Posts Tagged ‘Bus’

Hmmm …

22. Juni 2015

Mai_2015_Panasonic 043

Linienbus Dietikon ZH, 2015

Heil dem Hungerpunkt!

13. August 2010

Neulich Bus gefahren. Kann passieren. Auch im Bus fickt uns die Werbung. Zum Glück. Konsumglück. Steht da gross am Fenster geschrieben:

Anti-Rauchen-Akupunktur CHF 190.– inklusive Behandlung Hungerpunkt

Herrlich! Wer hier wirbt, der stirbt (sorry, reimt sich so schön). – Nein, Entschuldigung: Wer hier wirbt, der ist clever. Ist es doch gerade das Hungerargument, dass viele Raucher vom Aufhören abhält. Genau, flach wie eine Flunder ist der Marlboro-Mann.

Stimmt das überhaupt, das Aufhören-und-Fett-werden-Argument? Da liegen sich die Experten in den Haaren. Die Einen sagen, dass sich mit dem Aufhören der Stoffwechsel so ungünstig und richtig ungeschickt verändere, dass man dick und rund werde. Litfasssäule. Andere sagen, dass das Rauchen den Appetit hemme und man nach dem Aufhören demnach einfach viel mehr esse. Zweiteres liesse sich ja irgendwie noch kontrollieren, so mit Wille und so, die Ersatzbefriedigung unterdrücken. Wille.

Ich sage: Es ist egal. – Was ist egal? – Alles ist egal: Wer rauchen will, der soll eben rauchen. Die anderen sollen es eben bleiben lassen und wer aufhören und nicht zunehmen will, der soll eben aufhören und nicht zunehmen. Aha. Soweit, so gut.

Um auf die Werbung im Bus zurückzukommen: 190 Franken sind schon ein stolzer Preis, auf den ersten Blick. Bei Kosten von sportlichen 7.50 Franken pro Schachtel und einem Konsum von – sagen wir – einer Schachtel pro Tag, dann … na na, wir wollen doch hier nicht anfangen, Dinge vorzurechnen. Jedenfalls ist der Akupunktur-Zauber schnell amortisiert. Wenn er wirkt. Ja, Wenn er wirkt. Einverstanden: Sterben ist billiger.

Da wir ja hier keinesfalls Raucher von ihrem Tun abhalten wollen, die Freiheit jedes einzelnen mündigen Bürgers so etwas von respektieren, schliesse ich diesen weltbewegenden Artikel mit dem weisen Satz, der mir kürzlich zitiert wurde:

Passionierte Raucher, die ständig von den tödlichen Gefahren des Rauchens lesen, hören auf. Mit Lesen.

In diesem Sinne: Rauchen Sie gut!

Schönen Gruss vom Hungerpunkt.

Foto #5

26. Mai 2010

Ecuador 2001; Busse in Quito

Ziehmlich unspektakulär

Folge mir!

17. Mai 2010

Wollte ich schon immer mal: In ein Taxi steigen, ausser Atem, und zum verdutzten Fahrer rufen „Folgen Sie diesem Wagen!“ So ganz wichtig, so ganz à la Bourne Identity. Muss geil sein. Vielleicht noch mit einem Mobiltelefon am Ohr. Oder mit so einem angehängten Ausweis, in einem dämlichen Klarsicht-Etui. Dunkle Sonnenbrille. Das mache ich irgendwann. Während der Fahrt kann man ja dann die richtige Destination angeben und dem nervösen Driver Entwarnung geben. Mit Sicherheit wäre das auch eine Abwechslung im Alltag des Taxifahrers. Mit Sicherheit.

Wollte auch mal die Menschen austesten im Bus. Einfach mal mit einem Kollegen auftauchen und sich nicht setzen, sondern stehen bleiben. Und auf die Frage, ob ich nicht sitzen wolle, einfach mal ganz lautstark antworten „nein, ich habe Hämorrhoiden.“ Gucken, wie die Passagiere so reagieren. Ob die lachen oder wegschauen. Ob das dann peinlich ist, ein bisschen. Oder sehr. Obwohl das ja nichts sonderliches wäre, so Hämorrhoiden. Komisch eigentlich, das das vermutlich allen peinlich wäre, im Gegensatz zu vielen anderen Leiden. Komisch. Geschissen wird immer.

