Posts Tagged ‘Madonna’

Sherlock Holmes – gut, aber …

28. Februar 2010

Bin kein Fan von Sherlock Holmes. Offenbar gibt es bereits diverse Verfilmungen, wovon ich bisher genau gar keine gesehen habe (was mich natürlich – wer hätte das gedacht? – nicht im geringsten an dieser Kritik hindert). Nicht so den neuesten Streich von Guy Ritchie, dem Ex-Mann von Madonna. Wobei es für einen mittlerweile etablierten Regisseur sicherlich erquickenderes geben dürfte als ständig im gleichen Atmzug an die Ex-Frau erinnert zu werden.  Offenbar, habe ich mir sagen lassen, ist diese Verfilmung überhaupt nicht Sherlock-typisch und die Kritiker sind sich ja ganz und gar nicht einig. Umso wichtiger die vorliegende, unfehlbare Kritik.

Die Szenerie ist so liebevoll düster gestaltet und erinnert stark an „Das Parfum“, wo die engen, dunklen Gassen ebenso detailliert und glaubwürdig abgebildet sind. Einfach schön. Der Holmes-Darsteller  Robert Downey Jr. (wer zum Himmel ist Robert Downey Jr?) ist wohl der Retter des Streifens und wird vorzüglich ergänzt durch Busenfreund Watson, der von Jude Law ebenfalls sehr gut gespielt wird. Jude Law übrigens für einmal mit Pornobalken und daher erstmal recht gewöhnungsbedürftig. Die Spielweise von Downey Jr. kommt der von Johnny Depp in „Pirates Of The Carribean“ gleich, weil so angenehm schräg, mit viel Witz, ein bisschen hölä-hölä und trotzdem sehr scharfsinnig. Dieser irre Blick, exzellent.

Der Film glänzt mit gutem, subtilem Humor. Was offenbar nicht jedermanns Sache ist, weil mein Kollege und ich nicht selten die einzigen im Kinosaal waren, die lachen mussten (das mag sicherlich mit unserer exorbitanten Intelligenz zu tun haben. Anders kann es nicht sein).

Die Story ist ganz in Ordnung, also, gemessen an den Ansprüchen, die wir an Hollywood stellen, ist die Story der absolute Highflyer. Und trotz der Filmlänge von über zwei Stunden kommt nie Langeweile auf. Was mir persönlich gut gefällt, ist, dass einer der richtig bösen Bösewichte ein Schneckenfresser ist, inklusive super-komischem Akzent, so schön klischiert. Am Schluss wird natürlich alles aufgelöst und … – nein, nein, das verrate ich natürlich nicht, denn: Sie sollten sich „Sherlock Holmes“ anschauen gehen. Am Schluss wird natürlich auch ganz elegant im US-Style Freiraum für einen zweiten Teil gelassen. Was mich persönlich als Holmes-Fan etwas ärgerlich stimmen würde. Was solls, Sie sollten sich selber überzeugen gehen. Es lohnt sich.

Ich vergebe Note 4.5 ohne Wenn und Aber. Aber wie gesagt: Wenn Sie kein Fan von Sherlock Holmes sind …

Pissoir Rating #5 – Mc Donald’s Raststätte Kölliken

27. Dezember 2009

Mc Donald’s an der Autobahnraststätte in Kölliken? – Ja, das gibt’s. Wie passionierte Bleifüsse und Verfechter der ausgewogenen Ernährung längst wissen dürften, beglückt Mc Donald’s seit neuester Zeit unsere hungrigen Mägen mit den wohl bekannten Leckereien, direkt an der A1, Fahrtrichtung Zürich. Alles ist so schön neu. Und wenn ich in einem neuen Restaurant auf die Toilette gehe, so kommt mir unweigerlich Popdiva Madonna in den Sinn: Madonna nämlich soll auf Tour jeweils darauf bestehen, in Hotels ihren Allerwertesten ausschliesslich auf eigens für sie neu montierten Toiletten – oder zumindest Klobrillen – zu setzen. Eine Entweihung sozusagen. Like a Virgin. Wobei bei diesem nicht unbedingt schöne Gefühle hervorrufenden Gedanken an Madonnas WC-Besuche auch sofort die Frage auftaucht, ob nach so vielen Botox-Behandlungen wohl noch eine Poritze auszumachen ist. – Gut, zurück nach Kölliken. Noch nie im Leben hatte ich ein so gutes Gefühl beim Pinkeln. Ehrlich. Die Anlagen sind sauber und angenehm. Und wenn Mann während des Wasserlassens die Inschrift auf der Schüssel liesst, dann ist nicht mehr weit zur Seligkeit: „Dieses Klo funktioniert ohne Wasser. Mc Donalds spart damit in der Schweiz 21 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr.“ Das ist doch fantastisch! 21 Millionen Liter! Und nicht einfach Wasser, sondern Trinkwasser! Habe mir vorgenommen, wenn immer möglich (und wenn’s nicht sonderlich pressiert) nach Kölliken zu fahren und dort mit dieser Wasserersparnis meinen persönlichen Beitrag zu leisten. Bitte tun Sie es mir gleich, meine Herren, dies ist ein Aufruf. Jeder Tropfen zählt! Natürlich können Männer auch an einen Baum urinieren, doch auf Bäumen – zumindest im hiesigen Wald – steht eben nichts von Wasserersparnis drauf. Das ist der Unterschied. Pinkeln wird zum Erlebnis. Pausenlos wird von Erlebnisgastronomie geschwafelt, doch wer denkt bitte schön an das Stille Örtchen? Die Benotung: Die Toiletten sind mit riesigen Symbolen für „Buben“ und „Mädchen“ gekenntzeichnet, die die gesamte Eingangstüre ausfüllen. Dies hinderte eine junge Frau nicht daran, fast mit mir zusammenzustossen, als ich die Toilette verliess. In Ihren grossen Augen stand geschrieben: „Mc Donald’s nimmt das ernst mit der Gleichberechtigung. Hier stehen Pissoirs auf dem Damenklo.“ Doch darf man bei einem Klotest Notenabzüge erteilen, weil die Gäste blöd sind? – Nein. Notenabzug gibt sicher das ersatzlose Fehlen von Musik. Sauberkeit gut. Negativ ins Gewicht fällt wiederum der Händefolterfön der Firma Dyson, die wohl besser bei der Produktion von Staubsaugern geblieben wäre und so viel psychisches Unheil wie z.B. Handabhackneurosen verhindert hätte. Wobei die Staubsauger ja irgendwie auch aussehen wie Geräte der modernen Kriegsführung. Fazit: Note 5.5 mit Rückenwind. Gewissensbonus fürs Trinkwassersparen.