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Heil dem Hungerpunkt!

13. August 2010

Neulich Bus gefahren. Kann passieren. Auch im Bus fickt uns die Werbung. Zum Glück. Konsumglück. Steht da gross am Fenster geschrieben:

Anti-Rauchen-Akupunktur CHF 190.– inklusive Behandlung Hungerpunkt

Herrlich! Wer hier wirbt, der stirbt (sorry, reimt sich so schön). – Nein, Entschuldigung: Wer hier wirbt, der ist clever. Ist es doch gerade das Hungerargument, dass viele Raucher vom Aufhören abhält. Genau, flach wie eine Flunder ist der Marlboro-Mann.

Stimmt das überhaupt, das Aufhören-und-Fett-werden-Argument? Da liegen sich die Experten in den Haaren. Die Einen sagen, dass sich mit dem Aufhören der Stoffwechsel so ungünstig und richtig ungeschickt verändere, dass man dick und rund werde. Litfasssäule. Andere sagen, dass das Rauchen den Appetit hemme und man nach dem Aufhören demnach einfach viel mehr esse. Zweiteres liesse sich ja irgendwie noch kontrollieren, so mit Wille und so, die Ersatzbefriedigung unterdrücken. Wille.

Ich sage: Es ist egal. – Was ist egal? – Alles ist egal: Wer rauchen will, der soll eben rauchen. Die anderen sollen es eben bleiben lassen und wer aufhören und nicht zunehmen will, der soll eben aufhören und nicht zunehmen. Aha. Soweit, so gut.

Um auf die Werbung im Bus zurückzukommen: 190 Franken sind schon ein stolzer Preis, auf den ersten Blick. Bei Kosten von sportlichen 7.50 Franken pro Schachtel und einem Konsum von – sagen wir – einer Schachtel pro Tag, dann … na na, wir wollen doch hier nicht anfangen, Dinge vorzurechnen. Jedenfalls ist der Akupunktur-Zauber schnell amortisiert. Wenn er wirkt. Ja, Wenn er wirkt. Einverstanden: Sterben ist billiger.

Da wir ja hier keinesfalls Raucher von ihrem Tun abhalten wollen, die Freiheit jedes einzelnen mündigen Bürgers so etwas von respektieren, schliesse ich diesen weltbewegenden Artikel mit dem weisen Satz, der mir kürzlich zitiert wurde:

Passionierte Raucher, die ständig von den tödlichen Gefahren des Rauchens lesen, hören auf. Mit Lesen.

In diesem Sinne: Rauchen Sie gut!

Schönen Gruss vom Hungerpunkt.

Das Kreuz mit dem Kranz

12. Dezember 2009

Sorgfältig gesammelte Erfahrungswerte unter teils schier unerträglichen Bedingungen belegen, dass Adventskränze besser brennen, wenn die Zweige schön trocken sind. An sich kein Überraschung. Das würde Ihnen jeder Feuerwehrmann bestätigen. Auch wenn er nicht trocken ist (der Adventskranz), stellt er eine potentielle Gefahr dar, weil jeder Tannenzweig – wie intelligent! – früher oder später trocknet. So richtig gefährlich sind Adventskränze vor allem, wenn die Kerzen brennen. Und zwar gegen Weihnachten zu, wenn die Kerze des ersten Advents langsam zu neige geht. Ja, die Erfindung ist ganz einfach nicht ausgeklügelt: Eine Kerze bringt das Holz dann zum Brennen, wenn sie fast abgebrannt ist. Gleichzeitig wird das Reisig umso trockener, je älter es wird. Andersrum: Wenn das Kranz-Material noch feucht ist, bestünde sowieso keine Gefahr, weil die Kerze noch nicht abgebrannt ist. Also, irgendwer hat hier geschlampt. Als Faustregel gilt: Je näher Weihnachten, desto Brand. Also bitte! Wir schiessen Menschen auf den Mond aber können keine sicheren Kerzen erfinden. Oder umgekehrt: Wenn man mit Zweigen einen Kranz basteln würde, die – Gentechnik macht’s möglich – nicht austrocknen. So blöd ist die Idee doch gar nicht. Oder man nehme einen dieser todschicken Plastik-Adventskränze mit Elektrokerzen. Voilà! Aber irgendwie macht das jetzt gar keinen Spass mehr, das mit dem Kranz. – Still! Moment, hören Sie mal genau hin. Das waren doch Sirenen, oder?