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Planet 51 – Ausserirdisch schlecht

28. Dezember 2009

Eines vorneweg: In dieser Kritik wird das Ende des Films nicht verraten. Ich weiss den Schluss gar nicht mehr, die Story ist so unglaublich belanglos. Sie können – sofern Sie vorhaben, den Fehler zu begehen und dieses cineastische Desaster anzuschauen – also entspannt weiterlesen. Der Trailer, da war die Welt noch in Ordnung, war so vielversprechend: Ein NASA-Astronaut landet auf einem fernen Planeten und wird dort als Alien verfolgt. Lustig, gerade weil auf dieser anderen Welt die grünen Männchen genauso leben wie die Amerikaner in den 60igern. Das wars auch schon. Nada mas. Und die Sache mit diesen Pixar-Disney-Animationsgrütze verliert irgendwie langsam aber sicher ihren Reiz, ja, nervt sogar. Monsters AG war ja noch die Super-Neuigkeit, und Ice Age total lustig halt. Aber irgendwie reicht’s langsam. Bohnensuppe bleibt Bohnensuppe. Wir zelebrieren am Ende des Streifens das bittere Gefühl, die besten Gags bereits im Werbefilm mitbekommen zu haben. Schade. Planet 51 ist der beste Beweis dafür, dass sich mit grossem Aufwand aus einer guten Idee ein sehr schlechter Film machen lässt. – Na gut, Hand aufs Herz, einmal habe ich kurz geschmunzelt. Als ich mir aus versehen Bier auf die Hose geschüttet habe.

2012 – Die Welt geht unter. Der Kinobesucher auch.

17. November 2009

Neulich einen Fehler gemacht. Ins Kino gegangen, 2012 gucken. Im Gegensatz zu den wohlbekannten Weltuntergangs-Filmen wie z.B. „The Day after Tomorrow“ ist 2012 nicht schlecht. Sondern sehr schlecht. Abgrundtief. Aber eins nach dem anderen: in 3 Jahren wird also die Erde untergehen, so wie das ein paar Urvölker prophezeiht haben. Dank einer grossen Sonneneruption erwärmt sich das Erdinnere so ungeschickt, dass es zu Plattenverschiebungen kommt. Und tatsächlich werden während des Films Platten verschoben, dass jeder Star-DJ vor Neid erblassen würde. Durch die Geschichte führt natürlich ein rechtschaffener, amerikanischer Familienvater und stellt emotional die Weichen für ein paar dramatische Szenen Marke „Kinder in Gefahr“ und diesem Plunder. Grosses Plus: Die Special Effects sind absolut spitzenmässig gemacht. Wenn sich tiefe Risse durch die Oberfläche ziehen oder ganze Städte untergehen, das sieht schon super aus (hätte man auch mit Basel machen können, ohne Tricks). Leider bleiben die ausserordentlich guten Spezialeffekte das einzige Plus dieses Blockbusters. Angenehm anders als bei anderen Weltkaputtfilmen erscheint, dass unser Planet diesmal von den Chinesen gerettet wird und nicht von den USA. In China werden nämlich riesige – übrigens ebenfalls fantastisch animierte – Archen gebaut, die ein paar Tausend Menschen und Tiere retten werden (also, das Know how für die Schiffe stammte selbstverständlich schon von dem Amerikanern. So gute Qualitäten haben die Chinesen nicht). Gegen Ende des Films wird denn auch der ganze Planet überflutet – ausser der Sonderfall Schweiz natürlich. Wer Klischees mag, kommt ohnehin voll auf seine Kosten: Ein russischer Oligarch mit seinen zwei feisten Kindern hat sich für 1 Mrd. Euro ein Ticket für die Arche gekauft, wobei er seine blutjunge, blonde Freundin zurücklassen wird (es stellt sich – oh Schreck! – heraus, dass er diese Freundin genötigt hatte, sich eine Brustvergrösserung machen zu lassen – auf seine Kosten). Das von Hollywood vielfach eingesetzte, klassische Quotenpüppchen allerdings wird dem anspruchsvollen Männerauge vorenthalten. Mit einem weiteren Rekordversuch kann 2012 dafür auftrumpfen: Dialoge sind mit einer bewundernswerten Konsequenz unterirdisch banal geführt. Das wird die gehörlosen Kinofreunde freuen. Oje, meine Ohren vernehmen schon die urban-intellektuellen Cinéasten, die sich gerne sagen hören „Du musst den Film eben in Originalsprache Englisch ansehen. Das ist besser wegen der Dialoge und der Jokes“. Klar, mein Fehler. Wegen der Tschoucks. Über weite Strecken glänzt 2012 hervorragend mit unfreiwilligem Humor. Zur Benotung: Wir geben eine satte 6. Für das Pop Corn. Der Film kriegt eine 2 mit Rückenwind. Es gibt bestimmt schlimmeres, als sich das anzusehen. Aber nicht in diesem Leben.