Posts Tagged ‘Leben’

Fischöl, Baby, Fischöl!

25. Juli 2010

Wissen Sie, es gibt doch diese Ausstellung, die mit den Toten. Ja, die Körperwelten eben, bei der lebendige … – na ja, also tote Menschen ganz geschickt präpariert worden sind. Das würde ja sonst faulen, das Ganze. Man geht also tote Menschen angucken.

Sowas kann man nun gut oder schlecht finden. Jedenfalls wird dort auch einiges erklärt, zum Beispiel die Sache mit den Freien Radikalen. Klingt nach einer politischen Bewegung, ok. Freie Radikale sind so Schadstoffe, also, wissen Sie, so genau weiss ich das jetzt auch nicht, aber diese Schadstoffe sind irgenwie im Körper, insbesondere wenn man raucht, zu wenig schläft oder Alkohol trinkt. Fakt ist: Die Freien Radikalen lassen den Körper altern.

Das ist blöd. Wer will schon altern. Aber wie für alles in der Welt gibt es auch hier eine Hilfe. Die Pharmaindustrie lässt uns nicht im Stich: Fischöl. Genauer gesagt Omega3-Fettsäuren binden die Freien Radikalen und hemmen somit das Altern.

Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit diesem Placebo-Gesäusel. Die Fischöl-Kapseln helfen wirklich, sind so etwas von angesagt und in verschiedenen Formen erhältlich, z.B. in der Migros, sind nicht teuer und überhaupt: Wer will schon sparen, wenn es ums Aussehen geht?

Früher wurde den Kindern ja dieser Lebertran gegeben, warum auch immer. Muss scheusslich geschmeckt haben, nebenbei. Das war vor Körperwelten. Also neu ist das Ganze ja demnach nicht. Aber es ist wiederentdeckt worden, ist jetzt eine Frage des Lifestyles. Sie nehmen ja auch Vitamin C gegen die Grippe. Warum also nicht Omega3 gegen das Altern?

Also: Ab in die Migros! Ist ein Jungbrunnen, sozusagen, und gar nicht teuer. Es gibt doch diesen Spruch, der sich schon schön anwenden lässt, wenn man irgendeinen Furz rechtfertigen will:

Wenn’s nichts nützt, so schadet’s wenigstens nichts

Ich habe das auch probiert. Hat nichts genützt.

Tag, schöner, schöner Tag

25. Februar 2010

Schreib es auf! Schreib es auf, nur einmal in deinem Leben, nur ein einziges Mal. Beschreibe einen Tag deines Lebens, von frühmorgens bis tief in die Nacht. Und zwar detailliert, zum Beispiel deine Eindrücke beim Mittagessen, welche Gerüche du wahrgenommen hast, welche Gedanken dich beim Lesen der Speisekarte durchflutet haben, wie sich das Besteck in deinen Händen angefühlt hat. Du hast doch Gedanken, Empfindungen, oder? Trage den ganzen Tag lang Papier und Bleistift mit dir, wohin du auch gehen magst. Schule deine Sinne, halte Augen und Ohren offen, damit dir nichts entgeht. Einmal, nur einmal in deinem Leben. Du schuldest dir diesen Gefallen.

In den Ferien machen wir Fotos, ja, schleppen sogar eine Videoausrüstung mit und zeichnen alles auf. – Scheinbar alles, denn die kleinen Dinge, die das Leben so lebenswert machen, fehlen auf den Bildern. Klein ist wichtig, klein ist fein. Nimm dir die Zeit und schreibe es auf. Es lohnt sich. Bestimmt.

Vielleicht mache ich es auch einmal.

Der perfekte Strand

24. Februar 2010

Es gibt keinen perfekten Strand. Denn falls es ein Kriterium für den perfekten Strand ist, für alle Urlauber perfekt zu sein, sehen wir uns einer Illusion gegenüber. Jeder hat schliesslich andere Bedürfnisse. So will der eine weissen Sand mit ruhigem Seegang und der andere goldenen, grobkörnigen Sand und hohe Wellen. Offensichtlich gehört dieser Umstand zu unserem Los, ein Individuum zu sein. So ist das Leben.

Es gibt keine perfekte Welt. Denn falls es ein Kriterium für die perfekte Welt ist, für alle Menschen perfekt zu sein, sehen wir uns einer Illusion gegenüber. Die Gründe bleiben sich gleich, wenn auch nicht mit Sand und Wellen, sondern mit tausend Dingen anderer Natur. Und Kriege wird es immer geben, vielleicht auch deshalb, weil nicht alle Menschen die gleiche Vorstellung davon haben, wie die perfekte Welt sein sollte. Würden sich Vertreter aller Menschengruppen versammeln, um die perfekte Welt zu definieren, in der alle glücklich sind, ginge die grosse Schlacht der Kompromisse los. Am Schluss wären wir gleich weit wie am Anfang. Die Welt wäre exakt so, wie sie jetzt ist. Ergo ist Schluss gleich Anfang.

So ist das Leben. – Und die Welt.