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Das war sie, die WM … na ja

19. Juli 2010

Selten war ein Zeitpunkt so gut gewählt, ein bisschen über die WM zu sinnieren, genauer genommen das ganze Geschehen etwas zu beleuchten, aus unfehlbarer Sicht: Erstens lässt sich das – die Natur will es so – erst nach dem letzten Spiel machen, zweitens haben sich die Iberer inzwischen etwas eingeholt, den massenweise genossenen Sangría ausgeschwitzt (oder in den Seat gek … sorry!) und sich wieder der Arbeit hingegeben (derer Definition bekanntlich national variieren kann). Item.

Damit ist das erste Highlight schon genannt: Spanien. Wie kann guter Fussball so langweilig sein? Was ist guter Fussball und vor allem: Warum hat der unfehlbare Blog Spanien nicht vorausgesagt? Schlimmer noch: Spanien ist hier explizit als absolut garantierter Nicht-Weltmeister verschrieen worden. Es tut mir leid. – Perdon cabrón!

Das ist selbstredend Wasser auf die Mühlen derjenigen Schweizer, die sich verzweifelt an der Vorstellung festkrallen, der Schweizer Fussball könne auch nur annähernd international mithalten. Ja, die Schweiz hat gegen Spanien gewonnen. Ja, Spanien ist Weltmeister. Nein, die Schweiz hat es nicht weiter als in die Gruppenphase geschafft. One Nation – One Goal. Eine Nation – ein Antitalent, ein kollektives. Aber Leute: Beim Hornussen, da hätten wir’s denen aber gezeigt!

Mit Froonkraisch und England sind zwei Möchtegern-Favoriten früh ausgeschieden, mit Italien auch, und mit der Schweiz eben nicht. Schade war’s. Das Team von Südafrika hat ebenfalls enttäuscht, obwohl der faire Fussballlaie hier zweifelsohne konstatieren darf, dass dem Gastgeber wohl der eine oder andere Anstandssieg ermöglicht hätte werden sollen, und das nicht nur gegen Les Bleus (ist ja keine Kunst, oder). Ja, das war ein schöner Satz. Als ob Sie eine Grillparty schmeissen würden und keiner der Gäste lässt sie mitessen. Nix mit Würstchen.

Und das Wichtigste: FIFA-Gott Sepp Blatter ist auch zufrieden. Entgegen aller Erwartungen ist in Südafrika während der Spiele keine einzige Atombombe detoniert, die Fans waren anständig weil tiefgefroren und – der Sepp hat das vorausgesagt – es fielen so viele Tore wie überhaupt noch nie, weil der Ball aufgrund des niedrigen Luftdrucks so grausam schnell war, sodass sogar Tore gar nicht anerkannt wurden, obwohl eigens dafür sogar Blindenhunde „Es ist ein Tor“ gerufen hätten, wären sie denn ins Stadion eingelassen worden.

Genau: Es war die WM der Schiedsrichter. Und der Optiker. Am Ende, spätestens beim Schlusspfiff sind es ja immer die Männer in Schwarz, die den Sieg gestohlen haben, die das Offensichtliche verhindert haben, die eben alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann. Aber Hand aufs Herz, hier können wir Entwarnung geben:  England wäre auch mit diesem nicht anerkannten Tor ausgeschieden, kläglich. Die Schweiz wäre auch ohne den – übrigens von Berahmi saudumm provozierten – Ausschluss nicht weitergekommen und Bernhard Turnheer wäre auch so pensioniert worden, leider. Oder zum Glück.

Alles in allem können wir uns nach getaner Arbeit zufrieden zurücklehnen und sagen: Was für eine Scheiss-WM. – Die Deutschen waren die besten und die Paellafresser haben den Pot gewonnen. Dumm gelaufen.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Lasst uns anstossen auf die WM 2014. Und auf die Schiedsrichter. Und ganz wichtig: Auf Sepp Blatter.

Ahhh … Argentinien!

7. Juli 2010

Gut. Regelmässige Besucher des unfehlbaren Blogs mögen es bemerkt haben: Entgegen der Prophezeihung des vermeintlich unfehlbaren Blogs ist Argentinien – oh weh! – aus dem Turnier ausgeschieden, daher – wie logisch – nicht Weltmeister geworden und zurück ins Reich der Grilladen geflogen. Schade.

Nun kann man ja hingehen und die fehlerhafte Prognose totschweigen, so, wie das die hochbezahlten Analysten in der Finanzwelt jeweils tun: Bei Erfolg grosse Klappe, bei Fehlprognose Amnesie. Hier nicht. Wie sollte ein Blog die Welt retten können, wenn er nicht transparent ist, wenn er … na ja.

Was bleibt ist ein dickes Entschuldigung. Entschuldigung für die falsche Ansage, liebe Leserin, lieber Leser. Ich werde mich davor hüten, jemals wieder eine Prognose abzugeben. Und in den Wunden herumstochern, nein, das geht nun auch nicht. Wir wollen hier nicht Analysen anstellen, warum es den Gauchos nicht gereicht hat, warum die Uhr von Werbeträger Maradona abgelaufen ist. Oder deren zwei.

Apropos Uhr, hier fällt mir ein schönes Geschichtchen ein, ein wahres: Ein paar Kollegen von mir und ich waren im El Lokal in Zürich das Spiel Schweiz vs. Spanien gucken (ja, jetzt fängt der wieder mit der Erfolgsstory der Schweizer Nationalmannschaft an … bäh!). Und als kurz vor Schluss das offizielle Männchen in der FIFA-Trainerjacke die Nachspielzeit anzeigte, auf der Leuchttafel, auf der eben dieser Sponsor aufgeführt ist, sagte ein Fan vor uns:

Was soll das? Jetzt wechselt der noch diesen Hublot ein, den kenne ich gar nicht!

