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Avatar – Schall und Rauch

17. Januar 2010

Die heutige Schweizer Presse (siehe Link) bringt es auf den Punkt: Es ist ein Skandal! Da erlaubt es sich die Traumfabrik Hollywood tatsächlich, die Heldin rauchen zu lassen. Und das in einem Streifen mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. Da bleibt uns die Spucke weg, die nikotingeschwängerte. Gerade in Fantasyfilmen ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen mit den Filmfiguren identifizieren können. Das war schon bei Harry Potter so, als jedes Kind plötzlich zaubern wollte. Oder bei Batman, welcher Dreikäsehochs in aller Lande dazu animierte, im Kostüm fachmännisch aus der sechsten Etage zu springen. Nur Fliegen ist schöner. Also, Avatar: Wer den Film gesehen hat, der weiss, dass die Heldin während der Geschichte auch tatsächlich den Tod gefunden hat. Das gute Mädchen ist allerdings nicht an Krebs gestorben, sondern an etwas anderem, was ich leider vergessen habe, oder – ob der unermesslichen Tragik – erfolgreich verdrängt habe, jedoch nicht matchentscheidend ist. Dies könnte, gerade für clevere 12 jährige Jugendliche, durchaus zum Rückschluss führen, dass Rauchen zwar ungesund ist, dies aber für Helden absolut unwichtig ist, weil sie sowieso sterben. Heldentod. Andersrum: Der Bösewicht, der ja irgendwie auch ein Held ist, hat nicht geraucht und am Schluss trotzdem abgekr … – Entschuldigung. Summa summarum darf es nachdenklich stimmen, dass im Film ein paar Hundert Menschen und Fantasiewesen in einer unerbittlichen Schlacht umkommen und sich besagte Interessengruppen daran stören, dass eine der Hauptfiguren raucht. Denn gerade in Kriegen – sei es nun im Film oder in der traurigen Realität – ist die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher, an zu viel Blei als an zu viel Teer zu sterben. Statistisch bewiesen. In diesem Sinne: Rauchen Sie gut!

Avatar – Genau wie Titanic. Nur anders.

2. Januar 2010

Tipp an die Männerwelt: Wenn Sie Ihre Partnerin überzeugen möchten, diesen Film mit Ihnen anschauen zu gehen, dann lautet der absolute Gewinner-Schlüsselsatz „Honey, dieser Regiesseur hat schon Titanic gemacht“. Das klappt. Nein, Sie brauchen Ihre Liebste nicht Honey nennen, ausser Sie sind total bescheuert. Was ja unmöglich sein kann, da Sie ja diesen Blog lesen. Schleimerei. Wer seinen Augen einen Gefallen tun will, der könnte mit dem Blockbuster Avatar gut bedient sein. Tatsächlich glänzt der Film mit fantastischen Bildern und extrem guten Effekten. Die Story (gab es eine Story?) ist so schnell erklärt wie diejenige von Titanic: Ein Schiff sinkt. Nein, ehrlich, ein ausgemusterter US-Marine wird auf einem fernen Planeten in eine der einheimischen Kreaturen transferiert, um das Volk zu infiltrieren und mit den gewonnen Informationen eine Invasion zu ermöglichen. Die Dialoge sind Hollywood-typisch bemüht seicht gehalten, sodass sich der Zuschauer auf den visuellen Teil und auf die Pop Corn konzentrieren kann. Offenbar gibt es in Los Angeles irgendein Gesetz, das sinnvolle Dialoge in Filmen unter Strafe stellt, weshalb Blockbuster vor der Veröffentlichung einem Testpublikum vorgeführt werden, bestehend aus ein paar Petflaschen. Leeren. Egal. Die rund 3 Stunden Spieldauer – schon die Titanic hatte so lange gebraucht um unter zu gehen, oder? – sind natürlich unüblich und bedürfen organisatorischer Vorkehrungen jedes einzelnen Besuchers: Getränke, Pinkelpausen und Nickerchen gut einteilen! Ansonsten: Zurücklehnen und geniessen. Prädikat Empfehlenswert! Also, Stichwort Titanic. Klappt hundertprozentig. Sie brauchen ja nicht erwähnen, dass James Cameron (oder wie der auch heisst) auch ein paar Terminator gemacht hat, die ja übrigens auch sehr überzeugend sind. Titanic, Leonardo Di Caprio, Jöö-Effekt. Bei mir hat’s nicht geklappt.