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Spitalgeschichten #2

18. Februar 2010

Na ja, nur nicht sentimental werden. Im Spital ist man so ein bisschen, wie soll ich sagen, im Ausnahmezustand. Also, im Kantonsspital Aarau, in der Tagesklinik, da hat jeder Patient ein eigenes, kleines TV-Gerät. Zur Ablenkung.

Kurz vor der OP – man hatte mir schon ein Dormicum gegeben – lag ich also im Bett und schaute MTV. Dormicum ist eine gute Erfindung: Man döst so herrlich entspannt weg, ist aber noch halbwegs bei Bewusstsein, auf dem Grat zwischen Hier und Dort, denn die Vollnarkose kommt erst später (cleverer Bursche, dieser Dormicum-Erfinder, Gratulation! War sicher keine Schlaftablette). Ich hatte zwar die Kontaktlinsen nicht mehr auf, sah also alles verschwommen, doch MTV, das kann man irgendwie immer gucken. MTV, das ist so husch-und-weg-Fernsehen, so fantastisch seicht und irgendwie geboren, um zu unterhalten. Anspruchslos. Gut, und da kam also dieses Video. Ist nicht mehr ganz neu, ich weiss. Aber es ist einfach super schön. Berührte mich. Ich war wie in Trance. Ist ja auch irgendwie schön, wenn man sich ob solch kleiner Dinge freuen kann.

Gut, wir wollen ja nicht in Euphorie verfallen. Hallo Planet Erde. Solche Dinge sind ja immer sehr subjektiv. Und kurz vor Ende solch schöner Videos sollte man den TV abschalten. – Denn nach dem Video kommt das nächste. Wie im Leben. Und irgendwie möchte man ja noch die Bilder und die Melodie des so schönen Videos in Erinnerung haben. Ein guter Ratschlag, wie ich finde.

Sie finden diesen Tipp blöd? Ist natürlich Einstellungssache. Doch in dieser Situation, vor der OP, kurz vor der Vollnarkose, hätte ich diese Regel besser eingehalten: Nach diesem Video kam nämlich das neue von Tokio Hotel.