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WM: Warum die Schweiz ganz sicher vielleicht Weltmeister wird

3. Mai 2010

Eines vorneweg: Die Schweiz wird mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit nicht Fussball-Weltmeister. Jedenfalls nicht 2010. Und sicher nicht auf diesem Planeten. Eher würde FIFA-Boss Sepp Blatter zurücktreten, als dass das helvetische Nationalteam auch nur das Halbfinale erreichen würde. Eher würde sich die Ölpest im Golf von Mexiko bis in den Vierwaldstättersee ausbreiten.

Was soll das? Wie kann man als Schweizer so schlecht über das eigene Team sprechen bzw. schreiben? Klingt irgendwie schon geil, das eigene Team. Ein gutes Gefühl. Nestbeschmutzer? – Eigentlich nicht, zumindest in Sachen Fussball nicht. Vermutlich muss einer nicht unbedingt eine Leuchte sein in Sachen Fussballverständnis, um der Schweiz keine Finalteilnahme zu prognostizieren. – Aber halt! Was war denn damals mit Dänemark an der Europameisterschaft? Oder mit den Antifussball-Griechen? Alles Moussaka oder was?

Die UBS-Studie (vergl. Artikel „Brasilien Weltmeister? – Nein. Nein!“ auf diesem Blog) sagt den Eidgenossen mit einer Wahrscheinlichkeit von 30% das Erreichen der Achtelfinals voraus. Das ist angesichts der Prognose für die anderen Gruppenteilnehmer nicht gerade rosig: Spanien 73% und Chile 49%. Honduras ist gar nicht aufgeführt. Die Schweiz ist dann auf der Liste der Wahrscheinlichkeiten der Halbfinale-Teilnehmer und – logischerweise – der Gewinner nicht mehr zu finden. Das schmerzt.

Guckt man bei bwin.com nach (oh nein, jetzt fängt dieser Schwachsinn wieder an …) so ist das Team von Ottmar Hitzfeld mit einer satten Quote von 201 aufgeführt (Stand 1. Mai). Das ist nicht ohne. Jeder Zocker würde Ihnen ergo von eine Wette auf Mutter Helvetia abraten. Ausser natürlich, Ihr patriotisches Gewissen zwingt Sie dazu, eine solch aussichtslose Wette abzuschliessen. Da geben Sie Ihr Geld allderdings lieber dem Wurstverkäufer auf der Rütliwiese, am Nationalfeiertag, und machen sich dann aus dem Staub. Wurst- und Wortlos.

Bedenklich stimmt mich eher, dass bwin.com mit den Quoten implizit teils Mannschaften eine grössere Chance einräumt, die wir insgeheim als ausgesprochene Äusseres-Ende-Aussenseiter eingestuft hätten, als „Eher-küsst-Gaddafi-Micheline-Calmy-Rey-die-Füsse-als-dieses-Team-wird-Weltmeister“-Aussenseiter: Australien 151, Ghana 67, Elfenbeinküste 31. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Ivorer kriegen die Quote 31. Eigentlich ein Grund, bwin.com zu boykottieren. Na ja, zu spät, irgendwie.

Aber mit einem Boykott-Aufruf gegen bwin.com würde ich mich ja ins eigene Fleisch schneiden: Würde die Welt – die ja diesen Blog liest, zumindest die alphabetisierte Welt – den Wettanbieter boykottieren, würde dieser früher oder später Konkurs gehen. Schaderweise. Und er könnte meinen Gewinn nicht mehr auszahlen, den ich ja aufgrund meiner richtigen Prognose zugute haben werde: Argentinien wird Weltmeister.

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Brasilien Weltmeister? – Nein. Nein!

29. April 2010

Gut. Das mit den Analysten kennen wir ja. Ist so eine Sache. Glücksache. Analysten sind so unantastbar, so flüchtig. Die Kachelmänner der Finanzwelt, die Propheten unserer Zeit.

Die Bank UBS hat denn auch eine Studie herausgegeben über den Ausgang der Fussball-WM 2010. Jene Menschen, die sonst Unternehmen bzw. Aktien analysieren, haben die Teams aufs Korn genommen und anhand verschiedener Faktoren die Wahrscheinlichkeiten errechnet. Mensch.

