April 2010

Widmen wir uns liebevoll dem legendären Restaurant Imagine am Bahnhofplatz 15 in Zürich. Untergebracht im historischen Bahnhofsgebäude, Seite Bahnhofstrasse, brilliert das Imagine mit gutem Essen, mittleren Preisen und konsequent umgesetzter unhöflicher Bedienung. Die stylische, moderne Einrichtung ist recht gekonnt ins alte Gefüge des Gebäudes eingebracht. Sehr schön.

Dies wäre nicht der unfehlbare Blog, wenn wir hier über profane Dinge wie Essen & Trinken lesen würden. Natürlich geht es ums gepflegte Pinkelerlebnis der Herren der Schöpfung. Wobei Herren der Schöpfung eine sehr dumme Bezeichnung, Wortschöpfung ist, wie ich finde. Egal

Jedenfalls sieht sich die volle Blase des Mannes – oder zumindest das Gehirn ein paar Fuss weiter oberhalb (oder meinetwegen ein paar Zentimeter unterhalb, sorry, liebe Cosmopolitan-Leserinnen) – einem Wirrwarr von Treppen, Fluren und nicht vorhandenen WC-Wegweisern gegenüber. Merke: Toilettengang gut planen. Es kann schon mal ein bisschen dauern, bis Sie sich durchgefragt haben. Wobei sich die Kellner offenbar inzwischen an fragende Gäste gewöhnt haben und bei jedem Blick, der irgendwie in der Rubrik „der will etwas fragen“ fungiert in Richtung Toilette bzw. Eingang des Labyrints zur Toilette deuten. Selbst wenn Sie nur nach einem Zahnstocher oder einer Serviette fragen wollen. Oder nach einem Feuerlöscher.

Jetzt kann man ja hingehen und sagen „na ja, für ein angenehmes Wassersäulen-Stellen frage ich gerne nach dem Weg“ und die Sucherei wohlwollend in Kauf nehmen. Tun Sie das nicht, lieber Leser. Sie werden bloss enttäuscht. Endlich, endlich am stillen Örtchen angekommen erwarten Sie drei Pissoirs in eher herausforderndem Zustand. Gemessen am schönen Ambiente in Bar und Restaurant nicht eben ein Augenschmaus. Vernachlässigbar? – Nein, so geht das nicht. Das Auge pinkelt schliesslich mit.

Das Flair ist lieblos, und gerade in einer stylischen Bar, in der alle so furchtbar hip sind und der DJ so unglaublich tiefschürfende Lounge-Musik auflegt, dürfte sich der annähernd anspruchsvolle Gast eine musikalische Untermalung des Toilettenganges wünschen: Fehlanzeige. Das Waschbecken schliesslich ergänzt hervorragend die profan-langweilige Innenarchitektur der Anlage.

Ich hätte bei der Benotung gerne ein Auge zugedrückt. Doch die Mängel sind unverkennbar und so ist die Note 3 doch angebracht, was bei den eher selbstbewussten Preisen in der Bar und im Restaurant doch ins Gewicht fallen dürfte. Wir zahlen ja gerne. Doch dann muss eben alles stimmen, nicht nur das Getränk und die gute Gesellschaft.

Übrigens: Es gibt auch ein Imagine im Sihlcity in Zürich. Und ich habe es bisher versäumt, dort essen bzw. pinkeln zu gehen und der Welt von einem allfälligen, einheitlichen Toilettenkonzept zu berichten. Wer weiss, das kann ja noch werden.

Feuerwasser

3. Februar 2010

Angefangen hatte es eigentlich, als der erste Mann mit dem Schnurrbart den zweiten Mann mit dem Schnurrbart in die Bar hatte hereinkommen sehen. Ihre Blicke trafen sich. Es war eine Art ungewollte Provokation. Der zweite Mann bewegte sich sodann geradewegs auf den bereits auf dem Barhocker sitzenden ersten Mann zu. Sie kannten sich nicht. Der Barmann erkannte die Brisanz des Augenblicks und versuchte, die Stimmung zusätzlich anzuheizen, indem er mit der Schnapsflasche ein kleines Kunststückchen aufführte, so wie es die meisten beherrschen. Es war eine Tequila-Flasche, halb leer oder halb voll.

Und so war es nicht verwunderlich, dass der zweite Mann mit dem Schnurrbart zum ersten Mann mit dem Schnurrbart sagte, dass er dort sitze wie ein kleines Mädchen und sich ganz sicher nicht auf ein Wetttrinken mit ihm einlassen würde. Dieser lachte höhnisch. Er willigte die Wette ein und schon hatte der Barmann – dem dieser Umstand sehr gelegen kam – die ersten zwei Gläser gefüllt. Sie tranken Tequila.

