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Adieu Helvetia

26. Juni 2010

Super. Eben noch grosse Klappe von wegen Spanien fliegt raus und die Schweiz ist sowieso guter als alle. Und schon kommt der grosse Katzenjammer: Ja, es ist wahr geworden, die Eidgenossen stehen mit abgesägten Hosen am Check-in-Schalter. In drei Spielen nur ein erbärmliches Tor geschossen. Schade.

Unsere Hoffnungen waren gross. – Zu gross: Bei der Meldung, dass Stürmer Marco Streller aufgrund Ausübung seiner Kernkompetenz Verletzungstechnik nicht auf den Schwarzen Kontinent reisen darf, atmeten rot-weisse Fanlungen auf. Alles andere als der Pokal wäre eine Frechheit, dachten wir. Und dann war dieser grandiose, legendäre Match, von dem Schweizer Kickerherzen noch Jahrtausende träumen werden, der Sieg gegen Goliath Spanien. Alles Fondue.

Aber es macht wenig Sinn, hier das ganze Trauerspiel nochmals zu rekapitulieren. Honduras und Chile waren nicht sonderlich gut, ehrlich. Wir waren einfach schlecht. Grottenschlecht. Es war sozusagen eine Beleidigung für den Rasen. Als letzter Trost bleibt die Schadenfreude darüber, dass Les Bleus und die Kicker vom Stiefel (nein, es ist kein Halbschuh!) auch schon abgereist sind. Ciao Pasta, weg mit Schneck. Ein schwacher Trost.

Unseres Ottmars Schuld ist es nicht, unseres Hitzfelds. Nein. Am Trainer lag es sicher nicht. Als ob ein Starkoch mit einer Dose Champignons einen Fünfgänger zaubern wollte. Was uns bleibt ist eine heftige Magenverstimmung, ein gepflegtes Reiern an der Eckfahne.

Hakan Yakin – der sonst nicht eben bekannt dafür ist, besonders geistreiche Statements abzugeben – hat es nach dem Spiel gegen die Honduranier treffend zusammengefasst:

Uns hat nicht das Glück gefehlt. Es war Unvermögen.

Ja, das war es, lieber Hakan. Danke. Die Bäume wachsen nicht zum Himmel, weder in den Bündner Bergen noch in Afrika. Und Radio Zürisee hat noch einen draufgesetzt und zynisch vermeldet, dass die Schweizer Nationalmannschaft als bisher einziges Team die Message aus der Eröffnungsrede von FIFA-Präsident Sepp Blatter richtig umgesetzt hat:

One Nation – One Goal

In diesem Sinne sagen wir Auf Wiedersehen.

Oder nein, lieber nicht.

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