Posts Tagged ‘Griechenland’

Gedanken zu Olympia

10. Juli 2012

Höchste Eisenbahn für ein paar Gedankenspiele: Kaum auszudenken, wenn die Spiele vor langer Zeit woanders erfunden worden wären. Dann würde es zum Beispiel «Pilatusiade» heissen. Oder «Matterhorniade». Nein, das ginge gar nicht.

Der Olymp steht in Griechenland und Griechenland am Abgrund. Deshalb werden die Sommerspiele 2012 in London abgehalten. England steht nicht am Abgrund, arbeitet jedoch daran. Laut unbestätigten Quellen wollte man die kürzlich abgehaltenen Feierlichkeiten zum Geburtstag der Queen mit deren Todestag zusammenlegen, aus Spargründen. Der Plan wurde verworfen. Es hätte einen Schatten auf die bevorstehende Olympiade geworfen.

Apropos Schatten: Es gibt nicht nur sonnige Seiten bei diesen Spielen. Nein, da ist auch Angst. Eine Vielzahl an Sicherheitskräften wird zum Beispiel eingesetzt, um Attentaten vorzubeugen. Das wäre ganz und gar nicht schön, so ein Attentat. Kaum auszudenken, wenn so ein Bélier oder ein Al Kaida-Mensch das olympische Feuer eröffnen würde. Etwas unpässlich. Es wäre mit Sicherheit fast genauso schlimm wie ein Dopingskandal.

Darum, liebe Leserin, lieber Leser, bitte während der Spiele keine Attentate. Und wer es beim besten Willen nicht lassen kann: Einfach ein Tröpfchen Arsen in die Anabolika-Ampulle. Fällt weniger auf. Die Pressestelle wird vermelden, der Athlet sei leider durch Erschöpfung verstorben, Marathon lasse grüssen, die Teilnehmer nähmen das eben sehr ernst mit dem Olympischen Gedanken an diesen Olympischen Spielen. Bei diesen Olympischen Gedankenspielen.

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WM: Warum die Schweiz ganz sicher vielleicht Weltmeister wird

3. Mai 2010

Eines vorneweg: Die Schweiz wird mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit nicht Fussball-Weltmeister. Jedenfalls nicht 2010. Und sicher nicht auf diesem Planeten. Eher würde FIFA-Boss Sepp Blatter zurücktreten, als dass das helvetische Nationalteam auch nur das Halbfinale erreichen würde. Eher würde sich die Ölpest im Golf von Mexiko bis in den Vierwaldstättersee ausbreiten.

Was soll das? Wie kann man als Schweizer so schlecht über das eigene Team sprechen bzw. schreiben? Klingt irgendwie schon geil, das eigene Team. Ein gutes Gefühl. Nestbeschmutzer? – Eigentlich nicht, zumindest in Sachen Fussball nicht. Vermutlich muss einer nicht unbedingt eine Leuchte sein in Sachen Fussballverständnis, um der Schweiz keine Finalteilnahme zu prognostizieren. – Aber halt! Was war denn damals mit Dänemark an der Europameisterschaft? Oder mit den Antifussball-Griechen? Alles Moussaka oder was?

Die UBS-Studie (vergl. Artikel „Brasilien Weltmeister? – Nein. Nein!“ auf diesem Blog) sagt den Eidgenossen mit einer Wahrscheinlichkeit von 30% das Erreichen der Achtelfinals voraus. Das ist angesichts der Prognose für die anderen Gruppenteilnehmer nicht gerade rosig: Spanien 73% und Chile 49%. Honduras ist gar nicht aufgeführt. Die Schweiz ist dann auf der Liste der Wahrscheinlichkeiten der Halbfinale-Teilnehmer und – logischerweise – der Gewinner nicht mehr zu finden. Das schmerzt.

Guckt man bei bwin.com nach (oh nein, jetzt fängt dieser Schwachsinn wieder an …) so ist das Team von Ottmar Hitzfeld mit einer satten Quote von 201 aufgeführt (Stand 1. Mai). Das ist nicht ohne. Jeder Zocker würde Ihnen ergo von eine Wette auf Mutter Helvetia abraten. Ausser natürlich, Ihr patriotisches Gewissen zwingt Sie dazu, eine solch aussichtslose Wette abzuschliessen. Da geben Sie Ihr Geld allderdings lieber dem Wurstverkäufer auf der Rütliwiese, am Nationalfeiertag, und machen sich dann aus dem Staub. Wurst- und Wortlos.

Bedenklich stimmt mich eher, dass bwin.com mit den Quoten implizit teils Mannschaften eine grössere Chance einräumt, die wir insgeheim als ausgesprochene Äusseres-Ende-Aussenseiter eingestuft hätten, als „Eher-küsst-Gaddafi-Micheline-Calmy-Rey-die-Füsse-als-dieses-Team-wird-Weltmeister“-Aussenseiter: Australien 151, Ghana 67, Elfenbeinküste 31. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Ivorer kriegen die Quote 31. Eigentlich ein Grund, bwin.com zu boykottieren. Na ja, zu spät, irgendwie.

Aber mit einem Boykott-Aufruf gegen bwin.com würde ich mich ja ins eigene Fleisch schneiden: Würde die Welt – die ja diesen Blog liest, zumindest die alphabetisierte Welt – den Wettanbieter boykottieren, würde dieser früher oder später Konkurs gehen. Schaderweise. Und er könnte meinen Gewinn nicht mehr auszahlen, den ich ja aufgrund meiner richtigen Prognose zugute haben werde: Argentinien wird Weltmeister.