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Who the f**k is Jenny?

20. Oktober 2011

Wussten Sie, dass am 25. Oktober Jennifer Ann Gerber 30 Jahre alt wird? Gut, das war jetzt eine rhetorische Frage, zugegeben. Eine Art Fangfrage dazu. Natürlich wussten Sie es nicht. Viele mögen sich auch fragen, wer zum Henker Jennifer Ann Gerber sei. Was natürlich eine Schande ist, nicht zu wissen, wer Jennifer Ann Gerber ist, weshalb wir uns jetzt bitte alle erheben wollen für eine Schweigeminute, um uns fachgerecht zu schämen. Gut, weiter geht’s.

Also, Jennifer Ann Gerber war im Jahr 2001 Miss Schweiz, also sozusagen das Filetstück auf der Fleischtheke für Voyeure. Ein Augenschmaus. Jenny stammt aus dem Aargau und erhielt von der Miss Schweiz Organisation das übliche Missen-Auto für die Siegerin zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2001 waren in der Schweiz übrigens 543 Verkehrstote zu beklagen.

Wie bei Missen üblich hat Frau Gerber noch ein bisschen Radio gemacht, ein bisschen Fernsehen und ein bisschen gut ausgesehen. – Das tut sie immer noch. Also alles schöne Sachen. Wir ziehen den Hut.

Nun wirst du also dreissig, Jenny, und wir gratulieren dir ganz herzlich und wünschen viel Glück. Und … Wer bist du noch mal? Äh, – wir dürfen doch Jenny sagen, oder?

Rauchen Sie? Rauchen Sie!

14. März 2010

Morgens höre ich jeweils Radio Argovia. Das ist schon mal ein mutiges Statement. Eine Selbstoffenbarung ohne Gleichen, denn Radio Argovia ist doch eher sehr provinziell und bringt immer und immer die gleiche Musikschlaufe. Zur gleichen Zeit, meistens. Also. Ist provinziell schlecht?

Da sind jeweils zwei Leute auf Sendung, ein Mann und eine Frau, ok, eine Frau und ein Mann. Und die sind richtig gut, verbreiten verzweifelt gute Laune, am frühen Morgen. Der Hörer will ja gut aufstehen, gut drauf sein beim Frühstück, den Kopf wach kriegen. Kopfhörer.

Kürzlich haben die beiden dann mit einem Dritten gesprochen, haben den so befragt, ausgefragt. Einem Dritten, Mann klingt das scheisse. Der Mann ist offenbar ein Mitarbeiter von Radio Argovia und das Gesprächsthema war extrem interessant, denn er war genau an diesem Tag dabei, mit dem Rauchen aufzuhören, sich das Rauchen abzugewöhnen. Sehr, sehr interessant, dieses Thema. Vor allem für Raucher.

Er, der Mann, der Dritte, hat dann erklärt, wie er das Projekt „Aufhören“ angegangen sei. Er habe den Konsum seiner letzten Zigarette regelrecht zelebriert. Er fange jetzt sozusagen ein neues Leben an. Er habe sein Vorhaben einfach so vielen Menschen wie möglich erzählt, um sich selbst Druck aufzubauen. Damit er sein Gesicht verliere, irgendwie, wenn er wieder damit anfange. Wobei das ja ein wahrlich schönes Wortspiel ist, weil Rauchen angeblich auch Krebs verursachen kann und das Opfer dann ja in manchen Fällen auch das Gesicht – oder zumindest Teile davon – verlieren kann. Das ist vielleicht lustig, was?

Als ich das hörte, habe ich gelacht. Natürlich nur still vor mich hin, in mich hinein. Also, eigentlich war es ein kleiner Lachanfall in mich hinein. Und dann habe ich gedacht, du Depp, sagst das jetzt in die weite Welt hinaus, allen, die es hören wollen, dass Du mit dem Rauchen aufhörst. Im Radio. Machst ein riesiges Tamtam daraus, das Gesprächsthema Nummer 1, den Lebensinhalt Nummer 1. Guten Tag, mein Name ist Meier und ich höre mit dem Rauchen auf. Wie blöd muss man sein. Habe ich gedacht.

Natürlich haben die dann auch über die Gründe gesprochen. Krebs. Teure Zigaretten. Husten. Stinkende Finger. Ja, man kann daran sterben, am Rauchen, und das kann schon mal recht unangenehm sein. Also, das Sterben an sich, der Vorgang, beim Tod selbst weiss ich das nicht so genau. Und wenn einer jung stirbt – achten Sie sich einmal darauf – dann fragt man häufig: „Hat der denn geraucht?“ Und wenn der dann geraucht hatte, dann ist das dann völlig etwas anderes, als wenn er tagtäglich ein Glas frisch gepressten Orangensaft getrunken hätte und viel, viel Sport getrunken und keinen, keinen Alkohol getrieben hätte. Oder so. Das ist dann irgendwie, implizit, nicht so sehr schlimm, wenn ein Raucher gestorben ist. Selber schuld. Und wenn ein Raucher von der Strassenbahn überfahren wird, dann ist das ja auch komplett etwas anderes.

Was die aber nicht gesagt haben im Radio: Rauchen ist schön. Und genau das ist der Punkt, den viele Aufhör-Willige komplett ausblenden. Rauchen hat tausend Nachteile, will ich gar nicht schönreden. Aber Rauchen ist einfach schön, ein gutes Gefühl. Geil. Das haben die nicht gesagt. Und ich habe dann gedacht, lieber Mann, wenn Du aufhören willst, dann, lieber Mann, dann höre doch einfach auf. Lass es doch einfach bleiben. Und such Dir eine Ersatzbefriedigung. Zum Beispiel Kaugummi. Oder Sport. Oder Drogen. Aber lass die lieben Radiohörer in Ruhe mit dem scheiss.

Und dann habe ich nicht mehr gelacht. Nicht einmal mehr in mich hinein.