Posts Tagged ‘Haftpflicht’

Fatal kausal

18. April 2015

Die sprechen ja auch unentwegt vom sogenannten kausalen Zusammenhang, die Versicherungen. Doch was ist das überhaupt, was ist die Kausalität im Versicherungs-Jargon? – Ein Schelm, wer hier und jetzt keine fachmännische Erklärung erwarten würde.

Wenn Sie zum Beispiel ein Fremder auf der Strasse anspricht und Sie nach dem Weg zum Bahnhof fragt, und Sie ihm aus Jux – man gönnt sich ja sonst nichts – einen völlig falschen Weg erklären, der über die Autobahn führt, und er wird da von einem Moped angefahren, dessen Fahrer angetrunken ist, dann ist der kausale Zusammenhang gegeben. Denn: Wir hätten den Mopedfahrer vom Alkoholkonsum abhalten sollen.

Ein zweites Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Auto, ein Motorrad und ein Reiter mit Pferd stehen an der roten Ampel. Der Autofahrer hupt, das Pferd erschrickt sich und beisst dem Motorradfahrer – der übrigens beim blauen Kreuz ist – das rechte Ohr ab. Muss nun die Versicherung des Autofahrers die Behandlungskosten des Motorradfahrers, der ja nicht einmal betrunken war, bezahlen? – Natürlich nicht, denn der Motorradfahrer hätte einen Helm tragen sollen.

Der Kausalzusammenhang ist also beim zweiten Exempel nicht gegeben. Das sind durchaus wichtige Fragen, über die sich Experten immer wieder in den Haaren liegen. Als Faustregel gilt: Es besteht immer dann ein Kausalzusammenhang, wenn unsere Haftpflichtversicherung keine Ausrede findet. Man muss eben beweisen können, dass der andere selber Schuld ist. Wer übrigens selbst nach den obigen Beispielen den Begriff der Kausalität im Versicherungswesen nicht verstanden hat, der ist ganz einfach selber Schuld, denn: An diesem Text kann es sicher nicht liegen. Der ist perfekt.

Sicher unabhängig

13. April 2015

Die letzten reinen Altruisten dieser Welt sind die sogenannten unabhängigen Versicherungsberater. Wenn Sie das Gefühl haben, liebe Leserin, lieber Leser, sich im Dschungel von Haftpflicht, Feuer, Wasser, Milch und Parkschaden nicht mehr zu recht zu finden: Rufen Sie einfach den netten Herrn mit Schlips an und rucki-zucki steht der bei Ihnen auf der Matte und forstet den Dschungel noch ein bisschen auf. Am Schluss können wir mit Sicherheit sicher sein, dass alles versichert ist.

Der Berater hilft. Bei ihm kann man beispielsweise auch eine Lebensversicherung abschliessen, die einen bestimmten Betrag auszahlt, wenn man stirbt. Oder eine Todesfallrisiko-Versicherung, die einen bestimmten Betrag auszahlt, wenn man stirbt. Sie sehen: Es ist alles so einfach. Wer keine Lebensversicherung abgeschlossen hat, für den lohnt es sich im Grunde gar nicht, zu sterben. Versichern heisst auch vorausplanen. Vorausplanen ist viel schlauer, als im Nachhinein zu planen.

Es sind Fälle bekannt, bei denen die Prämien für die Lebensversicherung so hoch waren, dass sich der Versicherte kein Essen mehr kaufen konnte und den Hungertod starb. Der Kunde konnte sofort von der Leistung profitieren, was man neidlos als gewiefte Investitionsplanung anerkennen muss. Die Versicherungsgesellschaft hatte natürlich keine andere Wahl und durfte die Zahlung nicht verweigern. Das ist ähnlich wie bei der Haftpflichtversicherung, bei der die Versicherungsgesellschaft in der Pflicht ist, zu Haften.

Unabhängige Versicherungsberater sind übrigens so unabhängig, dass sie es sich leisten können, nicht nur für ihre Kunden das Beste zu wollen, sondern auch für sich selbst. Ergo ist am Ende allen gedient. Im modernen Geschäftsleben nennt man das eine Win-Win-Situation. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass derjenige, der mit diesem neudeutschen Begriff um sich wirft darauf hofft, dass sein Gegenüber ein kleines bisschen doofer ist als er selbst und nicht merkt, dass er übervorteilt worden ist.

Dieser Text ist übrigens so unabhängig verfasst worden wir nur möglich. Autoren gehören nämlich – das wurde vorher höflich verschwiegen – neben unabhängigen Versicherungsberatern ebenfalls zu den letzten reinen Altruisten dieser Welt.