Posts Tagged ‘Krieg’

Denken Sie gross!

2. Januar 2015

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: In hundert Jahren wird die Schweiz nicht grösser sein als heute. Dafür sind die Eidgenossen viel zu wenig imperialistisch. Zu engstirnig. Eine Vielzahl an Politiker predigt ständig von Öffnung und davon, dass man über den Tellerrand hinaus denken soll. Sobald es darum geht, dass die Schweiz ein anderes Land erobert, kneifen sie. Da können wir uns eine Scheibe von den Amerikanern abschneiden. 

In hundert Jahren kann viel passieren, innen- und aussenpolitisch. Die Innenpolitiker werden sich immer heftiger zerstreiten mit den Aussenpolitikern, weil der Platz im Land immer knapper wird und die Aussenpolitiker keinen Plan haben, welches andere Land man erobern könnte. Es soll ja nicht irgendein Land sein, sondern eines mit viel Platz, viel Sonne und allen Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung der Kehrichtsack-Gebühren. Zum Beispiel Indonesien. 

Dafür müsste Helvetien natürlich die Neutralität ausser Kraft setzen, temporär. So wie im zweiten Weltkrieg. Damit tun sich die Aussenpolitiker immer noch schwer, denn die Begriffe «Neutralität» und «Souveränität» müssen an der Politikerprüfung zirka tausend Mal skandiert werden, bei minus zehn Grad auf dem Sustenpass, mit fünfhundert Gramm Raclette im Mund. Das steckt in den Köpfen. 

Aus militärischer Sicht würde sich ein möglichst nahe gelegenes Land anbieten, weil die Stärken der Schweizer Luftwaffe auch in hundert Jahren noch vornehmlich am Boden zu finden sind. Die Grünen würden sich für Österreich aussprechen, weil der Treibstoffverbrauch für die Eroberung minimal gehalten werden kann und «die immer so nett sind». Deutschland würde insofern Sinn machen, weil die meisten Deutschen in der Schweiz arbeiten. 

Es kann natürlich auch umgekehrt herauskommen. Wenn wir Pech haben, dann wird die Schweiz innerhalb der nächsten hundert Jahren von den USA erobert. Wenn wir Glück haben, von China. Aber vielleicht, vielleicht wird sie weder grösser noch kleiner, sondern bleibt in den nächsten hundert Jahren einfach gleich wie heute.

Kriegen wir Krieg?

7. August 2014

Seit Vietnam wissen wir, dass Krieg Sinn macht. Nachdem die Franzosen nicht reüssiert und danach die Amerikaner versagt hatten, wendete sich das Blatt zum Guten und Vietnam wurde zu einer beliebten Destination für Touristen, die das eigenhändig gegrabene Höhlensystem der Vietkong besuchen gehen. Kriege hinterlassen nicht selten sehr wertvolle Touristenattraktionen (man denke nur an Berlin. Oder an Murten).

 

Inzwischen sind alle Länder des Planeten Erde demokratisch, mit Ausnahme von China, Kuba, Nordkorea und der Schweiz. Ist ein Land sehr, sehr undemokratisch und beherbergt obendrein wertvolle Bodenschätze wie Öl, Eisenerz, Kohle oder allenfalls Trüffel, dann wird es mit diplomatischen Bemühungen dazu angehalten, sein System demokratisch zu gestalten. Auch das macht Sinn.

 

Eine oben genannte Nation, die sich weigert, demokratisch zu werden, wird durch verstärkte Freiwilligkeit befreit. Der Euphemismus dafür nennt sich «Militärische Operation», was de facto heisst, dass man mit hochtechnisierten Waffen Leute tötet. – Wobei das wohlgemerkt nur Menschen sind, die sich geweigert haben, in einem demokratischen Land zu leben.

 

Manchmal werden auch Nationen befreit, die bereits demokratisch sind, was wiederum Sinn macht, im grossen Ganzen, weil die Ausnahme die Regel bestätigt. Was wir gar noch nicht erwähnt haben ist der Aspekt, dass dank Kriegen auch immer wieder Platz für Neues geschaffen wird: Kaputte Städte werden wieder aufgebaut und sind danach vielleicht besser als zuvor (kaputte Öl-Pipelines auch).

 

Wer diese Vorteile nicht einsieht, der sollte einmal nach Vietnam gehen: Die Menschen dort lächeln immer. Und Arbeitsplätze sind auch vorhanden, sogar für Kinder. Na ja, so richtig demokratisch ist Vietnam zwar nicht, aber das kann ja noch werden. Dann stünde dem totalen Glück nichts mehr im Wege.

Es ist ein Kreuz

1. Oktober 2010

Das Symbol für das Türkische Rote Kreuz ist ein roter Halbmond. Der Grund liegt nicht darin, dass deren Mitarbeiter hauptsächlich nachts arbeiten würden, nein, es liegt ganz einfach daran, dass der rote Halbmond so schön der gelben Sichel der sowjetischen Flagge ähnelt. Hätte man den roten Halbmond jedoch gelb gemacht, dann wäre das der Hammer gewesen, aus politischer Sicht.

Das Symbol des Roten Kreuzes westlicher Länder ist ein rotes Kreuz, worüber sich ungezogene Heckenschützen in Krisengebieten ständig lustig machen, weil sich ein rotes Kreuz in einem Fadenkreuz wunderschön anvisieren lässt. Es sei Ehrensache, nicht auf Fahrzeuge des Roten Kreuzes zu schiessen, sagen viele Menschen, die es wissen müssen, zum Beispiel Mitarbeiter des Roten Halbmondes, in Friedenszeiten. Auch auf Panzer nicht.

Gerüchten zu Folge wollte das Türkische Rote Kreuz ursprünglich keinen roten Halbmond, sondern einen roten Vollmond auf weissem Grund als Symbol wählen. Japan wehrte sich dagegen. Was bleibt ist ein Widerspruch, weil das Pendant zum Halbmond ein ganzes Kreuz ist.

So, genug für heute. Das nächste Mal behandeln wir die Frage, warum das weisse Schweizer Kreuz kein roter Halbmond ist. Auf Wiedersehen!