Posts Tagged ‘Spanien’

Viva España!

21. März 2011

Treffen sich zwei Hausfrauen auf dem Heimweg vom Einkaufen:
Frau Weiss: Haben sie gesehen, die Tomaten sind im Sonderangebot!
Frau Schwarz: Ja, aber das ist doch Importware aus Spanien. Ich kaufe Schweizer Gemüse.
W: Uh, Schweizer Produkte sind mir zu teuer, wir haben sozusagen Multikulti im Kühlschrank (lacht).
S: Qualität hat ihren Preis, Frau Weiss, die Qualität ist mir das Geld wert.
W: Ich weiss nicht … Sind Äpfel aus dem Thurgau besser als Birnen aus Italien?
S: Das kann man doch nicht vergleichen. Mir ist eben wichtig, dass mein Essen in der Schweiz wächst, hier Arbeitsplätze gesichert werden. Unser Geld soll in Schweizer Lohntüten wandern.
W: Der Freund meiner Cousine geht jeweils Spargeln stechen…
S: … Genau! – Verstehen Sie, was ich meine? Wir müssen doch die Unserigen unterstützen!
W: Er ist Pole.
S: Ach ja? Da muss ich ihnen, Frau Weiss, schon sagen, dass ich das gar nicht gut finde. Nichts gegen den Freund ihrer Cousine, Frau Weiss, aber die billigen Gastarbeiter nehmen uns Schweizern die Arbeitsplätze …
W: … ich kenne auch den Bauern, also, seinen Chef: Er findet keine Schweizer.
S: Oh, entschuldigen sie, ich muss gehen. Koffer packen. Wir gehen morgen in die Ferien.
W: Das freut mich aber für sie. Wohin soll die Reise gehen?
S: Nach Spanien.

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Das war sie, die WM … na ja

19. Juli 2010

Selten war ein Zeitpunkt so gut gewählt, ein bisschen über die WM zu sinnieren, genauer genommen das ganze Geschehen etwas zu beleuchten, aus unfehlbarer Sicht: Erstens lässt sich das – die Natur will es so – erst nach dem letzten Spiel machen, zweitens haben sich die Iberer inzwischen etwas eingeholt, den massenweise genossenen Sangría ausgeschwitzt (oder in den Seat gek … sorry!) und sich wieder der Arbeit hingegeben (derer Definition bekanntlich national variieren kann). Item.

Damit ist das erste Highlight schon genannt: Spanien. Wie kann guter Fussball so langweilig sein? Was ist guter Fussball und vor allem: Warum hat der unfehlbare Blog Spanien nicht vorausgesagt? Schlimmer noch: Spanien ist hier explizit als absolut garantierter Nicht-Weltmeister verschrieen worden. Es tut mir leid. – Perdon cabrón!

Das ist selbstredend Wasser auf die Mühlen derjenigen Schweizer, die sich verzweifelt an der Vorstellung festkrallen, der Schweizer Fussball könne auch nur annähernd international mithalten. Ja, die Schweiz hat gegen Spanien gewonnen. Ja, Spanien ist Weltmeister. Nein, die Schweiz hat es nicht weiter als in die Gruppenphase geschafft. One Nation – One Goal. Eine Nation – ein Antitalent, ein kollektives. Aber Leute: Beim Hornussen, da hätten wir’s denen aber gezeigt!

Mit Froonkraisch und England sind zwei Möchtegern-Favoriten früh ausgeschieden, mit Italien auch, und mit der Schweiz eben nicht. Schade war’s. Das Team von Südafrika hat ebenfalls enttäuscht, obwohl der faire Fussballlaie hier zweifelsohne konstatieren darf, dass dem Gastgeber wohl der eine oder andere Anstandssieg ermöglicht hätte werden sollen, und das nicht nur gegen Les Bleus (ist ja keine Kunst, oder). Ja, das war ein schöner Satz. Als ob Sie eine Grillparty schmeissen würden und keiner der Gäste lässt sie mitessen. Nix mit Würstchen.

