Posts Tagged ‘Boris Becker’

Bumm-Bumm

17. November 2017

Boris Becker ist ein Tausendsassa: Er ist der jüngste Spieler, der das legendäre Wimbledon-Turnier gewonnen hat. Wer kann das schon von sich behaupten? (ähm … nur einer). Er war einer der besten «Serve-and-Volley-Spieler» überhaupt und bekannt für seinen Hammerharten Aufschlag, der ihm zeitweise den Spitznahmen «Bumm-Bumm-Boris» einbrachte. Egal ob auf Sand, Rasen oder Linoleum, auf dem Tennisplatz oder in der Besenkammer: Becker macht immer eine gute Figur. Natürlich hatte er auch Ärger mit der deutschen Steuerbehörde, was bei Promis in Deutschland sozusagen zum guten Ton gehört. Und er ist pleite (war jedenfalls in der «Bild» zu lesen). Am 22. November feiert Boris Franz Becker seinen fünfzigsten Geburtstag. Wir gratulieren Ihnen ganz herzlich, Herr Becker! Wir lieben Sie und Ihren Stil, selbst wenn wir keinen blassen Schimmer haben, was ein «Serve-and-Volley-Spieler» ist.

Amadeus Benedict Edley Luis Esssseeeen ist fertig!

13. Februar 2010

So so. Der Boris Becker hat also einen dritten Sohn gekriegt. Also, eigentlich, na ja, gut. Ist ja gut, alter Spruch. Jetzt kann man natürlich hingehen und sagen „ha, der Boris hat einen dritten Sohn gekriegt“ und dann ist die Sache gegessen. Einfach so. Als ob man sagen würde „heute morgen hatte die Strassenbahn – schlimmer noch – meine Strassenbahn geschlagene fünfzehn Minuten Verspätung.“ So unerträglich simpel. Aber so läuft das nicht. Es wäre zu einfach.

Die Realität ist natürlich anders. Ich liebe Gedanken, die so beginnen. Die Realität ist natürlich anders. Als ob alles vorherige, alles vorher angedachte plötzlich vollkommen sinnfrei wäre, auf einen Schlag. Das hat so etwas Totalitäres. Egal. Jedenfalls ist es ein viel, viel tiefschürfenderes Ereignis, wenn Boris (bzw. eben seine Partnerin) einen Jungen zur Welt bringt. Die Welt kriegt eben nicht nur einen neuen Bewohner, sie schaut eben speziell genau hin. Und: Wäre dies ein belangloses Ereignis, so würden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, in diesem Blog nicht damit konfrontiert. Das ist schliesslich eine Art sakraler Blog.

Aus diesem Grund ist es auch von essenzieller Bedeutung, für uns, für diesen Planeten, für alle eben, wie denn dieses Erdenkind heisst. Es heisst Amadeus Benedict Edley Luis. So und nicht anders. Man kann das jetzt schön finden oder nicht. Man kann auch seufzen und sagen „nein, Mann, nein, warum tauft jemand sein Kind Amadeus Benedict Edley Luis“ und dann ein bisschen überlegen und hinzufügen „na ja, Amadeus Benedict Edley Luis sind ja schon schöne Namen“. Genau. Oder man kann einfach die Fresse halten. Beziehungsweise einfach nichts darüber denken. Was ja am einfachsten ist, nichts denken.

Darum gehts hier nicht. Wenn ein hervorragender Tennisspieler – oder meinetwegen ehemaliger hervorragender Tennisspieler – seinen Sohn Amadeus Benedict Edley Luis tauft, dann hat das schon einen gewissen wegweisenden Charakter. Ein Zeichen. Eine gewisse, unbestreitbare Signalwirkung. An die Welt. Es wird die Namensgebung vieler zukünftiger Kinder massgeblich beeinflussen. Selbst die Namen von Kindern von Eltern, die so etwas von überhaupt nicht Tennis spielen. Die vielleicht Golf spielen oder Fussball. Oder beides zusammen, wenn auch nicht gleichzeitig. Die vielleicht Schach spielen oder gar nichts. Wobei: Würden Sie, rein hypothetisch, wenn Sie jetzt Synchronschwimmer wären, rein hypothetisch, Ihren Sohn Amadeus Benedict Edley Luis taufen? Mal ganz ehrlich.

Amadeus Benedict Edley Luis wird vielleicht nicht gerade zum neuen Kevin. Aber: Man wird diesen Namen jetzt schon ein paar Mal hören und lesen. Nicht nur in der Bild-Zeitung. Und wenn schon, dann nicht bewusst, denn Hand aufs Herz, würden Sie Ihrem Sohn einen Namen geben, den Sie wissentlich in der Bild-Zeitung gelesen haben? Na ja. Egal. Jedenfalls werden alle noch ein paar Mal davon hören und lesen. Und sich Gedanken dazu machen. Tennis hin oder her.

Wenn Sie jetzt denken, das alles sei trivial, dann sei gesagt, dass genau dies das so unglaublich heimtückische daran ist, dass viele die Bedeutung dieser Gedanken total unterschätzen und erst viel später den wahren Gehalt, den eigentlichen Sinn dahinter begreifen. Das ist sozusagen ein Versprechen. Sie werden verstehen. Glauben Sie mir. Denken Sie beim nächsten Mal daran, wenn Sie ein Kind bekommen.