Die beiden hatten ein überdurchschnittliches Durchhaltevermögen, wobei sich natürlich immer die Frage stellt, was wohl im Durchschnitt vertragen werden kann. Der Sieger des Spiels sollte erwartungsgemäss jener sein, der am Schluss noch auf dem Hocker sitzt und damit ausdrücklich die Befugnis des Verlierers haben sollte, mit dessen Geld die gesamte Zeche zu bezahlen. Manchmal blieben auch ein paar Tropfen des starken Getränkes an den Schnurrbärten hängen, was der Barmann sehr lustig fand. Dieser war glattrasiert und hatte eine Haut wie ein Babypo. Was der erste Mann mit dem Schnurrbart nicht wusste war, dass sich der zweite Mann mit dem Schnurrbart so sicher war, dass er die Wette gewinnen würde, dass er gar kein Geld mit dabei hatte.

Als sie insgesamt bereits drei Flaschen weissen Tequila geleert hatten, betrat ein weiterer Mann die Bar und erschoss den zweiten Mann. Dieser fiel rücklings vom Hocker. Der Schütze, der übrigens keinen Schnurrbart trug, verliess die Bar sofort wieder.

Noch als der Barmann mit der Polizei telefonierte, um den Vorfall zu melden, bückte sich der erste Mann zur Leiche des zweiten Mannes um ihm Geld für die Bezahlung der Konsumation abzunehmen. Er fand keines. Das war für ihn sehr, sehr ärgerlich, denn eigentlich hatte er die Wette ja gewonnen.

Pissoir Rating #6 – Coyote Ugly, 153 First Ave., New York

31. Dezember 2009


In diese Bar geht man mit Sicherheit nur ein Mal. Es gibt so Orte, da gehen Sie hin und schwören sich noch im Lokal, dort nie, nie wieder einen Fuss hineinzusetzen. Kenner der Reihe Pissoir Michelin haben’s sofort bemerkt: Das ist das erste Rating mit Bild, denn ohne Beweis glaubt das vermutlich keiner. Der ziemlich bekannte Film „Coyote Ugly“ aus dem Jahre 2000 baut ja haargenau auf dieser legendären Bar auf. Der Film ist eigentlich gut, womit wir beim Problem angelangt wären: Der Film hat exakt nichts mit der Bar zu tun. Und würde dort – ich weiss das jetzt nicht so genau – eine Szene im Herrenklo spielen, so hätte das Teil garantiert gefloppt, ja, wäre vermutlich von Amnesty International verboten worden. Also, das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit, denn etwas hat die Bar schon mit dem Film zu tun. Hin und wieder steigt eine Barmaid auf den Tresen und legt einen Tanz hin. Und das ist schon recht angenehm. Augenpflege. Dies entschädigt leider nicht für die gähnende Leere, den Mief nach Schimmel und – eben – die für anspruchsvolle Stehpinkler eher herausfordernden Toilettenanlagen. Anderswo hätte man ja getrost den Tipp geben können, die Notdurft im Freien abzuwickeln. Nicht so in Manhatten, wo man von der Polizei auf der Stelle erschossen wird beim Wildpinkeln. Na ja, sehen wir dieses Rating als Bereicherung des Pissoir Michelin, der hiermit schon so etwas wie ein kosmopolitisches Flair bekommt, einen Wind von Weltbürgertum. Will heissen, dass sich der geübte Toilettengänger sagt „hey, rizzitelli ist nicht nur so ein seichter Hochstapler in Sachen Urinal-know-how, nein, der hat sogar in Manhatten Ratings gemacht.“ Wobei die Begriffe Manhattan und Rating sicherlich mit unschönen Assoziationen verbunden sind, gedenke man an die Ratingagenturen der Finanzbranche. Auch hier kann ich beruhigen. Meine Ratings sind fundiert. Kommen wir zur Benotung: Null. Null. Doppelnull. Die Note findet auf der Skala keinen Platz, würden doch den anderen bewerteten Toiletten grosses Unrecht getan, wenn ich mich hier erdreisten würde, dieses Objekt zu benoten. Als einziger positiver Punkt lässt sich wohl sagen, dass Sie nicht lange überlegen brauchen, wenn Sie ein paar Tage nach dem Besuch der Coyote-Ugly-Toiletten mit Ekzemen, Geschwüren oder nächtlichen Panikattacken zu kämpfen haben. Oder wenn Ihnen spontan Körperteile abfallen. Fazit: Gehen Sie nur in diese Bar, wenn Sie hundertprozentig sicher sind, nicht pinkeln zu müssen. Und nur, wenn alle anderen Gebäude von New York abgebrannt sind. Und wer denkt, das WC sei nur an diesem Abend in einem so erbärmlichen Zustand gewesen, der irrt: Es war alle beide Male so, als wir da waren.