Posts Tagged ‘Auto’

Da Car

25. September 2013

Ferien_Frankreich_2013 338

Frankreich, 2013

Das erste Mal

14. März 2013

Das unbestritten Schönste am Genfer Autosalon sind die Premieren: Ein paar sehr, sehr schöne Frauen reissen an einem überdimensionalen Bettlaken, das über einem Auto liegt, und Schwupps! – Hervor kommt ein Auto. Jeder Mensch auf diesem Planeten sollte das Recht haben, einmal im Leben ein Fahrzeug zu enthüllen. Oder zumindest ein Fahrrad. Es ist sozusagen die Defloration des neuartigen Mobilitätsbewusstseins. Einfach schön. So befreiend.

Viele Menschen stehen dann um dieses neue Auto herum und sagen Dinge wie «ahhh» und «ohhh» und «den möchte ich, Schatz». Andere fotografieren dann, und das blitzt und glitzert dann so schön, und die Zeitungen und einschlägige Zeitschriften berichten am nächsten Tag, dass dieses Auto Premiere hatte. Und wie stark der Motor sei und wie unglaublich vielfältig und neuartig die Innenausstattung. Und wie toll es sein muss, darin eine junge Frau zu vernaschen. Gut, erwischt, das war gelogen, das mit der Innenausstattung.

Es ist ein tolles Gefühl, ein Auto zu fahren, das erst gerade auf den Markt gekommen ist, gerade erst Premiere hatte. Irgendwie individuell. Je nach Automarke gibt es nur ein paar Zehntausend andere Menschen, die genau dieses Auto besitzen. Weltweit. Sollen sich doch all die anderen Vollidioten mit einem Gefährt fortbewegen, das nie Premiere hatte. Sollen die doch ein General-Abonnement der SBB kaufen oder zu Fuss gehen. Die anderen, die sind doch so etwas von Mainstream.

Bei manchen Premieren tanzen dann junge Leute um das neue Gefährt herum, so ähnlich wie um ein goldenes Kalb. Das sieht dann richtig gut aus, so ähnlich wie modernes Ballet, und nennt sich «Performance». Natürlich tanzen im richtigen Leben keine Leute um uns herum, wenn wir dieses Auto kaufen. Höchstens vielleicht beim Parken in der Fussgängerzone. Aber es ist schon ein gutes Gefühl, ein Auto zu haben, das alle Menschen schön finden. Mit ein bisschen Glück finden diese Menschen dann auch die Person am Steuer schön. Und wenn man dann keine Lust hat, sich von anderen schön finden zu lassen, kann man einfach davonbrausen. – Brrrrrrummm, ein tolles Gefühl!

Aber was braucht man darüber lesen – fühlen soll man das! Probieren Sie es aus, liebe Leserin, lieber Leser. Nehmen Sie teil an einer Premiere und kaufen sie die vorgestellte Neuheit an Ort und Stelle. Das ist doch dieser neue Lifestyle, von dem heute alle reden: Mit der Bahn nach Genf und mit dem brandneuen Auto nach Hause. Mit etwas Glück haben wir sogar keinen Stau auf dem Nachhauseweg. Gute Fahrt!

Foto #7

3. Juni 2010

Cuba 2002; Havanna

Tempo, Baby, Tempo!

14. Februar 2010

Es lebe der Temporausch! Wir kennen das Gefühl: Schnell Auto fahren, sehr schnell, sei es auf der Autobahn oder auf der Landstrasse. Es ist fast unbeschreiblich, dieses Gefühl von Geschwindigkeit, von Schnelligkeit. Geil. