Posts Tagged ‘Kritik’

Stöckel und Strapse: Eine Buchkritik

26. Dezember 2010

Der neue Stern am Literatenhimmel ist kein geringerer als René Kuhn. Sie wissen schon, das ist der mit der Vogelscheuche. – Also, mit der Aussage, dass viele Schweizer Frauen Vogelscheuchen seien. Was ja überraschenderweise zu Protesten geführt hat (auch von Frauen).

Recht hat er. Und seine Gemahlin Oxana ist wirklich sehr, sehr gutaussehend. Ich weiss das, weil sie auf einem Foto auf der Kuhn-Homepage abgebildet ist. Offenbar war in der Küche die Kette gerissen. Gebildet und Intelligent soll sie auch sein, Gerüchten zu Folge. Trotz der Partnerwahl.

Der vermeintliche Beststeller «Zurück zur Frau – Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen» bricht Tabus am Laufmeter. Dies ist einer der Gründe, hier und jetzt ebenfalls ein Tabu zu brechen: Die ist eine Buchkritik von einem, der das Buch nie gelesen hat.

Das Werk beginnt schwach und lässt gegen Ende dafür umso stärker nach. Der Autor versteht es ausgezeichnet, sich imaginär Hunderte von Jahren in die Vergangenheit zu teleportieren. Alleine dafür verleihen wir hier fünf Sterne. – Oder, warten Sie: Anstelle von Sternen verleihen wir High Heels.

Eher negativ ins Gewicht fällt die Tatsache, dass uns der Titel zu Unrecht als Erstlingswerk verkauft wird. Ausgereichnet in der Promotionsphase – ein PR-Gag? – wurden bei Ausgrabungen im Juragebirge Schieferplatten mit Auszügen von Kuhns Buch gefunden.

Weitere fünf High Heels vergeben wir der Tatsache, dass der Autor mit seinem Werk die Öffentlichkeit zu Diskussionen anregt. Zwar nicht zu Diskussionen über das Bild der Frau in der Gesellschaft, jedoch über die Wiedereinführung von offiziellen Bücherverbrennungen.

Sie sehen: Insgesamt sehr kaufenswert. Und sei es nur deshalb, weil es sich so schön unter das Rad legen lässt, wenn Sie Ihr Auto auf einer abschüssigen Strasse parkieren. Zum Schluss noch eine Bitte: Sollten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dieses Werk Ihr Eigen nennen, so schicken Sie mir es bitte zu, nachdem sie es nicht gelesen haben.

Donner & Doria

22. Dezember 2010

Sie kennen das Gefühl: Vom Hunger geplagt reissen wir voller Erwartung die Kühlschranktüre auf. – Und finden eine gähnende Leere vor. Ungefähr so ist der Effekt der Sendung «Glanz & Gloria», dem inoffiziellen Flaggschiff des Schweizer Fernsehens (gibt es noch andere Sendungen?).

Niemand will hier Kühlschränke beleidigen. Und es geht auch nicht einzig um diese bahnbrechende Sendung, sondern um deren Moderatorin Annina Frey. Die hat nämlich am 29. Dezember Geburtstag. Und hätten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, Sie mögen die Bemerkung verzeihen, diese wichtige Information nicht hier gelesen, so wären Sie vermutlich ein nur halb so glücklicher Mensch.

Annina wird 30 Jahre alt, ein Alter also, womit viele Leute ihre Probleme haben: Man wird alt, kauft teure Gesichtscrèmes und guckt «Wetten dass …?» im Fernsehen, weil doch der Thomas Gottschalk so ein toller ist. Oder eben «Glanz & Gloria». Hier prallt geballte Promikompetenz auf wachsame TV-Konsumenten wie Raser mit Migrationshintergrund auf unbescholtene Schweizer Bürger.

Annina jedoch lächelt weiterhin ihr baseldeutsches Lächeln in die Kamera und stillt unseren Wissensdurst. Promi hin – Promi her. Dafür danken wir. Und wir gratulieren herzlich zum Geburtstag! Dangge scheen!

Sherlock Holmes – gut, aber …

28. Februar 2010

Bin kein Fan von Sherlock Holmes. Offenbar gibt es bereits diverse Verfilmungen, wovon ich bisher genau gar keine gesehen habe (was mich natürlich – wer hätte das gedacht? – nicht im geringsten an dieser Kritik hindert). Nicht so den neuesten Streich von Guy Ritchie, dem Ex-Mann von Madonna. Wobei es für einen mittlerweile etablierten Regisseur sicherlich erquickenderes geben dürfte als ständig im gleichen Atmzug an die Ex-Frau erinnert zu werden.  Offenbar, habe ich mir sagen lassen, ist diese Verfilmung überhaupt nicht Sherlock-typisch und die Kritiker sind sich ja ganz und gar nicht einig. Umso wichtiger die vorliegende, unfehlbare Kritik.

Die Szenerie ist so liebevoll düster gestaltet und erinnert stark an „Das Parfum“, wo die engen, dunklen Gassen ebenso detailliert und glaubwürdig abgebildet sind. Einfach schön. Der Holmes-Darsteller  Robert Downey Jr. (wer zum Himmel ist Robert Downey Jr?) ist wohl der Retter des Streifens und wird vorzüglich ergänzt durch Busenfreund Watson, der von Jude Law ebenfalls sehr gut gespielt wird. Jude Law übrigens für einmal mit Pornobalken und daher erstmal recht gewöhnungsbedürftig. Die Spielweise von Downey Jr. kommt der von Johnny Depp in „Pirates Of The Carribean“ gleich, weil so angenehm schräg, mit viel Witz, ein bisschen hölä-hölä und trotzdem sehr scharfsinnig. Dieser irre Blick, exzellent.

Der Film glänzt mit gutem, subtilem Humor. Was offenbar nicht jedermanns Sache ist, weil mein Kollege und ich nicht selten die einzigen im Kinosaal waren, die lachen mussten (das mag sicherlich mit unserer exorbitanten Intelligenz zu tun haben. Anders kann es nicht sein).

Die Story ist ganz in Ordnung, also, gemessen an den Ansprüchen, die wir an Hollywood stellen, ist die Story der absolute Highflyer. Und trotz der Filmlänge von über zwei Stunden kommt nie Langeweile auf. Was mir persönlich gut gefällt, ist, dass einer der richtig bösen Bösewichte ein Schneckenfresser ist, inklusive super-komischem Akzent, so schön klischiert. Am Schluss wird natürlich alles aufgelöst und … – nein, nein, das verrate ich natürlich nicht, denn: Sie sollten sich „Sherlock Holmes“ anschauen gehen. Am Schluss wird natürlich auch ganz elegant im US-Style Freiraum für einen zweiten Teil gelassen. Was mich persönlich als Holmes-Fan etwas ärgerlich stimmen würde. Was solls, Sie sollten sich selber überzeugen gehen. Es lohnt sich.

Ich vergebe Note 4.5 ohne Wenn und Aber. Aber wie gesagt: Wenn Sie kein Fan von Sherlock Holmes sind …

Heute: Der Kommentar

10. Januar 2010

Wie in meinem allerersten Artikel beiläufig erwähnt, hat der unfehlbare Blog den Anspruch, die Welt zu retten. Was bisher recht gut gelungen ist, wie wir alle beim Blick aus dem Fenster feststellen werden. Wie der Name des Blog sowie die Ausführungen in eben diesem angesprochenen ersten Artikel andeuten, handelt es sich bei den einzelnen Veröffentlichungen nicht um Meinungen sondern um die Wahrheit. – Was ein sehr gelungener Übergang zum eigentlichen Thema sein dürfte: Der Kommentar. Kommentare sind sehr willkommen und werden von mir niemals unterdrückt. Es ist durchaus legitim und erwünscht, negativ-kritische Kommentare zu verfassen. Was zwar unlogisch ist, denn wer will schon implizit die Rettung der Welt behindern indem er die Mittel dazu torpediert? Wer will die Wahrheit kommentieren? Sie dürfen mir gerne auch Fragen stellen. Die ich – das ist ebenfalls ein Versprechen – garantiert nie beantworten werde. Rizzitelli kommentiert niemals einen Kommentar. Ehrensache. Manch einer mag jetzt einwenden, na ja, dass es ganz schon arrogant sei, die Kommentare nicht zu kommentieren oder auf Fragen nicht zu antworten. Stimmt, Sie haben Recht. Also, kommentieren Sie gut.