Und das Wichtigste: FIFA-Gott Sepp Blatter ist auch zufrieden. Entgegen aller Erwartungen ist in Südafrika während der Spiele keine einzige Atombombe detoniert, die Fans waren anständig weil tiefgefroren und – der Sepp hat das vorausgesagt – es fielen so viele Tore wie überhaupt noch nie, weil der Ball aufgrund des niedrigen Luftdrucks so grausam schnell war, sodass sogar Tore gar nicht anerkannt wurden, obwohl eigens dafür sogar Blindenhunde „Es ist ein Tor“ gerufen hätten, wären sie denn ins Stadion eingelassen worden.

Genau: Es war die WM der Schiedsrichter. Und der Optiker. Am Ende, spätestens beim Schlusspfiff sind es ja immer die Männer in Schwarz, die den Sieg gestohlen haben, die das Offensichtliche verhindert haben, die eben alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann. Aber Hand aufs Herz, hier können wir Entwarnung geben:  England wäre auch mit diesem nicht anerkannten Tor ausgeschieden, kläglich. Die Schweiz wäre auch ohne den – übrigens von Berahmi saudumm provozierten – Ausschluss nicht weitergekommen und Bernhard Turnheer wäre auch so pensioniert worden, leider. Oder zum Glück.

Alles in allem können wir uns nach getaner Arbeit zufrieden zurücklehnen und sagen: Was für eine Scheiss-WM. – Die Deutschen waren die besten und die Paellafresser haben den Pot gewonnen. Dumm gelaufen.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Lasst uns anstossen auf die WM 2014. Und auf die Schiedsrichter. Und ganz wichtig: Auf Sepp Blatter.

Ist der unfehlbare Blog unfehlbar? – Ja.

17. Juni 2010

Schon bemerkenswert, wie Rizzitelli bereits am 10. April 2010 die gestrige Fussball-Sensation „Spanien vs. Schweiz“ vorausgesagt hat, irgendwie: Link

Brasilien Weltmeister? – Nein. Nein!

29. April 2010

Gut. Das mit den Analysten kennen wir ja. Ist so eine Sache. Glücksache. Analysten sind so unantastbar, so flüchtig. Die Kachelmänner der Finanzwelt, die Propheten unserer Zeit.

Die Bank UBS hat denn auch eine Studie herausgegeben über den Ausgang der Fussball-WM 2010. Jene Menschen, die sonst Unternehmen bzw. Aktien analysieren, haben die Teams aufs Korn genommen und anhand verschiedener Faktoren die Wahrscheinlichkeiten errechnet. Mensch.

Schön. Jetzt kann man ja sagen „okay, das kann jeder, man braucht bloss das FIFA-Ranking anschauen“ oder „es ist eine Analyse, es ist von Analysten, ergo Schwachsinn“. Allerdings: An der WM vor vier Jahren haben genau diese Analysten den Sieger Italien vorausgesagt. Hmmm. Schon toll, hä.

Inspiriert von diesem Erfolg wurde für die Europameisterschaft vor zwei Jahren ebenfalls eine Studie erstellt. Und was glauben Sie, wie sehr diese sich bewahrheitet hat? – Ganz und gar nicht. Eben. Dessen sind sich eben diese Experten auch bewusst, wie explizit in der Studie erwähnt ist.

Zur Sache. Brasilien wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 22% den Pokal an den Zuckerhut entführen. Weitere Favoriten sind:

Deutschland 18%, Italien 13%, Niederlande 8%, Frosch … sorry! Frankreich 6%, Argentinien 5%, Spanien und England mit je 4%. Das Team der Schweiz ist – die Fachwelt ist perplex – nicht unter den Siegeskandidaten aufgeführt. So süss.

So. Ist die ganze Spannung nun weg? – Nein, keineswegs. Einerseits haben die Analysten – wie oben am Beispiel der EM 2008 erklärt – nicht immer recht. Und anderseits haben die Analysten den unfehlbaren Tipp im unfehlbaren Blog nicht berücksichtigt. Grosses Kopfschütteln. Hier und jetzt bleiben wir natürlich bei der Prophezeiung schlechthin:

Argentinien – und nur Argentinien – wird Weltmeister.

Weltmeister? – Sicher nicht Spanien.

10. April 2010

Wie wir inzwischen alle wissen wird Argentinien den WM-Pokal mit nach Hause nehmen. Die Gründe sind vielfältig, wobei ich den wichtigsten gerne hier nochmals aufführe: Ich habe es vorausgesagt. Gut.

