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Jetzt aber Freiheit!

15. Oktober 2011

Ursprünglich geplant als überdimensionierter Froschschenkel, wurde das Geschenk der Franzosen schliesslich als grosse Frau umgesetzt, die irgendwas in die Höhe hält, vermutlich ein Softeis. Sieht irgendwie aus wie die Helvetia auf dem Schweizer Ein-Franken-Stück, nur nicht so hart.

Früher konnte man ins Oberstübchen der Lady Liberty, sich ein bisschen umsehen gehen, denn es ist hohl. Heute ist das angeblich geschlossen, aus Angst vor dem Terror. Vor allem in den letzten zehn Jahren erfreute sich die Angst vor dem Terror einer immer grösseren Beliebtheit. Die US-Wirtschaft krankt aus Angst vor dem Terror, das Budgetdefizit wird grösser und die Beschäftigung sinkt. Und der Analphabetismus in Grossstädten steigt, – aus Angst vor dem Terror.

Jedenfalls ist die Freiheitsstatue im Grunde nicht frei, die Symbolkraft jedoch unbestritten. Dank eines sehr ausgeklügelten und zuweilen auch dehnbaren Rechtssystems haben es die USA mit harter Arbeit geschafft, immer freier zu werden. Man berichtet sogar von Bürgern, die sich derart frei fühlen, dass sie Freier werden. Der Freiheitsdrang der Vereinigten Staaten ist so gross, dass viele andere Länder dank militärischer Interventionen ebenfalls in den Genuss eben dieser Freiheit gekommen sind.

Und genau dafür steht ja im Endeffekt die Statue of Liberty, für Freiheit, Gerechtigkeit und alle diese pathetischen Sachen, die man aus dem Fernsehen kennt. Das verbindet. Am 9/11-Jubiläum hat Herr Obama in seiner Rede ja gesagt, dass sich Amerika weigere, Angst zu haben. Ergo sollen sich die Bürger nicht der Doktrin des Staates fügen, sondern frei sein. Auch frei von Angst.

Es stellt sich allerdings die berechtigte Frage, wie die USA mit der Symbolik eines überdimensionierten Froschschenkels umgegangen wären.

Danke schön, Amerika!

13. September 2011

Am 11. September 1941 wurden die Grundsteine für das amerikanische Pentagon gelegt. Ein grosser Moment. Ursprünglich sollte ja ein Pentagramm entstehen, doch das Gebäude wäre architektonisch zu kompliziert geworden. Manche Mitarbeiter hätten an ihrem Arbeitsplatz niemals Tageslicht gesehen (wobei bei der jetzigen Form manche Mitarbeiter auch einen Schatten haben). Viele Menschen hätten es auch ehrlicher gefunden, wenn das Gebäude in der Form eines Davidsterns gebaut worden wäre. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Pentagon schützt die Werte der zivilisierten Gesellschaft, zum Beispiel grenzenloser Kapitalismus und die Freiheit jedes einzelnen. – Also, Freiheit natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Wo kämen wir denn hin, wenn plötzlich alle Menschen in Freiheit und Demokratie leben wollten, selbst Nationen ohne Ölvorkommen. Zudem tut einigen Subjektiven zu viel Freiheit nicht gut, und sie beginnen in absurder Weise an der erfolgreich praktizierten Marktwirtschaft zu zweifeln. Oder gar an der Schuldenwirtschaft.

Im Endeffekt wirkt sich der positive Einfluss des Pentagons auch auf uns Europäer, ja, auf die ganze Welt aus: Nur ein freier, demokratischer Staat kann den unbestrittenen demokratischen Gedanken in die Welt hinaustragen. Und daher tun wir alle gut daran, Amerika dafür von ganzem Herzen zu danken. Danke, USA, danke für den unermüdlichen Einsatz für Friede und Freiheit! Na ja, vielleicht wäre ein Pentagramm doch passender gewesen.