Posts Tagged ‘Cornflakes’

Vitamine und so

17. Februar 2015

Inzwischen ist erwiesen, dass Vitamine das Leben verlängern. Dabei gilt die Faustregel, dass das Leben um diejenige Zeitspanne verlängert wird, die für die Einnahme der Vitamine benötigt wird. Wie wir alle insgeheim vermutet hatten ist ein Apfel also um einiges gesünder als eine Vitaminpille (beim Alkoholkonsum ist es übrigens so, dass kleine Mengen langsam eingenommen ungesund sind, weshalb es sich empfiehlt, grosse Mengen rasch einzunehmen).  

Vom Placebo-Effekt haben wir noch gar nicht gesprochen. Unwissentlich eingenommene Vitamine haben einen fast um die Hälfte geringeren Effekt als wissentlich eingenommene. Wenn Sie Ihrem Kind also erklären, dass Gemüse viel Vitamine beinhaltet, so wird es unter Umständen nicht die gleiche Menge davon erbrechen wie es eingenommen hat, beziehungsweise wird die verbleibende Menge einen enormen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben. Bei Schokolade ist es übrigens ganz ähnlich, weil diese bis zu neunzig Prozent weniger Kalorien beinhaltet, wenn Sie sie mit geschlossenen Augen geniessen.  

Die Lebensmittel-Industrie macht sich diese Erkenntnisse insofern zunutze, dass sie zum Beispiel auf Verpackungen von Frühstücksflocken extrem viele Vitamine aufführt, die in ebendiesen enthalten sein sollen. Zuweilen wird von einigen Herstellern auch Zucker mit Vitaminen verwechselt, weshalb auch Cornflakes ausschliesslich mit geschlossenen Augen konsumiert werden sollten. In Ausnahmefällen ist der Verzehr der Kartonverpackung gesünder als deren Inhalt.  

Am gesündesten sind vermutlich Früchte. Sie beinhalten Fructose, die lieb ist, im Gegensatz zum bösen herkömmlichen Zucker. Das ist raffiniert. Roger Federer zum Beispiel isst in den Pausen (englisch: Break) jeweils eine Banane, was gut sein muss, weil Roger Federer gut ist und nur Gutes tut.  

Ewige Kritiker könnten hier natürlich einwenden, dass Bananen nur von Tennisspielern präferiert würden, weil sie so gelb sind wie diese doofen Tennisbälle und beispielsweise eine Karotte weitaus gesünder wäre, jedoch Menschen, die Karotten essen, fast so doof aussehen wie Tennisbälle es tun.

Wir wissen es nicht. Ostdeutschland hat übrigens keine Tennisgrössen hervorgebracht, was sicherlich ein Argument für die Banane im Kontext mit dem Tennissport ist (hingegen kenne ich ein paar Leute, die regelmässig Bananen essen, jedoch zeitlebens noch keinen Tennisschläger in der Hand gehalten haben).   Fazit: Essen Sie Früchte und bleiben Sie gesund! Und lassen Sie um Himmels Willen Roger Federer in Ruhe!

Cornflakes? – Coop!

22. September 2010

Im kürzlich auf diesem Blog erschienenen Artikel Meine Freunde, die Cornflakes wurde die mathematische Komponente der Inhaltsstoffe-Deklaration von Cornflakes durchleuchtet. Also, eigentlich wurde sie nicht durchleuchtet sondern mit einem faustdicken Fragezeichen versehen.

Natürlich wollte ich als verantwortungsbewusster Conflakes-Konsument die Welt nicht mit dieser offenen Frage ins Desaster schicken, wollte die Leserschaft nicht schweissgebadet in der Nacht aufwachen lassen mit eben dieser Frage, was denn nun wirklich die absolute Wahrheit sei über unser aller liebstes Lebensmittel. Und habe den Coop-Konsumentendienst angeschrieben.

Nach ein paar Tagen diese Antwort:

Sehr geehrter Herr ****

Besten Dank für Ihre eMail vom 17. September 2010. Gerne beantworten wir Ihre Frage.

Normalerweise werden Mengenangaben bei Produkten in % gemacht und diese Menge bezieht sich auf den Zeitpunkt der Verarbeitung (Rezeptur).

