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Egal

12. Juni 2017

Unisex-Toiletten machen das Leben noch komplizierter als es ohnehin schon ist. Während in guten, alten Zeiten nur vor Damentoiletten Meterlange Warteschlangen zu erwarten waren, drohen nun vor diesen Gleichstellungs-Genderdingsda-Toiletten bittere Unglücke zu passieren, weil die Zeit einfach nicht ausreicht. Sie mögen die Wortwahl verzeihen, doch dies ist zweifelsohne ein Scheissthema.

Die vielgehörte Aussage von Frauen, dass öffentliche Damentoiletten «viel, viel verschmutzter» seien als Männertoiletten, waren Balsam für Männer, die in anderen Bereichen bekanntlich nicht eben für besondere Reinlichkeit verschrien sind. Mit der Unisex-Toilette fällt also eine letzte Männerbastion in diesem Territorialkrieg der Chromosome, eine weitere Niederlage.

Aus psychologischer Sicht vielfach ignoriert ist die Tatsache, dass viele – ansonsten sehr toleranten – Damen ein Problem damit haben, sich auf eine Brille zu setzen, die von einem männlichen Vorgänger gewärmt ist. Nicht wenige (Männer wie Frauen) rümpfen bereits die Nase, wenn sie in einem Zugwaggon auf einen vorgewärmten Sitz platznehmen müssen. – Natürlich erst seit der Einführung von Unisex-Zugwaggons. SBB-Zugtoiletten sind seit jeher unisex, also alle in etwa gleich stark verschmutzt.

So bleibt der gepeinigten Männerseele lediglich das Pissoir, das – wie ein Fels in der Brandung – sämtliche Versuche der Gleichstellung überlebt hat. Vor ein paar Jahren würde ein Pilotversuch für Frauen gestartet, die mit einer Art Dachrinne aus Papier dem Stehpinkeln frönen durften. Offenbar scheiterte der Versuch, wobei uns die genauen Gründe unbekannt geblieben sind. Vermutlich würden die anfänglichen Probleme ausgesessen.

Fazit von diesen aus Gleichstellungs-Sicht immens wertvollen Überlegungen: Unisex ist auf jeden Fall eine Bereicherung für wirklich alle Menschen jeglichen Geschlechts. Und – fast hätte ich es vergessen: Sogar für die Frauen.