Posts Tagged ‘England’

Gedanken zu Olympia

10. Juli 2012

Höchste Eisenbahn für ein paar Gedankenspiele: Kaum auszudenken, wenn die Spiele vor langer Zeit woanders erfunden worden wären. Dann würde es zum Beispiel «Pilatusiade» heissen. Oder «Matterhorniade». Nein, das ginge gar nicht.

Der Olymp steht in Griechenland und Griechenland am Abgrund. Deshalb werden die Sommerspiele 2012 in London abgehalten. England steht nicht am Abgrund, arbeitet jedoch daran. Laut unbestätigten Quellen wollte man die kürzlich abgehaltenen Feierlichkeiten zum Geburtstag der Queen mit deren Todestag zusammenlegen, aus Spargründen. Der Plan wurde verworfen. Es hätte einen Schatten auf die bevorstehende Olympiade geworfen.

Apropos Schatten: Es gibt nicht nur sonnige Seiten bei diesen Spielen. Nein, da ist auch Angst. Eine Vielzahl an Sicherheitskräften wird zum Beispiel eingesetzt, um Attentaten vorzubeugen. Das wäre ganz und gar nicht schön, so ein Attentat. Kaum auszudenken, wenn so ein Bélier oder ein Al Kaida-Mensch das olympische Feuer eröffnen würde. Etwas unpässlich. Es wäre mit Sicherheit fast genauso schlimm wie ein Dopingskandal.

Darum, liebe Leserin, lieber Leser, bitte während der Spiele keine Attentate. Und wer es beim besten Willen nicht lassen kann: Einfach ein Tröpfchen Arsen in die Anabolika-Ampulle. Fällt weniger auf. Die Pressestelle wird vermelden, der Athlet sei leider durch Erschöpfung verstorben, Marathon lasse grüssen, die Teilnehmer nähmen das eben sehr ernst mit dem Olympischen Gedanken an diesen Olympischen Spielen. Bei diesen Olympischen Gedankenspielen.

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Bye bye Beckham

29. Juni 2010

Engstirnig. Wie kann man nur! England. Wie kann man ständig davon reden – und offenbar sogar daran glauben – eine fantastische Fussballnation zu sein und dann … den Rest kennen Sie ja: Die Teetrinker sind und haben ausgeschieden.

Einzeller Wayne Rooney hat die Erwartungen nicht erfüllt, ganz im Gegensatz zu den totgeglaubten Deutschen, denen irgenwie alles Attestiert wurde ausser einem Erfolg. Deutschland hat das Zeug zum WM-Sieger (wäre da nicht Argentinien …). Herr Löw hat mit Klose und Podolski Spieler mit nach Afrika fliegen lassen, deren konstanteste Leistung in den letzten Monaten die konsequente Erfolglosigkeit war. Und sie treffen. So gewinnt man.

Über den Haufen geworfen werden sie, die Theorien von wegen Fussball-importierender und Fussball-exportierender Nationen. Will heissen: Länder, derer Nationalspieler vorwiegend im Ausland spielen sind irgendwie besser als andere. Oder schlechter, je nach Theorie. Es soll ja Ligateams geben, in denen kein (oder fast kein) Einheimischer im Kader steht, z.B. Inter Mailand oder Chelsea. Na ja, Italien ist … – ok, das wissen Sie ja nun auch. England ebenso. Und das mit diesen Pseudo-Wissenschaftlichen Fussballtheorien können wir dann wohl abhaken.

Die Sache mit dem Schiedsrichter oder eben dieses superharten Fehlentscheides wollen wir gar nicht breittreten. Natürlich ist es schade. Aber das ist Fussball. Fussball ist das. Nein, beim Synchronschwimmen passiert sowas nicht.

Zu allem Elend hat sich auch Dekoelement David Beckham direkt an den Schiedsrichter gewandt, nach dem Schlusspfiff (der ja irgendwie erlösend war, aus Britischer Sicht) und gesagt

Shame on you, Ref

Basta. Wenn das keine Ansage ist.

Alle haben es gesehen, nur das Schiedsrichtertrio nicht. Buhmänner. Laut der Schrei nach Videokameras, Videoschiedsrichtern und Videokabinen. Oder so. Fussball gespielt, Big Brother, wird immer noch auf dem Rasen. So grün wie der Neid. Voilà.

Was nämlich vergessen geht: England hätte so oder so verloren. Warum? – Eben, weil England keine Fussballnation ist. Shame on you.

Fussball-WM: Gips mir, Baby!

21. Mai 2010

Nachdem dieser Blog ja ganz unsportlich die Spannung aus der Fussball-WM genommen hat durch die vorzeitige Publikation des Weltmeisters – Sie erinnern sich: Argentinien – versuchen Herr und Frau Medien trotzdem verzweifelt, das laue WM-Vorfreude-Süppchen zu einem Fünfgang-Supermenü hochzukochen. Und das rund 30 Tage vor dem Anpfiff. Nur noch 30 Mal schlafen, Mann! Oder noch weniger.

Michael Ballack hat sich verletzt, was nicht wenige Experten zur Aussage veranlasst, dass die Siegeschancen für Deutschland damit entscheidend geschmälert werden. Das ist sozusagen das Innenbändlein an der Waage, wenn Sie mir, liebe Leserinnen und Leser, diesen komplett unqualifizierten Scherz erlauben. Nicht weniger Experten veranlasst die Verletzung von Herrn Ballack zur Annahme, dass die Chancen für Deutschland damit gestiegen seien. Man wird sehen. – Oder besser gesagt: Man wird eben nicht sehen, weil – oh Wunder! – Argentinien ja den Goldklumpen mit nach Hause nehmen wird.

