Posts Tagged ‘Michelle Hunziker’

Allergibt’s doch nicht!

2. Juli 2015

Neulich wurde im rätoromanischen Fernsehen ein Dokumentarfilm ausgestrahlt über Allergien in Algerien und deren Auswirkungen auf Mensch und Tier. Sehr interessant, wirklich, und ein bisschen lehrreich auch. Der zweite Teil handelte sodann von Pollen in Polen und von gutem Gluten. Gut, Sie haben mich erwischt, der erste Teil war gelogen. Wir sollten ernster werden.

Erwiesen ist: Menschen aus Regionen mit weniger guten hygienischen Verhältnissen sind tendenziell weniger allergisch als Menschen aus Regionen mit besseren hygienischen Verhältnissen. Sollte das stimmen, was sehr wahrscheinlich scheint, weil es ja erwiesen ist, dann könnte man Allergien als Wohlstandskrankheit bezeichnen. Ich kenne übrigens keinen einzigen Fribourger mit einer Allergie. Gut, vielleicht sollte man der Gerechtigkeit halber hinzufügen, dass ich auch keinen Fribourger ohne Allergie kenne.

Jedenfalls sind einige allergische Reaktionen so stark, dass es für die betroffene Person lebensgefährlich wird. Wenn Sie zum Beispiel auf Sellerie allergisch reagieren, dann kann das schon … also, im Grunde sind Sie dann … – na gut, auf jeden Fall ist es schlimm. Manche Dinge dieser Welt scheinen von Mutter Natur eigens dafür erschaffen worden zu sein, um bei gewissen Menschen ganz üble Reaktionen hervorzurufen: Erdbeeren, Laktose, Staubmilben, Michelle Hunziker oder eben: Sellerie, die Geissel der Menschheit.

Betroffene müssen sich enorm einschränken. Viele Gewürzmischungen enthalten Sellerie, ganz im Gegensatz zu Erdbeeren, was auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist und Kellner in Restaurants rund um den Erdball zu genervten Gesten veranlasst, weil sie nicht genau Bescheid wissen, was sie servieren. Der Koch ist ja nicht zufällig Koch geworden und der Kellner Kellner. Es gibt Gründe. Eine Laktose-Intoleranz führt übrigens nicht selten zu einer nicht ungefährlichen Laktose-Neurose.

Menschen mit Katzenhaar-Allergie müssen sich mit teils grosser Mühe angewöhnen, ruhig und verständnisvoll in die Weltgeschichte zu schauen, wenn ihnen gescheite Mitmenschen an Festen im Allgemeinen und Apéros im Besonderen wortreich erklären, dass Katzenhaar-Allergiker de facto nicht auf Katzenhaare allergisch sind sondern auf Proteine an den Hautschuppen, die mit den Katzenhaaren in der Gegend herumgewirbelt werden. Aha. Gewalt ist keine Lösung.

Dies scheint mir der optimale Zeitpunkt zu sein, diesen Text zu beenden. Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag für Leserinnen und Leser, die allergisch auf blödes Geschwätz reagieren: Der zweite Teil war auch gelogen, siehe oben.

Siebzig Jahr, graues Haar

13. April 2012

Frank Elstner hatte schon als Baby graue Haare. Spätestens seit der Leitung der Sendung «Wetten dass..?» vor gefühlten hundert Jahren kennt der anspruchsvolle Fernsehkonsument Frank Elstner als redegewandten und sympathischen Moderator.

Mit der Erfindung des Farbfernsehens fielen die grauen Haare stärker ins Gewicht und Thomas Gottschalk übernahm (nach ein, zwei Wechseln) die Sendung. Was dann passierte, wissen wir alle: Zum Schluss wurde Intelligenzbestie Michelle Hunziker als Verstärkung engagiert. Fürs Auge. Als ob man die Mauern einer Hochbaute erdbebensicher machen könnte, indem man sie mit schöner Tapete beklebt. Aber hier geht’s ja um Dich, Frank. Herzliche Gratulation zum siebzigsten Geburtstag am 19. April. Kompliment: Du siehst immer noch aus wie frisch geboren!

Voll verwettet

6. Oktober 2009

Aufmerksame TV-Konsumenten mögen sich zurecht fragen, warum der Planet Erde erst jetzt, am Dienstag, die lang ersehnte Kritik der Sendung „Wetten dass…?“ zu Gesicht bekommt. Ja ja. Der Grund ist so einfach wie simpel: Erst jetzt ist Rizzitelli aus seiner komatösen Starre aufgewacht. Diese war vermutlich – was wissen schon die Ärzte – durch die unmotivierte Einnahme eben dieser Sendung hervorgerufen worden. Tatsächlich reagiert jeder Organismus anders auf die Konfrontation mit Thomas Gottschalk. Meiner kollabiert. Egal. Ich bin ja nun zurück. Und die Welt dankt es. Die Sendung „Wetten dass…“ wurde ja, wie wir inzwischen alle wissen, sozusagen gepimpt. Zum ersten Mal war am Samstag das bewegliche Deko-Element Michelle Hunziker mit dabei. Was soll man dazu sagen. Es war schlicht S-U-P-E-R! Leider hat sie auch gesprochen. Aber wer will schon kritisch sein. Michelle degradierte alle anderen zu Statisten (klingt irgendwie voll auf „per Du“, wenn man einfach so „Michelle“ sagt. So soll es sein). Das meiste der Sendung habe ich vergessen, zumal nicht ganz klar ist, zu welchem Zeitpunkt der eingangs erwähnte Tiefschlaf eingetreten ist. Bei einer Wette hat ein Mann mit Speichel eine Anzahl Briefmarken in ein Tellerchen transportiert. Kein Witz, mit Speichelfäden. Hatte ich vor langer, langer Zeit auch mal probiert. Allerdings mit Erbrechen. Und ohne Briefmarken. Egal. Bully Herbig war zu Gast und hat sich einfach souverän gemetzget. Oliver Pocher war auch da und der hat sich so was von blamiert sag ich ihnen. Oje oje oje. Sprüche unter dem allertiefsten Tiefpunkt. Nichtmal das Publikum vor Ort – das nicht eben für raketenhaftes Niveau verschrieen ist – hat gelacht. Der Pocher hat sich sogar erdreistet, sich über seine schwangere Freundin mit oberpeinlichen Witzen lustig zu machen. Da müssen wir neidlos sagen: Gut so! Wer sich von so einem schwängern lässt, der hat nichts besseres verdient. Beinahe hätte es Pocher zum absoluten Tiefpunkt des Fernsehabends geschafft. Wären da nicht die Jungs von Tokyo Hotel gewesen. Die haben den neuesten Song zum Besten gegeben. Haben also das gemacht, was sie können. Und das ist schlimm. Insgesamt wird die Sendung zweifelsohne überleben. Mit Michelle Hunziker hat das Format zumindest alle männlichen Zuschauer auf seiner Seite. Und dieser andere, der … – Wie hiess der nochmal? Na ja, egal, wir geben Note 6.