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Wir sind Eins

8. Januar 2018

Wissen Sie, bei uns wäre so etwas undenkbar. Die Abspaltung einer Region von der Schweiz? – Nein, absolut unmöglich! Bei uns herrschen Demokratie, politischer Diskurs und Glück. Und Friede (ausser in diesen «Arena»-Sendungen des Schweizer Fernsehens. Darum: Ja zur «No-Billag»-Initiative!)

Gut, ein paar Berner Gemeinden wollten sich einmal abspalten und den Kanton Jura gründen. Allerdings gab es diesen Kanton bereits, so liessen sie es halt bleiben. Aber ein Kanton, der einen neuen, vollkommen autonomen Staat werden wollte, ist bislang nicht bekannt. – Es sei denn, diese Bestrebungen seien von einem politischen Komplott (das ist eine Art Mus) vereitelt und von der Lügenpresse verschwiegen worden.

Die Eidgenossenschaft basiert schliesslich auf Solidarität. Wenn zum Beispiel die Basler in Bundesbern den Wunsch äussern würden, rein hypothetisch, sich zu separieren und einen eigenen Staat zu bilden, dann würden mindestens – sagen wir: Neunzig Prozent der Schweizer Bürger zusammenrücken und ganz solidarisch sagen: «Ja, tut das». Die restlichen zehn Prozent würden vermutlich erstaunt fragen: «Gehört Basel nicht zu Frankreich?»

Gut, ein dummes Beispiel, zugegeben. Nehmen wir den Tessin, der ja kürzlich einen Tunnel geschenkt bekommen hat: Wäre der Tessin der Schweiz abtrünnig, dann müsste die Deutschschweiz auf einen Schlag dutzende von Grottos (oder «Grotti»?) aus dem Boden stampfen, damit man auch zukünftig beim Pausenkaffe im Büro prahlen kann «wir haben Ferien in der Schweiz gemacht, so gut, wir waren in einem Grotto, das war imfall wie in Italien».

Auch blöd. Das alles ist total unvorstellbar. Absurd. Denn die Schweizer, die Kantone halten zusammen, bilden einen Staatenbund, propagieren stolz: «Gemeinsam sind wir mehr als die Summe aller Einzelteile», selbst wenn Mathematiker dies nicht wahrhaben wollen. Wir sind eins. So war es bereits ein paar hundert Jahre lang. Gemeinsam sind wir stark. Jedenfalls so lange, bis der Finanzausgleich zwischen den Kantonen diskutiert wird.

D-Day Switzerland

23. September 2012

Ist eine Nation reich an Rohstoffen, so kann eigentlich nicht viel schief gehen. Im Falle eines Krieges wird sie besetzt (Jargon: befreit) und die unfehlbare, wohlbringende Demokratie wird eingeführt.

Hat hingegen ein Land das Pech, keine wichtigen Rohstoffe zu besitzen, so können sich die Einwohner die Köpfe einschlagen so lange sie wollen. Befreit wird da gar nichts, höchstens die Gelder des Regimes. Selber schuld. Mit gezielten Hilfslieferungen in Form von Waffen kann der Region bestenfalls geholfen werden, früher oder später erfolgreich die Demokratie einzuführen.

Das beste Beispiel ist da wohl die Schweiz. Getarnt mit einer geschickt inszenierten Scheindemokratie herrscht seit Jahren ein Bürgerkrieg der Deutschschweizer gegen die Romands. Der Hass sitzt so tief, dass sich die Romands sogar eine andere Muttersprache zugelegt haben, um sich abzugrenzen. Doch wird die Schweiz etwa erobert? Wird sie mit wahrer Demokratie beschenkt? – Pustekuchen! Gut, vielleicht schreckt die beste Armee der Welt ja potentielle Aggressoren ab. Die hat ja jetzt neue Militärvelos.

Zählt man allerdings Wasser zu den wichtigen Rohstoffen, so sieht das Beispiel Helvetia natürlich vollkommen anders aus. Wasser ist genug da, in Unmengen. – So viel, dass sogar die hiesigen Politiker Wasser predigen. Und die Bundesverwaltung in Bern, unser grösster Stolz, ist ein riesiger Wasserkopf. Wasser, so weit das Auge reicht. Bei Luzern musste man sogar einen See erstellen, in die harten Felsen der Alpen, um das viele Wasser zu verstauen.

Je nach Definition ist die Schweiz also sehr reich an Rohstoffen. Bleibt zu hoffen, dass die selbst ernannten Weltpolizisten des Universums dies endlich begreifen und uns befreien. Es ist höchste Zeit. Ansonsten spaltet der Röstigraben am Ende den ganzen Kontinent, die ganze Welt und … Moment mal: Bei tiefen Spalten besteht doch häufig die Chance auf Rohstoff-Funde, oder?