Posts Tagged ‘Frankreich’

Marseillan

20. Juli 2016

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Marseillan, Frankreich, 2016

Ab durch die Mitte

25. Juni 2016

Frankreich ist ein zentralistischer Staat. Im Fussball ist dies klar und deutlich zu erkennen. Torchancen der «Bleus» haben mit statistisch relevanter Häufigkeit ihren Ursprung im zentralen Mittelfeld, entweder von rechts oder links. Sagenhafte hundert Prozent der Elfmetertreffer erfolgen durch die Mitte. Die meisten Tore kassieren die Franzosen denn auch von Gegnern, deren Nation nicht zentralistisch organisiert ist. Der Schweizer Sturm zum Beispiel greift auffallend oft über die linke Seite an. – Von den Franzosen aus gesehen.

Das Tor steht in der Mitte. Die Regeln wollen es so. Auch das spielt Frankreichs Fussballern in die Hände. Denn der Kopf des französischen Spielaufbaus ist ganz klar das zentrale Mittelfeld. Nicht verwunderlich also, dass an der Weltmeisterschaft 2006 Zinédine Zidane mit dem Kopf einen italienischen Gegenspieler niedergestreckt (Jargon: geköpft) hat. Das Köpfen hat bei unseren westlichen Nachbarn eine lange Tradition. Auch das ist zentral. Manchmal befiehlt der französische Trainer Didier Deschamps eine Aufstellung mit einer hängenden Spitze. Das steht hier völlig ohne Zusammenhang, ich weiss.

Es gibt Fussballexperten, die sagen, Fussball sei eine reine Kopfsache. Manchmal sagt das sogar unsere helvetische Lieblings-Fussballexpertin Alain Sutter (Alain ist sozusagen das sportliche Pendant zum Bildungs-Guru Beat Zemp, der immer die Hand hebt, wenn in den Medien das Wort «Schule» fällt). Sollte Fussball tatsächlich eine reine Kopfsache sein, dann wäre das natürlich ein immenser Vorteil für «L’Èquipe tricolore». Ein Schelm, wer hier von Übervorteilung spricht. Didier Deschamps ist im eigentlichen Sinne auch ein Fussballexperte, trotz seines doof klingenden Namens.

Auf den Trikots der Nationalelf ist – wie Modefreunde längst erkannt haben dürften – ein Hahn abgebildet. Es ist bestimmt kein Zufall, dass die Ausrüster dieses Tier gewählt haben, denn Hühner (das sind die Frauen der Hähne) legen ihre Eier aus dem Zentrum heraus. Man bemerke die subtile Anspielung auf die Stärke des Teams. Über den gleichen Kanal scheiden Hühner übrigens … – aber darüber vielleicht ein anderes Mal, nach dem Frühstück.

Summa summarum dürfen wir festhalten, dass die französische Nationalelf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Fussball-Europameisterschaften für sich entscheiden werden. Das ist die Wahrheit, und wenn sie noch so unangenehm ist. Und wenn nicht, dann auch egal. Die Freude am Fussballfest steht schliesslich im Zentrum.

Enorm in Form

13. Juni 2016

Neulich war der ehemalige Schweizer Fussballer Andy Egli beim Fernsehen als Experte eingeladen. Er sagte sehr, sehr viele interessante Dinge, wovon mich ein Zitat noch heute bis in meine wildesten Träume verfolgt: «Er hat nicht zu seiner Form zurückgefunden, die er nie hatte» (bitte nicht missverstehen, niemand hier hat etwas gegen Andy Egli, ausser vielleicht, dass er einmal für GC gespielt hat). Ja, Experten essen hartes Brot. Zuschauer auch.

Eines der schönsten Dinge am Fussball ist nicht das Spiel selbst, sondern das Geplauder vor, während und nach dem Spiel. Und: Jeder kann mitplaudern! Wichtig ist nur, beim Reden richtig ernst zu gucken und bei einem allfälligen Widerspruch sofort Beweise zu verlangen. Nach ein bisschen Übung werden Sie als Experte respektiert und haben somit das Privileg, nur noch von sich selbst Widerspruch zu erwarten. Der Ball ist rund.

