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Protokoll eines Appenteuers

27. Oktober 2014

Als ich aufwache, spüre ich einen Schmerz. Die Analyse mit meiner «Dr. Brinkmann»-App zeigt sofort an: Eindeutig Kopfschmerzen. Oh je! Dabei kann ich mich nicht erinnern, gekopfschmerzt zu haben. Das Smartphone jedoch gibt aus unerfindlichen Gründen als Grund übermässigen Alkoholkonsum an. Na toll! Und beim versehentlichen Blasen ins Gerät ist das Mikrofon komplett zerstört worden. 

Wer braucht schon ein Mikrofon. Jetzt erst einmal meinen Standort lokalisieren. Mit welcher verdammten App findet man heraus, wo auf dieser Welt man sich gegenwärtig befindet. Finde alles, von der «Karma-App» über die «Bierbauch-o-Meter-App» bis zur «Do-it-yourself-selfie-App». Aber nichts von Lokalisierung. Rufe die App auf für die Auffindung von Apps im Falle von Ratlosigkeit, welche App am besten geeignet wäre. 

Da ist sie ja. Bin aber nicht an dem Ort, wo ich sein sollte. Au weia. Die «Filmriss-App» hat zum Glück alles aufgezeichnet, selbst wie und warum ich hier gelandet bin. Oh je. Neben mir wacht eine Person auf, die aussieht wie ich. Es stellt sich heraus, dass ich es bin, was man mit ein paar Aufrufen auf dem Smartphone regeln kann. Voilà. Bin jetzt nur noch einer. 

Na, so schnell als möglich nach Hause. Akku ist fast leer.

Papier ist geduldig

24. Oktober 2014

Stellen Sie sich vor, jemand chattet Sie morgens um drei Uhr an, und Sie geben keine Antwort. Das ist so ähnlich wie ein Traum, in dem Sie von einer Armee aus vielen Geri Müllers verfolgt werden, davonrennen, jedoch nicht vom Fleck kommen. Die Mutter der Ohnmächte. Wenn Sie also auch den Chat keine Antwort geben können, dann könnte jemand auf die Idee kommen, Sie seien verstorben. – Oder noch schlimmer: Sie seien offline. 

Gerade auf sehr wichtige Anfragen wie zum Beispiel «was machst du?» oder «bist du noch wach?» sollte innert wenigen Sekunden eine Antwort gegeben werden. Das ist eine Frage des Anstands. Wenn sich zwei Menschen im richtigen Leben treffen (das machte man früher so), dann wartet man schliesslich auch nicht mit einer Antwort, wenn man etwas gefragt wird, oder? Wobei: Was ist schon das richtige Leben. 

Was wollen wir den zeitraubenden Weg in Kauf nehmen, um uns mit einer anderen Person zu treffen. Per Chat ist es viel bequemer, sich auszutauschen. Und wenn der Gesprächspartner nervt, dann wartet eine Reihe an anderen Einträgen im privaten Adressbuch. Total easy! Zudem ist es gefährlich da draussen. Man kann leicht übersehen und überfahren werden. Alle gucken in ihr Smartphone. 

Wer übrigens kein Smartphone besitzt, der … es ist jetzt gar nicht sicher, ob hier Zeit für diese Zeilen verschwendet werden soll. Das sind doch Opfer. Diese Menschen verschliessen sich der modernen Kommunikation und im übertragenen Sinne den Freuden des Lebens. Wie kann man nur! 

Früher hätte man diese Zeilen auf Papier gelesen, nicht auf einem Screen, verstehen Sie. Stellen Sie sich das vor, gedruckt auf tote Bäume! Das ist heute schon … – wie bitte? Ach, Sie … ich muss los, auf Wiedersehen!

Clever & Smart

12. Oktober 2011

Hätten Sie es bemerkt? Nein? Kürzlich hat unser Leben einen Sinn bekommen. Aus das Ihrige. Endlich. Vor ein paar Wochen hat nämlich ein Mobiltelefon-Hersteller das weltweit erste Smart Phone mit 3D-Display auf den Markt geworfen. Also, damit wir uns nicht falsch verstehen: Geworfen ist vielleicht das falsche Wort. Telefonieren wird Dreidimensional, selbst oberflächliche Gespräche.

Smart Phones sind übrigens – wie der Name vermuten mag – sehr, sehr intelligente Telefone, mit denen sich nahezu alle Dinge machen lassen: Terminieren, Spielen, Navigieren – einfach alles. Gerüchten zufolge werden Sie mit dem iPhone 6 das Wetter machen können, mit der Petrus-App. Das weiss man, weil einer der Entwickler den Prototypen des iPhone 6 in einer thailändischen Transenbar liegen gelassen hat. Es darf gegähnt werden. Heute gibt’s Eisregen und Schnee.

Viele Smart Phones sind wesentlich intelligenter als ihre Besitzer. Je mehr Funktionen das Mobiltelefon dem Benutzer abnimmt, desto weiter entwickeln sich dessen Fähigkeiten erfolgreich zurück. Mit dem 3D-Display der Zukunft werden Sie repetitive Aussagen an die Maschine übertragen können. Ein Beispiel? Sie haben sich bei einem Streit, wer das bessere Smart Phone habe, die Nase gebrochen und werden nun von besorgten Mitmenschen ständig gefragt, was denn passiert sei. Nur ein Knopf auf Ihrem Gerät drücken und dieses vor den eigenen Mund halten, mit dem Display in Richtung des verblüfften Fragestellers. – Voilà!

Ein einziger Nachteil gegenüber dem Menschen haben die hochtechnisierten Helfer dennoch: Sie können nicht logische Schlussfol