Dem fortgeschrittenen Fussballexperten drängt sich unweigerlich folgende Frage auf: Warum nicht Spanien? Ja, mein Gott, warum denn nicht Spanien? – Eine berechtigte Frage, sicherlich. Und wenn sich einer zu hundert Prozent sicher ist, dass die grilliersüchtigen Südamerikaner das Rennen machen werden, dann ist er auch eine Erklärung schuldig, warum Torres and the boyz nicht gewinnen werden. – Ach, was sage ich: Sie werden nicht einmal ins Halbfinale einziehen. Die Gründe sind so vielfältig wie rational.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Niemand hat etwas gegen die Iberer. Ausser vielleicht, dass sie in der gleichen Gruppe spielen wie die Schweiz.  Gruppe H. Was hingegen – Sie lesen richtig – nicht eben das Pech der Schweizer ist. Spanien nämlich, das ist ein wichtiger Grund, wird gegen die Schweiz nicht gewinnen. Darüber kann man lachen oder weinen. Im Endeffekt ist dies einer der Punkte, warum Fussball so beliebt ist, denn im Fussball ist eben alles möglich. Und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Helvetier können zugegeben nicht halb so gut Fussball spielen wie die Spanier. Und jeder einzelne gegnerische Akteur ist dem schweizerischen Pendant überlegen. Die Wettquote für einen Sieg der Eidgenossen ist denn auch satte 11, um wieder mit dem Scheiss anzufangen (Quelle: bwin.com 11.4.). Warum also sollte das Match anders ausgehen?

Der Trainer der Schweiz heisst eben nicht irgendwie, er heisst Ottmar Hitzfeld. Das Zünglein auf der Waage. Diesem grossen Vorteil könnte der geübte Kritiker entgegensetzen, dass die Helvetier eventuell mit Marco Streller spielen, aber selbst dieses hypothetische Handycap würde – hier sind wir uns sicher – der allmächtige Ottmar rechtzeitig erkennen und einen anderen Spieler einsetzen. Der etwas weniger mit der Zunge kreist und dafür vielleicht ein Tor schiesst.

Ein weiterer Grund für einen Schweizer Erfolg – wobei ein Remis auch als Erfolg gewertet werden dürfte – ist eine uralte Fussballweisheit: Der Favorit wird das erste Spiel nicht (oder nur mit grosser Mühe) gewinnen. Wie viele Male hat der Titelverteidiger das Eröffnungsspiel verloren? Zum Beispiel die Froschfresser gegen Senegal (!) oder Argentinien gegen Kamerun. Gut, Spanien ist nicht eben der WM-Titelverteidiger, zugegeben.  Aber der amtierende Europameister wird als übermächtiger Favorit ins erste Spiel gegen die Schweiz antreten. Und nicht gewinnen. So ist das halt.

Das Indiz schlechthin für ein Scheitern von Spanien sind die neben der Schweiz noch anderen Teilnehmer der Gruppe H: Chile und Honduras. Da wirds historisch heikel, denn nicht wenige verstehen eine Partie zwischen einem lateinamerikanischen Land und Spanien als ein Kampf der Unterdrückten gegen die imperialistischen Eindringlinge aus früheren Zeiten. Solche Spiele beinhalten Potential für Emotionen und können so oder so ausgehen. Mit anderen Worten: Spanier sind gerade in Südamerika nicht unbedingt die beliebtesten Gäste und Chilenen oder Honduraner (oder heisst es Hondurasser?) wissen einen ganzen Kontinent in ihrem Rücken, der ihnen bei diesem Spiel die Daumen drückt.

Und nicht zuletzt der wichtigste Grund, warum Spanien nicht Weltmeister wird: Ich habe es vorausgesagt. – Carramba!