Wir können zum Beispiel behaupten: «Er kann das Spiel lesen». Das geht immer. Vermutlich hat der Stürmer in seinem Leben noch keine zwei Bücher gelesen, niemand unserer Gesprächspartner jedoch kann uns beweisen, dass genau dieser Spieler das Spiel nicht lesen kann. Also ist es die Wahrheit. Im Fussball läuft das so. Entweder pfeift der Schiedsrichter oder nicht. Das Runde muss ins Eckige, schliesslich.

Einer meiner Lieblings-Fussballkommentatoren im Schweizer Fernsehen (keine Ahnung, warum das hier im Kontext mit Experten steht), sagt ständig «er hat antizipiert». Ständig! Die Schweizer Nationalmannschaft antizipiert auf dem Rasen herum, das glauben Sie gar nicht! Häufig geht dabei das Tore schiessen ein bisschen in Vergessenheit. Mit solchen Wiederholungen manövriert man sich ins Abseits, als Kommentator.

Es gibt auch Dinge im Fussball, die sind einfach so. Da braucht es keine Erklärungen. Zlatan Ibrahimovic zum Beispiel spielt für Schweden. Obwohl sein Name eher klingt, als würde er für die Schweizer Nationalelf auflaufen. Und Ibrahimovic ist einer der besten Spieler der EM. – Wobei, warten Sie, er ist nicht mehr der Jüngste und hat nicht zu seine Form zurückgefunden … – Schluss jetzt, viel Vergnügen bei der Fussball-EM!

Français, s’il vous plaît

8. Juni 2016

Französisch ist die Sprache der Diplomatie. Weiss zum Beispiel ein Konsul nicht mehr weiter, mit seinem Wortschatz, dann wechselt er auf Französisch. Das klingt eleganter, irgendwie. Vertreter verfeindeter Staaten können einander Schimpf und Schande austeilen, doch auf Französisch klingt das alles wie ein Bistrobesuch bei Kaffee und Kuchen. Au sucre.

Sprache und Kultur sind eng miteinander verbunden. So ist es nicht verwunderlich, dass Frankreich der Welt schon oftmals sein diplomatisches Geschick bewiesen hat. Der Vietnamkrieg ist nur ein Exempel. Doch auch die Atomversuche des damaligen Staatspräsidenten Jacques Chirac haben eindrücklich gezeigt: Da will uns jemand etwas sagen, auf eine ganz elegante Art und Weise. Die Aktion war denn auch erfolgreich, um nicht zu sagen, atomar.

Der Franzose liebt seine Kultur – und damit auch seine Sprache – so sehr, dass er ab und an vergisst, dass auf diesem Planeten tatsächlich auch Menschen wohnen, die nicht französisch sprechen. Ja, das gibt es, c’est vrais (das ist frisch). Darum mag der Franzose auch gar keine anderen Sprachen lernen. Englisch wird sowieso total überbewertet. In meinem ganzen Leben habe ich erst einen einzigen Franzosen kennen gelernt, der gutes Englisch gesprochen hat. Und der war Amerikaner.

Die Diplomatie der Grande Nation geht so weit, dass sich sogar ein nicht zu unterschätzender Anteil der Schweizer Bevölkerung hat überreden lassen, französisch zu sprechen. Seither sind die Westschweizer extrem diplomatisch. Leider versteht sie der Rest der Schweiz nicht mehr, doch das scheint niemanden zu kümmern. Diplomatie hat eben ihren Preis.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, das nächste Mal einen Franzosen antreffen, dann versuchen Sie unbedingt, französisch mit ihm zu sprechen. – Ausser natürlich in der Deutschschweiz. Da spricht man Deutsch, gefälligst, Diplomatie hin oder her!

Bon appetit!

1. Juni 2016

Das A und O am Esstisch: Sagen Sie es auf Französisch. Das klingt massiv besser als Deutsch und gibt dem Gaumenschmaus sofort eine gewisse Hochwertigkeit, eine légère Leichtigkeit, ein weltmännisches Flair. Das Ohr isst schliesslich mit. Und sollten wir selber einmal nicht genau verstehen, was wir da sagen, auf Französisch, dann können wir entspannt zurücklehnen und lächeln: Unser Gesprächspartner weiss es auch nicht, in den meisten Fällen. – Es sei denn, er ist selbst Franzose (wobei er in diesem Fall ja froh sein kann, dass wir uns überhaupt mit ihm abgeben).

Französisch am Herd klingt kompetenter, melodiöser und halt einfach besser, zugegeben (nein, Kevin, nicht alle französischen Köche sind schwul). Die butterzarte «Foie gras» zergeht auf der Zunge, während die profane «Entenleber» ziemlich holprig daher gewatschelt kommt, irgendwie entenarschig, und womöglich sogar aus Tier gemacht ist. Wobei wir alle – allen voran die Kinder – mögen doch Stopftiere, nicht? Lieber nackt als in Federn.

Der gebratene Fleischklops wird zum «Chateaubriand», die frittierten Kartoffelstangen zu «Pommes Frites» und eine unsagbare, barbarische Kombination aus Schnitzel, Schinken und Käse zum «Cordon bleu». Fleisch und Käse zu kombinieren, darauf muss man erst einmal kommen. Hartnäckigen Gerüchten zufolge handelte es sich bei der Erfindung von Cordon bleu um einen Unfall beim Versuch, während der Französischen Revolution eine effiziente Hinrichtungsmethode zu entwickeln (vermutlich sind bis heute mehr Menschen durch diese Speise umgekommen als durch die Guillotine).

Auch Kellner bedienen sich der fremden Sprache, um Unschönes schön zu reden: Wir mögen unser Entrecôte «seignant» und nicht «blutig», denn niemand möchte ein blutendes – wenn nicht sogar menstruierendes – Stück Tier auf seinem Teller liegen sehen. Und dann auch noch essen – pfui! Nein, das geht nicht. Da würde niemand nach einem Nachschlag fragen, nicht einmal nach einem «Supplément».

Wenn uns der Kellner Dinge in eine fremden Sprache fragt, dann sind wir gut beraten, aus Protest (ja, protestieren ist immer gut, im Zeichen der Rebellion!) konsequent dumm zu schauen (vielen fällt das nicht schwer) und ganz selbstverständlich in unserer Muttersprache zu antworten. «Möchten Sie das Fleisch seignant?» – «gut durch, bitte!». Ausser natürlich in der Westschweiz, da müssen wir … – aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Ich muss weg. Adieu!

Ohhh, de Gaulle

19. November 2015

Charles de Gaulle war sozusagen der General Guisan Frankreichs, also ein Held, der heute noch verehrt wird, ganz patriotisch. Wobei man die Schweiz ja nicht so richtig vergleichen kann mit der Grande Nation. Helvetier sind eher bescheiden, essen weniger fettige Croissants und verstehen es – zumindest die Deutschschweizer – nicht halb so gut, Dinge schwul auszusprechen. Ohhh, mon Dieu! Aber sei’s drum. Übertragen in die heutige Zeit müsste wohl Ueli Maurer in die Bresche springen, um einem Vergleich mit de Gaulle standzuhalten. Lasst uns einen Flughafen nach ihm benennen. Und einen Flugzeugträger auf dem Bodensee (gut, ich höre auf, bitte nicht mehr anrufen). Jedenfalls wäre Charles de Gaulle am 22. November hundertfünfzig Jahre alt geworden, wofür wir … na ja, Sie wissen schon. Rien ne va plus.

Kraftklub

20. November 2013

Ferien_Frankreich_2013 299

Frankreich, 2013

Hier werden Helden gemacht

no comment

19. Oktober 2013

Ferien_Frankreich_2013 295

Frankreich, 2013

StreetArt@France #3

4. Oktober 2013

Ferien_Frankreich_2013 326

Frankreich, Sète, 2013

Da Car

25. September 2013

Ferien_Frankreich_2013 338

Frankreich, 2013