Wollte auch schon immer mal beim Arzt etwas behaupten. Wissen Sie, so richtig. Zuerst zuhören von wegen Diagnose und so und danach einfach sagen „Nein, das glaube ich nicht, es ist eher soundso oder dasunddas.“ Einfach eine absurde Behauptung aufstellen und dann darauf beharren. Um zu gucken, was passiert. Aber so richtig abwegig, wissen Sie, wenn Sie zum Beispiel aufgrund von Bauchschmerzen hingehen, dann einfach sagen, es sei sicher das Bein. Das strahle sicher ab, das hätte man dort und dort gelesen oder gehört. Durchaus legitim. Es gibt doch diese Gesundheits-Sendungen am TV.

Na ja, vielleicht will ich das doch nicht.

Zehn Minuten

25. März 2010

Bolivien. Eine Busfahrt von Cochabamba nach Sucre dauert 11 Stunden, versichert der Mann am Ticketschalter mit Vertrauen erweckender Miene. Gut. Nachtfahrten sind gefährlicher als Tagfahrten, wegen der Überfälle. Sagt Lonely Planet. Allerdings spart der Tourist beim Ersteren eine Übernachtung in der Herberge. Gut: Nachtbus.

Mit einer Stunde Verspätung fährt der Bus los. Während der Fahrt hält der Chauffeur ein paar Mal an, um weitere Passagiere aufzunehmen, die jedoch keinen Sitzplatz mehr finden. Sie legen sich im schmalen Korridor hin. Ihr Fahrtgeld wandert in die Taschen des Personals. Jedem das Seine.

Um etwa drei Uhr morgens zieht ein wüstes Gewitter auf, weshalb der Bus zum Stehen kommt. Es herrscht Erdrutschgefahr. Das Dach des Fahrzeuges ist offenbar ein Schönwetter-Dach, denn die Insassen erhalten eine kalte Dusche.

Schliesslich fahren wir weiter, doch an vielen Stellen ist die Strasse überspült. Dann steigen ein paar Männer aus (auch Fahrgäste) und machen mit Schaufel und Pickel den Weg passierbar. Keiner murrt.

Etwa eine Fahrstunde vor dem Ziel hat sich ein regelrechter Fluss quer durch die Piste gepflügt. Mit normalen Werkzeugen ist da nichts zu machen. Schade. Ein paar Leute steigen aus und begutachten die Situation. Pause.

Ich frage den Fahrer, was man da mache. Die Antwort: „Wir können nicht durch“. Gut, das ist einleuchtend. Immer noch Pause.

Ich frage, was wir jetzt machen würden. „Wir können nicht durch, wir müssen warten“.

Angesichts der grossen Wassermenge, die über die Strasse plätschert, hake ich nach, auf was wir warten müssten. Seine Antwort: „Wir müssen warten“. Der Fahrer lehnt sich zurück und verschränkt die Arme. Unter den Gästen sind Frauen mit Kleinkindern. Egal. Warten.

Nach etwa zwei Stunden Warten im Ungewissen verlangen wir unsere Rucksäcke aus dem Gepäckraum und waten – gemeinsam mit einem anderen Touristenpärchen – durch das Wasser ans andere Ufer, an dem sich glücklicherweise ein kleines Dorf befindet. Dort feiert man (es ist der 2. Januar) immer noch Neujahr und ist ziemlich betrunken. Sehr ziemlich.

Trotzdem organisiert ein hilfsbereiter Bewohner ein Auto, welches uns sicher nach Sucre bringt. Insgesamt sind zehn Personen in einen Kombi gepfercht, das Gepäck auf das Dach geschnallt. Die am Strassenrand stehende Polizeipatrouille allerdings winkt uns durch. Mit etwa sechs Stunden Verspätung treffen wir in Sucre ein.

Szenenwechsel: Zürich Hauptbahnhof, abends. Stosszeit. Der Zug nach Lenzburg-Aarau-Liestal-Basel ist überfüllt. Viele Pendler haben die Stehkarte gezogen. „Infolge einer Stellwerkstörung hat dieser Zug fünf bis zehn Minuten Abgangsverspätung“. Und dann bittet die metallene Stimme um Verständnis. Viele Passagiere ärgern sich, raunen, werden nervös, greifen zum Mobiltelefon, beschweren sich beim Zugbegleiter.

Und zehn Minuten später… – fährt der Zug los.