Wer warum Weltmeister wird

7. März 2010

Vor jeder Fussball-Europameisterschaft oder -Weltmeisterschaft setze ich hundert Franken ein bei einem Online-Wettbüro. Auf den Sieger. Bisher hatte ich immer auf Deutschland gewettet. Wobei man sich ja immer rechtfertigen muss, als Schweizer, wenn man Deutschland den Titel wünscht. „Was, Du setzt auf Deutschland? Mein Gott, bist Du etwa Deutschland-Fan?“

So weit, so gut. Würde ich dieses Jahr auf Deutschland setzen, so wäre die Quote 11. Will heissen: Für 1 Franken Einsatz kriege ich 11 Franken Gewinn im Falle eines Falles (Quelle: bwin.com). Am besten wird von den Buchmachern Spanien (Quote 5.25) und am schlechtesten Nordkorea (Quote 2000) eingeschätzt. Stand 7. März. Die Schweiz wird übrigens mit 151 aufgeführt. Na also, immerhin besser als Nordkorea. Ha ha.

Aber darum gehts hier nicht. Es geht darum, den Fussball-Weltmeister 2010 richtig zu prognostizieren. Und dafür ist dieser unfehlbare Blog wie geschaffen. Die Grossbank UBS hat ja durch ihr Analystenteam den letztmaligen Weltmeister Italien vorausgesagt, anhand von historischen Daten und Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Das ist schon imposant. Noch imposanter ist allerdings, dass Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ganz ohne Analystengeschwafel den diesmaligen WM-Sieger hier bereits erfahren können: Argentinien.

Sie können jetzt einen unbeschwerten Lachanfall kriegen und sagen „ha, ha, Argentinien, was soll das, warum in aller Welt Argentinien?“ was nicht wenige machen dürften. Es gibt zwei Gründe für diese Prognose. Wobei: Ist etwas eine Prognose, was man schon weiss? Ist eine Prognose nicht immer eine Aussage mit gewissen Vorbehalten?

Grund 1 ist die Mannschaft. Sie ist gut. Sie hat kürzlich gegen Deutschland ein Freundschaftsspiel mit 1zu0 gewonnen. Natürlich nur ein Freundschaftsspiel. Aber immerhin. Die Mannschaft hat sich im letzten Moment in der WM-Qualifikation durchgemogelt, hat mit Biegen und Brechen das Ticket für Südafrika doch noch gekriegt, was sicherlich ein Grund sein dürfte, dass der Staat Argentinien heute noch existiert, weil bei einer Nicht-Qualifikation die fussballfanatischen Bürger vermutlich einen kollektiven Massensuizid zelebriert hätten.

Grund Nummer 2 ist Maradona. Ja, Sie haben richtig gelesen. Derjenige Diego Armando Maradona, der beim Training eine Havanna-Zigarre raucht, der nach eben dieser 5-vor-12-WM-Qualifikation den Journalisten gesagt hat „Ihr könnt mir alle einen blasen“ und dem ein Drogenproblem nachgesagt wird. Genau dieser Maradona. Der so viele Kritiker hat wie Aldi BMW-Fahrer. Ja, inzwischen wird Maradona von manchen Zeitungen als der schlechteste Trainer überhaupt betitelt. Und an dieser Stelle ein Zitat, das die Zeitung „Sonntag“ heute abgedruckt hat:

In einem Hospital hielt sich einer für Einstein und ein anderer für Newton, und als Maradona sagte, er sei Maradona, da wurde gelacht

Gerade deswegen werden es die Gauchos packen: Maradona entspricht nicht der Norm. Maradona lebt von Emotionen. Maradona ist Fussball. Und zwar geht es nicht um die Leistungen seiner aktiven Spielerzeit, sondern um die Bindung, den Kult Fussball, den Kult Maradona. Maradona ist Fussball ist Argentinien.

Vielleicht ist er ein Irrer, vielleicht nimmt er Drogen, vielleicht ist er ein schlechter Trainer. Doch: Wo steht denn bitte schön geschrieben, dass ein Drogen konsumierender Trainer ein Team nicht zum Titel führen kann? Wer sagt denn, dass ein Grössenwahnsinniger ein schlechter Coach sein muss? Und überhaupt: Ist der Chef der Mannschaft für das eigentliche Spiel so wichtig? Oder ist es auf diesem Niveau am Ende die Kunst des Motivierens, die ein Match entscheidet?

Gut, dies mag eine von vielen Voraussagen sein, die in letzter Zeit in der Presse, im TV, in Blogs herumschwirren. Es wird auch nicht die letzte sein. Vielen anderen hat diese Voraussage jedoch eines voraus: Sie stimmt.

(Übrigens: Argentinien hat auf Bwin.com Quote 11. Genau wie Deutschland)