Gut. Irgenwdie lustig und eine hervorragende Masche, vom oben beschriebenen Fehler abzulenken.

Die Voraussage von FIFA-Boss Sepp Blatter – dass aufgrund der hoch gelegenen Fussballfelder und des deshalb niedrigeren Luftdrucks mehr Tore fallen würden – hat sich bis anhin auch nicht bestätigt. Aber wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand malen, es sind ja noch zwei Spiele übrig. Da kann noch was passieren.

Ach ja, bevor ich’s vergesse: Deutschland wird Weltmeister.

Brasilien Weltmeister? – Nein. Nein!

29. April 2010

Gut. Das mit den Analysten kennen wir ja. Ist so eine Sache. Glücksache. Analysten sind so unantastbar, so flüchtig. Die Kachelmänner der Finanzwelt, die Propheten unserer Zeit.

Die Bank UBS hat denn auch eine Studie herausgegeben über den Ausgang der Fussball-WM 2010. Jene Menschen, die sonst Unternehmen bzw. Aktien analysieren, haben die Teams aufs Korn genommen und anhand verschiedener Faktoren die Wahrscheinlichkeiten errechnet. Mensch.

Schön. Jetzt kann man ja sagen „okay, das kann jeder, man braucht bloss das FIFA-Ranking anschauen“ oder „es ist eine Analyse, es ist von Analysten, ergo Schwachsinn“. Allerdings: An der WM vor vier Jahren haben genau diese Analysten den Sieger Italien vorausgesagt. Hmmm. Schon toll, hä.

Inspiriert von diesem Erfolg wurde für die Europameisterschaft vor zwei Jahren ebenfalls eine Studie erstellt. Und was glauben Sie, wie sehr diese sich bewahrheitet hat? – Ganz und gar nicht. Eben. Dessen sind sich eben diese Experten auch bewusst, wie explizit in der Studie erwähnt ist.

Zur Sache. Brasilien wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 22% den Pokal an den Zuckerhut entführen. Weitere Favoriten sind:

Deutschland 18%, Italien 13%, Niederlande 8%, Frosch … sorry! Frankreich 6%, Argentinien 5%, Spanien und England mit je 4%. Das Team der Schweiz ist – die Fachwelt ist perplex – nicht unter den Siegeskandidaten aufgeführt. So süss.

So. Ist die ganze Spannung nun weg? – Nein, keineswegs. Einerseits haben die Analysten – wie oben am Beispiel der EM 2008 erklärt – nicht immer recht. Und anderseits haben die Analysten den unfehlbaren Tipp im unfehlbaren Blog nicht berücksichtigt. Grosses Kopfschütteln. Hier und jetzt bleiben wir natürlich bei der Prophezeiung schlechthin:

Argentinien – und nur Argentinien – wird Weltmeister.

Weltmeister? Argentinien, natürlich, Argentinien.

3. April 2010

 

Vielleicht erinnern Sie sich an den Artikel Wer warum Weltmeister wird auf diesem Blog, worin wortreich erklärt wird, dass Argentinien die Fussball-WM 2010 gewinnen wird. In der Zwischenzeit hat sich dieses Wissen erhärtet, was nicht zuletzt einem Spieler zu verdanken ist: Lionel Messi.

Im Moment in absoluter Topform in der Champions League und in der Primera División, wird der Söldner in Diensten des FC Barcelona den FC Argentinien in den siebten Fussballhimmel schiessen. Zweifelsohne. Diese Tatsache relativiert denn auch wieder die Bedeutung des Trainers. Maradona hin, Maradona her: Messi macht den Unterschied.

Irgendwie hat ein unbekannter Lümmel den Schrecken aller Verteidiger mit einem fetten Edding-Filzstift am Bahnhof Aarau ganz trefflich geehrt. Auf einer Plakatwand nämlich steht gross geschrieben „Sei Pessimist wenn Messi pisst“. Und trefflicher könnte es kein gedemütigter Torhüter formulieren. Taucht Messi auf, taucht die Hoffnung ab.

Letztendlich – was nicht minder wichtig ist – erinnern uns selbst die Zugbegleiter, die Kontrolleure der Schweizerischen Bundesbahnen immerzu an den lieben Lionel: Nach dem Zeigen der Fahrkarte sagen die meisten entweder „Danke“ oder eben: „Messi“. Ha ha. Man denke das nächste Mal daran (viele Kontrolleure alternieren der Abwechslung halber, was dann so klingt: „Danke, Messi, Danke, Messi …“)

Dies und viel mehr erhärtet die Gewissheit, dass Argentinien, und nur Argentinien das Ding schaukeln wird an der WM. Und irgendwie müsste ich in diesem Blog fast meine Kontonummer publizieren, für dankbare Zocker die aufgrund dieser zuverlässigen Information viel Geld auf die Gauchos setzen und noch viel mehr, noch mehrer Geld einkassieren werden. Aber man ist ja selbstlos. Mailen Sie mir ein Foto Ihres neuen Porsche.

Inzwischen, d.h. seit der Veröffentlichung des Artikels Wer warum Weltmeister wird am 7. März ist die Wettquote auf WM-Sieg-Argentinien übrigens von 11 auf 9 gesunken (Stand 3.4.2010; bwin.com). Wenn das kein Zeichen ist.