Schön. Jetzt kann man ja sagen „okay, das kann jeder, man braucht bloss das FIFA-Ranking anschauen“ oder „es ist eine Analyse, es ist von Analysten, ergo Schwachsinn“. Allerdings: An der WM vor vier Jahren haben genau diese Analysten den Sieger Italien vorausgesagt. Hmmm. Schon toll, hä.

Inspiriert von diesem Erfolg wurde für die Europameisterschaft vor zwei Jahren ebenfalls eine Studie erstellt. Und was glauben Sie, wie sehr diese sich bewahrheitet hat? – Ganz und gar nicht. Eben. Dessen sind sich eben diese Experten auch bewusst, wie explizit in der Studie erwähnt ist.

Zur Sache. Brasilien wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 22% den Pokal an den Zuckerhut entführen. Weitere Favoriten sind:

Deutschland 18%, Italien 13%, Niederlande 8%, Frosch … sorry! Frankreich 6%, Argentinien 5%, Spanien und England mit je 4%. Das Team der Schweiz ist – die Fachwelt ist perplex – nicht unter den Siegeskandidaten aufgeführt. So süss.

So. Ist die ganze Spannung nun weg? – Nein, keineswegs. Einerseits haben die Analysten – wie oben am Beispiel der EM 2008 erklärt – nicht immer recht. Und anderseits haben die Analysten den unfehlbaren Tipp im unfehlbaren Blog nicht berücksichtigt. Grosses Kopfschütteln. Hier und jetzt bleiben wir natürlich bei der Prophezeiung schlechthin:

Argentinien – und nur Argentinien – wird Weltmeister.

Komm auf den Punkt

5. Januar 2010

So so, es gibt ihn also nicht, den G-Punkt. Wie der Tagespresse zu entnehmen ist (siehe Link) war die ganze Plackerei der Männerwelt umsonst. Wirklich? Kritischen Lesern – die wir ja hoffentlich alle sind – dürften sich vermutlich folgende Fragen stellen:

  1. Warum wurden in der Studie nur Engländerinnen befragt? Die Frauen der Insel – das Klischee will es so – sind ja offenbar nicht unbedingt dafür bekannt, den Überschallflug der horizontalen Raketentechnik erfunden zu haben. Niemand will hier Klischees bedienen, doch ständiger Regen sowie übermässiger Alkoholkonsum (Schöntrinken?) dürften sicherlich keine Faktoren sein, die die Suche nach dem G-Punkt begünstigen.
  2. Lügt die Forschung? Forscher mögen nicht vorsätzliche Lügner sein, nein, doch sie beziehen sich nun mal auf wissenschaftliche Fakten. Will heissen: Was wir nicht beweisen können, gibt es nicht. Ist natürlich salopp ausgedrückt. Die Forschung bestreitet bekanntlich auch die Existenz der Seele, die es unbestreitbar gibt (nein, liebe Männer, wir werden hier nicht die Frage behandeln, ob die Existenz des G-Punktes oder der Seele wichtiger sei. – Wir wissen es bereits).
  3. Was ist mit den 56 Prozent der Frauen dieser Studie, die angeben, einen G-Punkt zu haben? Sind die alle bescheuert? Oder kann man diesen Frauen nicht glauben schenken, weil sie ihren G-Punkt nicht sehen (vergl. Punkt 2 betr. der wissenschaftlichen Beweisbarkeit). Am schlimmsten werden wohl jene Frauen vom Schicksal getroffen, die bis anhin einen G-Punkt hatten und den Glauben daran nach dem Lesen der Studie verloren haben. Item.

Gut, als Hoffnungsschimmer am vaginalen Horizont bleibt uns allemal, auf die nächste Studie zu warten, die das Gegenteil beweist. Auf jede Studie folgt bekanntlich eine Gegenstudie. Und bei dieser Gegenstudie werden hoffentlich nicht nur Engländerinnen befragt. Sondern auch Schottinnen. In diesem Sinne: Schlafen Sie gut!