Bei Produkten, die während der Verarbeitung Wasser verlieren, müssen die ursprünglich eingesetzten Mengen deklariert werden. Das heisst, dass in schlussendlich 100 g des fertigen Produkts unter Umständen mehr Zutaten zugefügt worden sind, da sie noch Wasser verloren haben.

Die Deklaration ist also wie folgt zu lesen: „Für 100g Prix Garantie Corn Flakes werden (unter anderem) 103 g Mais und 4 g Zucker verwendet“.

Gerne zitieren wir einen Auszug aus dem ?Leitfaden zur Umsetzung der mengenmässigen Angaben von Zutaten (QUID) gemäss Art. 20a Lebensmittelverordnung (LMV)? des BAG:

Art. 20a Abs. 3 Bst. a LMV: Abweichend von Art. 20a Abs. 3 Satz 2 gilt:

Bei Lebensmitteln, denen durch Hitzebehandlung oder in anderer Weise Wasser entzogen wurde, ist die Menge der verarbeiteten Zutaten in Massenprozent, bezogen auf das Endprodukt, anzugeben. Übersteigt die Menge einer solchen Zutat oder die Gesamtmenge aller Zutaten 100 Massenprozent, so ist stattdessen die Masse der bei der Herstellung von 100 g des Endproduktes verwendeten Zutaten anzugeben.

Für Rohwurstwaren, die als Mischprodukte bei unterschiedlichen Austrocknungsprozessen der einzelnen Bestandteile gereift in Verkehr gebracht werden, kann die im Zeitpunkt der Herstellung eingesetzte Menge der Zutat in das Verhältnis entweder zum sogenannten „Grüngewicht“ (d.h. vor der Reifung) oder zum Endprodukt (d.h. nach der Reifung) gesetzt werden:

Beispiel: „Pferdesalami ? Fleischerzeugnis aus Pferde- und Schweinefleisch zum Rohessen“

Für 100 kg Rohmaterial („Grüngewicht“) werden 48 kg Pferdefleisch, 29 kg  Schweinefleisch, 19 kg Speck und 4 kg Salz, Gewürze und andere Zutaten. Nach einem Trocknungsverlust von 35 % ergeben sich 65 kg Pferdesalami.

a)      Angabe bezogen auf das Endprodukt (d.h. nach der Reifung):
„100 g Salami aus 74 g Pferdefleisch und 45 g Schweinefleisch hergestellt“. Weil die Gesamtmenge der gequideten Zutaten 100 Massenprozent des Endproduktes übersteigt, ist das Gewicht für die Herstellung von 100 g des Endproduktes anzugeben.

b)      Angabe bezogen auf das Grüngewicht (d.h. vor der Reifung):
„Zutaten: Pferdefleisch (48 %), Schweinefleisch (29 %), Speck, Salz, Gewürze,….“ Da sich der Anteil der wertbestimmenden Zutat einfacher und präziser im Zeitpunkt der Herstellung beziffern lässt und die Konsumentinnen und Konsumenten nicht getäuscht werden, ist bei Rohwurstwaren auch diese mengenmässige Zutatendeklaration möglich.

Genügen Ihnen diese Angaben? Sonst sind wir gerne für Sie da.

Freundliche Grüsse

Coop

I*** *****
Sachbearbeiterin
Konsumentendienst
Tel. 061 *** ** **

Voilà. – Das nenne ich Dienst am Kunden.

Meine Freunde, die Cornflakes

9. September 2010

Cornflakes ist ein geiles Wort. Irgendwie schick. Flutscht so über die Zunge und schon nur der Klang ist knusprig. Okay, okay, mit Milch wird’s schnell mal pampig, aber darum geht’s hier nicht.

Hier geht’s um Esskultur. Neulich auf die Verpackung meiner Billig-Cornflakes geschielt, meiner Coop-Prix-Garantie-Flakes, und da richtig nachgelesen, was da so drin ist, in diesem Gaumenschmaus. Eventuell sind Billig-Lebensmittelingenieure zuständig für Discount-Food. Oder Mathe-Antigenies. Egal. Jedenfalls folgendes gelesen, zum Inhalt:

Zusammensetzung pro 100g: Mais (103g), Zucker (3g) …

Ja, meine liebe Leserin, mein lieber Leser, schauen wir doch besser nicht zu genau hin, was wir da essen.