Posts Tagged ‘Grande Nation’

Ohhh, de Gaulle

19. November 2015

Charles de Gaulle war sozusagen der General Guisan Frankreichs, also ein Held, der heute noch verehrt wird, ganz patriotisch. Wobei man die Schweiz ja nicht so richtig vergleichen kann mit der Grande Nation. Helvetier sind eher bescheiden, essen weniger fettige Croissants und verstehen es – zumindest die Deutschschweizer – nicht halb so gut, Dinge schwul auszusprechen. Ohhh, mon Dieu! Aber sei’s drum. Übertragen in die heutige Zeit müsste wohl Ueli Maurer in die Bresche springen, um einem Vergleich mit de Gaulle standzuhalten. Lasst uns einen Flughafen nach ihm benennen. Und einen Flugzeugträger auf dem Bodensee (gut, ich höre auf, bitte nicht mehr anrufen). Jedenfalls wäre Charles de Gaulle am 22. November hundertfünfzig Jahre alt geworden, wofür wir … na ja, Sie wissen schon. Rien ne va plus.

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La Petite Nation

21. Juni 2010

Schon nur dieser Titel. Also ehrlich, sowas tut man nicht. Es klingt zu sehr nach einer Art Abrechnung und – Hand aufs Herz – das ist es auch: Die Grande Nation ist ratz fatz zur Petite Nation geworden, fussballtechnisch. Die Leistungen waren bis anhin sehr, sehr klein gehalten, eine fussballerische Nouvelle Cuisine sozusagen. Da haben wir den Salat. Voilà!

Nun ist es ja zugegeben nicht eben bedauerlich, dass die Franzosen nach zwei jämmerlichen WM-Partien gegen scheinbar mittelmässige Gegner kurz vor der Heimreise ins Land aller Länder stehen. Nein, manch ein Fussballfan lacht sich ins Fäustchen. Und seitdem die Schweiz gegen Spanien gewonnen hat, dürfen sich die sonst eher zurückhaltenden Eidgenossen dreist in die Diskussion einklinken und so tun, als wären sie Teil einer Fussballnation. Nur zu: Les Bleus waren in etwa so agil wie ein Camenbert. Mit Heimweh. Aber: Bald wird das Heimweh geheilt sein, wenn das so weitergeht.

Es ist nun mal ein grosser Unterschied, ob ein Favorit Namens Brasilien oder meinetwegen Argentinien scheitert, weil die den Mund nicht eben so voll nehmen wie die Domenechs mit der komischen Sprache. Gerade der Fall der Grossmäuligen ist eben viel süsser für die Zuschauer, weshalb wir – obwohl mathematisch noch nicht dazu berechtigt – locker beschwingt und nicht ganz ohne Schadenfreude rufen dürfen:

Adieu, Les Bleus! – Le Frosch hüpft nicht mehr

Euer Bordeaux mag gut sein, ihr wart es nicht. Und es ist nicht nur Ribérys Schuld, nein. Ihr wart alle schlecht. Merde. Grande Merde.

Vielleicht, liebe Franzosen, macht euer Flieger ja einen Zwischenstopp in Madrid.