Posts Tagged ‘Johnny Depp’

Who the f**k is Alice?

17. März 2010

Da wir gerade beim Thema Geschmacksache sind: Alice im Wunderland ist nicht farbenfroher, nicht interessanter, nicht besser als Avatar. Und ein Vergleich ist ohnehin heikel. Das eine ist eine wahre Geschichte und … – Na ja, lassen wir das.

Jedenfalls ist Burton nicht nur ein Snowboard sondern offenbar auch ein hervorragender Regisseur, ein bekannter noch dazu, hat Tim Burton doch bereits diverse Filme mit Johnny Depp (z.B. Chocolate Factory) gedreht. Hier hat Burton eine brillante Umsetzung der ohnehin ausgelutschten Alice-Story hinbekommen: Farbenfroh, skurril und erfrischend witzig.

Die Story ist natürlich schwach, doch darüber kann man getrost hinwegsehen, der Film ist ein Sammelsurium von liebevoll gestalteten Welten und Figuren, von fantastischen Charakteren. Die bösartige Herzkönigin (Helena Bonham Carter) zum Beispiel mit ihrem übergrossen Kopf – einfach herrlich! Nicht zu vergessen natürlich Johnny Depp, der als der Verrückte Hutmacher vollkommen in seinem Element zu sein scheint. – Allerdings ist er meines Erachtens zu sehr geschminkt, sodass seine irre Mimik – ganz anders als in Pirates of the Carribbean – nicht so schön zur Geltung kommt. Egal.

Der Film ist hierzulande ab 6 Jahren freigegeben, was je nach Kanton natürlich – Helvetia lässt grüssen – unterschiedlich ist. Allerdings: Alice im Wunderland ist keineswegs ein Kinderfilm. Lassen Sie Ihr Kind zu Hause (dort kann es inzwischen ihn Ruhe Chainsaw Massacre aus Ihrer DVD-Sammlung angucken).

Offenbar könnte man tausend Dinge über die einzelnen Figuren schreiben und in sie hineininterpretieren, mit diesem ganzen psychologischen Hintergrund. Das kann und will ich nicht. Der Film ist ganz einfach empfehlenswert und ein absolutes Must für alle, die in der Kaffeepause mitreden wollen, die sich selbst bei einer Tüte Pop Corn etwas Gutes tun wollen. Einfach schön. Ich gebe Note 4.

Warum bitte schön nur Note 4? Alice wird von der allseits gepriesenen Mia Wasikowska gespielt, die – sofern es ihn geben würde – zweifelsohne den Award der besten Fehlbesetzung abräumen würde. Blass, charakterlos, langweilig. Die Figur Alice wäre besser von einer Schauspielerin aus der Liga von Audrey Tautou gespielt worden, rein von der Ausstrahlung, von der Verträumtheit her.

Aber eben, das muss dann wohl die besagte Geschmacksache sein.

Sherlock Holmes – gut, aber …

28. Februar 2010

Bin kein Fan von Sherlock Holmes. Offenbar gibt es bereits diverse Verfilmungen, wovon ich bisher genau gar keine gesehen habe (was mich natürlich – wer hätte das gedacht? – nicht im geringsten an dieser Kritik hindert). Nicht so den neuesten Streich von Guy Ritchie, dem Ex-Mann von Madonna. Wobei es für einen mittlerweile etablierten Regisseur sicherlich erquickenderes geben dürfte als ständig im gleichen Atmzug an die Ex-Frau erinnert zu werden.  Offenbar, habe ich mir sagen lassen, ist diese Verfilmung überhaupt nicht Sherlock-typisch und die Kritiker sind sich ja ganz und gar nicht einig. Umso wichtiger die vorliegende, unfehlbare Kritik.

Die Szenerie ist so liebevoll düster gestaltet und erinnert stark an „Das Parfum“, wo die engen, dunklen Gassen ebenso detailliert und glaubwürdig abgebildet sind. Einfach schön. Der Holmes-Darsteller  Robert Downey Jr. (wer zum Himmel ist Robert Downey Jr?) ist wohl der Retter des Streifens und wird vorzüglich ergänzt durch Busenfreund Watson, der von Jude Law ebenfalls sehr gut gespielt wird. Jude Law übrigens für einmal mit Pornobalken und daher erstmal recht gewöhnungsbedürftig. Die Spielweise von Downey Jr. kommt der von Johnny Depp in „Pirates Of The Carribean“ gleich, weil so angenehm schräg, mit viel Witz, ein bisschen hölä-hölä und trotzdem sehr scharfsinnig. Dieser irre Blick, exzellent.

Der Film glänzt mit gutem, subtilem Humor. Was offenbar nicht jedermanns Sache ist, weil mein Kollege und ich nicht selten die einzigen im Kinosaal waren, die lachen mussten (das mag sicherlich mit unserer exorbitanten Intelligenz zu tun haben. Anders kann es nicht sein).

Die Story ist ganz in Ordnung, also, gemessen an den Ansprüchen, die wir an Hollywood stellen, ist die Story der absolute Highflyer. Und trotz der Filmlänge von über zwei Stunden kommt nie Langeweile auf. Was mir persönlich gut gefällt, ist, dass einer der richtig bösen Bösewichte ein Schneckenfresser ist, inklusive super-komischem Akzent, so schön klischiert. Am Schluss wird natürlich alles aufgelöst und … – nein, nein, das verrate ich natürlich nicht, denn: Sie sollten sich „Sherlock Holmes“ anschauen gehen. Am Schluss wird natürlich auch ganz elegant im US-Style Freiraum für einen zweiten Teil gelassen. Was mich persönlich als Holmes-Fan etwas ärgerlich stimmen würde. Was solls, Sie sollten sich selber überzeugen gehen. Es lohnt sich.

Ich vergebe Note 4.5 ohne Wenn und Aber. Aber wie gesagt: Wenn Sie kein Fan von Sherlock Holmes sind …