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Es ist Kunst

10. Februar 2018

Ein Schneemann muss aus Schnee gemacht sein. Basta. Was im ersten Moment selbstverständlich klingt, ist es bei näherer Betrachtung leider nicht: Wie oft werden unseren gepeinigten Augen künstliche Schneemänner vorgesetzt, zum Beispiel in Schaufenstern oder Einkaufszentren. Oder in Schaufenstern in Einkaufszentren. Sie sind aus Styropor oder anderen hässlichen Materialien gefertigt und sehen viel zu gleichmässig, viel zu schön aus, um echt zu wirken. Eine Schande.

Seit Jahren beglücken uns künstliche Weihnachtsbäume aus dem fernen China (Achtung: böse!), die nur halb so schön aussehen wie die eh schon halb so schön aussehenden (weil gefällt und damit tot) echten Tannen, die teilweise aus dem ebenfalls fernen Finnland hierhin gekarrt werden (ja, Herr Lehrer, wir haben mitgezählt, das macht insgesamt einen Viertel schön). Die famose Nordmann- ist der lieblosen Hong-Kong-Tanne gewichen. Die ist natürlich künstlich.

Also, der perfekte Schneemann muss aus Schnee gemacht sein, der irgendwann schmilzt. Das ist der Punkt. Es ist die Vergänglichkeit, die ihn perfekt macht. Wie bei einer blühenden Rose. Mit Silikonbrüsten ist es ähnlich. Oder, liebe Herren, schenken Sie Ihrer Liebsten etwa Blumen aus Kunststoff? Das fühlt sich irgendwie falsch an. Und ist unromantisch.

Um langsam zum Schluss zu kommen: Entweder ein Schneemann aus Schnee oder gar keiner. Das ist Ehrensache. Über Schneemänner, die aus Kunstschnee gefertigt wurden, lässt sich streiten, zugegeben. Und das mit den Brüsten … – na ja, darüber vielleicht ein anderes Mal. Ich wünsche Ihnen einen schönen Winter. Mit viel Schnee.

Ran an den Spaten

17. Mai 2014

Wenn also ein Gärtner oder ein Landschaftsgärtner seinen Beruf zum Hobby macht, dann … – na ja, das ist natürlich zu kurz gegriffen. Schliesslich gibt es Hobbygärtner, die genauso gut oder sogar besser sind als Berufsgärtner. Es gibt ja auch Autofahrer, die genauso schnell durchs Dorf fahren können wie Formel-Eins-Piloten über den Nürburgring. Ehrlich. Das ist so ähnlich wie beim Fussball: Laienfussballer vor dem Fernseher machen immer mehr Tore als die überbezahlten Profis auf dem Feld. Zudem sind sie viel seltener verletzt. Item.

Die Gilde der Gärtner ist so oder so etwas behaftet. Lektion Nummer eins in der Forensiker-Ausbildung: Der Gärtner ist immer der Mörder. Oder der Liebhaber der Hauseigentümerin. Jedenfalls hat er Dreck am Stecken. Gegen das Klischee des potentiellen Liebhabers kämpfen übrigens auch Yoga-, Ski- und Tennislehrer, selbst wenn das sprichwörtliche «in die Büsche gehen» vermutlich eher von den Gärtnern geprägt worden ist. Das fragen wir gelegentlich beim Hauseigentümerinnenverband nach.

Zurück zum Hobbygärtner, der anderen Menschen viel voraus hat: Er wühlt nach Arbeitsschluss im Dreck, während andere schmutzige Wäsche waschen. Er sät Osterglocken und nicht Hass, er schüttet das Kind nicht mit dem Bade aus (was an dieser Stelle total zusammenhangslos ist, zugegeben) und ruft nicht in den Wald (höchstens in den Geräteschuppen). Und: Wer gut zu Pflanzen ist, ist sicher auch gut zu Tieren. – Was nicht wenige Frauen zum Rückschluss verleitet: Ist sicher auch gut zu Kindern und daher der perfekte Partner um eine Familie zu gründen. Oder eine Baumschule.

Sie sehen, Hobbygärtner sind die besseren Menschen. Sie machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie machen sozusagen den blauen Planeten grün. Darum ein Appell: Hobbygärtner braucht das Land! Ran an die Spaten, pflügt die Nachbarschaft um!