Gerade so kurz vor WM-Start ist ja das gepflegte Verletztsein regelrecht trendy geworden. Bei den Schweizern (natürlich, die Schweiz spielt auch mit, aber ganz sicher) ist ja Spycher verletzt ausgefallen und hat somit Magnin eine hervorragende Möglichkeit geboten, ins WM-Kader nachzurücken und sich nach allen Regeln der Kunst ebenfalls zu verletzen. Not gegen Elend. Böse Zungen behaupten ja, die Schweizer Nationalmannschaft hätte an der Endrunde 2006 mehr Erfolg gehabt, wenn ein paar Stamm-Penaltyschützen verletzt gewesen wären. Wenn. Ist ja egal. Der ursprünglich vorgesehene deutsche Torhüter hat sich übrigens auch weh getan und fliegt daher nicht nach Afrika. Sowieso egal. Millionär.

Vom Verletzungspech verschont geblieben sind glücklicherweise die Trainer sämtlicher teilnehmenden Teams. Man stelle sich ein Ottmar Hitzfeld mit Gipsbein am Spielfeldrand vor. Das sähe vielleicht blöd aus. Oder Maradona mit einem geschienten Arm. Geht nicht. Wie soll man da Zigarren rauchen. Das würde die ganze Mannschaft aus dem Konzept bringen und sie würde ganz sicher erbärmlich verlieren. Womöglich würden sich viele Stammspieler aus purer Solidarität ebenfalls verletzen. Zweifelsohne. Ganze Partien müssten von der FIFA abgesagt werden, mangels Spielern. Am Ende würden auch die Fernsehzuschauer zu Hause den unmittelbaren Drang der Zugehörigkeit verspüren, zu ihrem favorisierten Team, und spontan verunfallen. Zum Beispiel vom Sessel zu gleiten, einer Schwalbe gleich. Und sich den Knöchel zu verstauchen. Oder die Hand, beim Öffnen der Kartoffelchips.

Dieser unschöne Trend wurde ja eingeläutet … ja, von wem denn nun? – Richtig: Von David Beckham, the one and only Beckham. Der, der mit der Schminke tanzt und überhaupt das Mass aller Dinge ist. Beckham war der erste Name, der fett die Zeitungen schlagzeilte und eine ganze Nation von Teeköpfen ins Elend stürzte. Das haben wir davon. Ein Spieler verletzt sich und eine ganze Fussballnation ist mausetot. Zum Totlachen.

Der interessierte Leser wird sich nun zurücklehnen, dreimal tief atmen und sich fragen: „Was, mein lieber Scholli, was in aller Welt will uns dieser Artikel sagen?“ Und: „Wir haben diesem Blog ein Grossteil unseres Wissens entnommen und jetzt begreifen wir plötzlich die Kernbotschaft nicht mehr.“ Das ist verständlich. Was also wollen uns die obigen Ausführungen mitgeben? Die Antwort liegt auf der Hand (nein, Diego, nicht auf der Hand Gottes …) und ist so simpel wie einfach:

Bleiben Sie gesund. Trotz Verletzung.

Brasilien Weltmeister? – Nein. Nein!

29. April 2010

Gut. Das mit den Analysten kennen wir ja. Ist so eine Sache. Glücksache. Analysten sind so unantastbar, so flüchtig. Die Kachelmänner der Finanzwelt, die Propheten unserer Zeit.

Die Bank UBS hat denn auch eine Studie herausgegeben über den Ausgang der Fussball-WM 2010. Jene Menschen, die sonst Unternehmen bzw. Aktien analysieren, haben die Teams aufs Korn genommen und anhand verschiedener Faktoren die Wahrscheinlichkeiten errechnet. Mensch.

Schön. Jetzt kann man ja sagen „okay, das kann jeder, man braucht bloss das FIFA-Ranking anschauen“ oder „es ist eine Analyse, es ist von Analysten, ergo Schwachsinn“. Allerdings: An der WM vor vier Jahren haben genau diese Analysten den Sieger Italien vorausgesagt. Hmmm. Schon toll, hä.

Inspiriert von diesem Erfolg wurde für die Europameisterschaft vor zwei Jahren ebenfalls eine Studie erstellt. Und was glauben Sie, wie sehr diese sich bewahrheitet hat? – Ganz und gar nicht. Eben. Dessen sind sich eben diese Experten auch bewusst, wie explizit in der Studie erwähnt ist.

Zur Sache. Brasilien wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 22% den Pokal an den Zuckerhut entführen. Weitere Favoriten sind:

Deutschland 18%, Italien 13%, Niederlande 8%, Frosch … sorry! Frankreich 6%, Argentinien 5%, Spanien und England mit je 4%. Das Team der Schweiz ist – die Fachwelt ist perplex – nicht unter den Siegeskandidaten aufgeführt. So süss.

So. Ist die ganze Spannung nun weg? – Nein, keineswegs. Einerseits haben die Analysten – wie oben am Beispiel der EM 2008 erklärt – nicht immer recht. Und anderseits haben die Analysten den unfehlbaren Tipp im unfehlbaren Blog nicht berücksichtigt. Grosses Kopfschütteln. Hier und jetzt bleiben wir natürlich bei der Prophezeiung schlechthin:

Argentinien – und nur Argentinien – wird Weltmeister.