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Neulich bei McDonald’s

31. August 2014

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Na ja, man kann’s auch übertreiben mit der Werbung für wasserlose Pissoirs …

Bye bye Littering!

18. Juni 2012

Früher war alles besser. Vor ein paar Jahren noch haben wir das Kaugummi-Papierchen einfach auf den Boden geschmissen, ganz simpel. Heute ist das Littering. Und wir wissen nicht so genau, ob das nun gut ist oder schlecht, so ein Litterer zu sein. Klingt irgendwie blöd und macht nur noch halb soviel Spass.

Dennoch gilt es als total untrendy, den Abfall einfach so in den dafür vorgesehenen Abfalleimer zu werfen. Kann ja jeder. Leere Verpackungen, Pappbecher, Chipstüten sollen locker flockig den Weg auf die Strasse finden. Es ist ein Zeichen der Rebellion. Bei McDonald’s reissen wir auch unseren ganzen Mut zusammen und verlassen nach dem Essen das Lokal, ohne das Tablett in den Wagen zu stellen. – Ein tolles Gefühl!

Doch auch Littering will gelernt sein: Auf keinen Fall die leere Zigarettenpackung demonstrativ in hohem Bogen auf den Gehsteig schmeissen. Geht gar nicht! Damit outen Sie sich als Anfänger. Besser ist, die Packung einfach fallen zu lassen, nachdem der letzte Glimmstängel genommen ist, ganz légère, als wäre es das Normalste der Welt (was es ja nicht ist, sonst wäre es ja nicht so unglaublich cool). Probieren Sie es aus, ganz einfach aus dem Handgelenk. Machen Sie mit. Es lohnt sich (das Wegwerfen von PET-Flaschen nennt der Jargon übrigens Petting, doch darüber ein anderes Mal).

Also: Es lebe das Littering! Lasst die Eimer leer! Überwinden wir die Sauberkeit! – Wobei, ganz ehrlich, vielleicht ist es doch etwas zu normal geworden, das Littering. Inzwischen macht das jeder. Die Strassen sind zugemüllt und versifft. Mainstream. Vielleicht wird es doch wieder cool, den Abfall in den Eimer zu werfen. So wie ganz früher. Ganz früher war eben doch alles besser.

Fresse Ronald!

28. Mai 2010

Neulich bei McDonald’s. Tut gut. Gucke unschön kauend auf den Kassenbeleg und lese

McDonald’s wünscht Ihnen einen exzellenten Appetit

Schön. Die Sache mit dem exzellent lassen wir mal sein. Das ist ok. Aber: Wer ist denn bitte schön McDonald’s? Na na na. Ist es die Firma, die Unternehmung? Kann mir eine Unternehmung etwas wünschen? – Das Organigramm, das Fabrikgebäude, das Kapital, die Marketingabteilung? Oder der Kassenbeleg selbst (was ja eine coole Überlegung ist: Wünschende Belege. Könnte man auf Toilettenpapier ausweiten). Vielleicht die Aktionäre von McDonald’s. Oder alle Mitarbeiter. Pauschal. Kollektiv kollegial. Am Ende vielleicht Ronald McDonald. Will ich das?

Klar, hier ist wieder einmal ein Miesmacher am Werk. Stimmt. Zumindest ist es eine gepflegte, kultivierte Miesmacherei. Mit Stil. Und natürlich völlig ungerechtfertigt.

Aus Protest bin ich dann beim Rausgehen bei der Verkäuferin vorbeigegangen, habe kurz aber prägnant gerülpst und gesagt

Mein Magen wünscht Ihnen einen schönen Tag. Auf Wiedersehen.

Ja ja, hab ich natürlich nicht gemacht.

Auf Wiedersehen.

Pissoir Rating #9 – McDonald’s Restaurant, Zeitglockenlaube Bern

21. April 2010

Bern ist schön. Unbestritten. Und gerade bei Touristenmagneten wie dem Zeitglockenturm werfen Kenneraugen natürlich einen besonders kritischen Blick auf die sanitären Anlagen. Ausländische Herren sollen ja zu Hause von prägenden Erlebnissen erzählen können. Da drängt sich ein Rating bei einer urschweizerischen Institution geradezu auf.

Hand in Hand mit der Frage, warum neben nahezu allen historischen Monumenten oder Sehenswürdigkeiten dieser Welt (als ob ich das wüsste!) entweder eine Starbucks- oder eben eine McDonald’s-Filiale steht. Auf diese Frage kann und will ich nicht eingehen, weil dies unweigerlich in politische Sphären führen würde, was niemand, niemand von uns will, glauben Sie mir.

Na gut, McDonald’s-Filialen hatten wir schon Mal im Rating. Und so grosse Unterschiede kann es ja nicht geben, oder? Die Fastfood-Kette ist ein sicherer Wert in Sachen Sauberkeit. Was mir bis anhin nicht aufgefallen ist in anderen Filialen: Das Wickelbrett ist – wie in den Couchette-Nachtzügen das Bett – zur Wand hinaufgeklappt und lädt zum Verweilen ein. Im Unterschied zu vielen anderen Orten ist bei McDonald’s der Wickelraum nicht im Damen-WC untergebracht. Von wegen Diskriminierung Kinderscheisse-Putzender Männer. Danke, Alice Schwarzer! (ach, nein, Du bist ja gegen Kinder, sorry).

Ebenfalls positiv schlägt sich das ungemein gute Gefühl des wasserlosen urinierens nieder. Genauer gesagt, das Verrichten des kleinen Geschäfts in sogenannte Urimate, die Chemie sei Dank ohne Wasser funktionieren, was McDonald’s (vergl. auch Pissoir Rating Autobahnraststätte Kölliken) jedem Säulenstellenden auch kundtut. Tue Gutes und sprich darüber: „Ohne Wasser Wasser lassen“ oder „McDonald’s ist seit 2002 trocken“ lauten die Slogans.

Der Riese spart 22 Millionen Liter Wasser pro Tag. Oder Jahr, meinetwegen. Und das, meine Herren, ist schon ein ungemein tolles gefühl. So beim Pinkeln. Sie müssen sich das einmal vorstellen. Ja, stellen Sie sich einmal – sagen wir – stellen Sie sich einmal 22 Millionen Literflaschen Cola vor, die auf einem Parkplatz stehen. So viel ist das. Oder, nein, sagen wir Fantaflaschen (okay, den nehm ich zurück, der ist etwas eklig. Wobei es ja eigentlich um das Spülwasser geht). Na also. Geil, oder?

Nach zweimaligem Lesen des Slogans „McDonald’s ist seit 2002 trocken“ gerate ich allerdings ins Grübeln. Nicht, dass während des Pinkelns für zivilisierte Leute besonderer Anlass gegeben wäre, nachzudenken, nein. Es ist auch nicht so, dass ich speziell viel Wasser gelassen hätte. Es war einzig und allein der Spruch. Wird hier ein Kontext zwischen Pinkeln und Alkoholismus geschaffen? Oder zwischen Fastfoodkonsum und Alkoholikern? Fragen über Fragen.

Wir vergeben folglich Note 4.5. Positiv ist schlägt sich zweifelsohne die Hygiene nieder. Negativ hat sich sicherlich der Umstand ausgewirkt, dass der Zeitglockentum vom stillen Örtchen her nicht gesehen werden kann. Lächerlich? – Keineswegs. Wo sonst als beim entspannten Wasser lassen könnte denn sonst der Blick auf das Berner Wahrzeichen besser genossen werden? Denn, wissen Sie: Bern ist schön. Unbestritten. Egal ob Cola oder Fanta.