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Weiss auf Grün

12. März 2017

So grün war der Wintersport noch nie. Mit gutem Gewissen können Herr und Frau Schweizer in die heimischen Berge fahren (Ausländer können es sich nicht mehr leisten) und die verschiedenen Grüntöne geniessen, die von dezent platzierten weissen Pisten durchschnitten werden. Es ist so unrealistisch schön, dass noch keine Postkarte den Weg in die Regale gefunden hat mit einem Sujet dieser Landschaft. Kitschig schön.

Auf Postkarten sind die Hügel immer weiss. Weiss der Teufel warum. Als ob die Touristen aus Mallorca Feriengrüsse versenden würden mit einem Foto, auf dem nur zwei Gäste am Badestrand zu sehen sind. Wer das glaubt, der denkt auch, dass Käpt’n Iglo persönlich auf einem Kutter dafür sorgt, dass die Fischstäbchen in unsere Kühltruhe wandern. Oder, dass «ein M besser» besser ist. Item.

Wenn für die Ausübung des Wintersports kein (natürlicher) Schnee vorhanden sein muss, dann können die Schweizer Tourismusgebiete ihr Geschäftsmodell auch auf den Sommer ausweiten. Das würde vermutlich etwas mehr Energie für die Schneeproduktion benötigen, doch da wir es mit dem Atomausstieg nicht mehr so eilig haben wie auch schon … was soll’s? Araber und Chinesen bauen ganze Hallen mit Kunstschnee an Orten, die Frau Holle nicht einmal im Traum bereisen würde.

Warum nicht im nächsten Sommer Skifahren gehen? Wir könnten ja mit dem Tesla hinfahren und der Energieverschleiss der Schneekanonen würde wettgemacht durch den entfallenden CO2-Ausstoss des Flugzeuges, das uns an irgendeinen dummen Badestrand irgendwo weit weg geflogen hätte. Irgendwo hin, wo nicht einmal Schnee liegt. Sie, lieber Leserin, lieber Leser, werden gerade Zeuge einer Revolution des Schweizer Tourismus (oder: Tourismusses?). Die Idee ist schlicht bahnbrechend.

Na gut, wir wollen ja nicht schwarz malen – zumal wir uns mehr weiss wünschen – denn es gibt durchaus Schweizer Skigebiete mit genügend Schnee. Und vielleicht wollen die Leute im Sommer gar nicht Skifahren, sondern am Stand liegen und Eis essen. Diese Idioten.

Frau Holle ist Österreicherin!

6. Februar 2013

Endlich haben wir den Beweis: Die Gravitation ist rassistisch. – Ja, sobald ein Schweizer Skiheld dieses dämliche Starthäuschen verlässt, schwindet die Erdanziehungskraft und der Athlet könnte ebenso gut mit dem Sessellift talwärts fahren, in der Mittelstation ein Kafi Schnaps trinken und wäre immer noch ein paar Sekunden früher im Ziel.

Das einzig Grosse ist im Moment die Ratlosigkeit. Liegt es am Material? Der Skiverband soll in einem Akt der Verzweiflung sogar mit der ehemaligen Miss Schweiz Bianca Sissing Kontakt aufgenommen haben. Ihre erste Aussage nach der Wahl war bekanntlich «Ich bin in Kanada aufgewachst». Ja, in Krisenzeiten darf man nichts unversucht lassen. Der letzte Strohhalm.

Die Österreicher haben es schon besser. – Nein, nicht weil dort Österreicherinnen Miss Österreich werden, sondern weil die Menschen dort einfach Skifahren können. Die werden so geboren. Kein Wunder, die Österreicher haben ja auch die Alpen vor der Haustüre!

So müssen sie halt weiter trainieren, die helvetischen Skihelden. Übung macht den Meister. – Ach was, im Grunde ist es ja egal. Ist ja nur ein Rennen. Sport halt. Und wir gehen dieses Jahr sowieso nach Österreich in die Skiferien. Es ist einfach billiger und der Service ist besser. Und: Die fahren auch besser Ski dort.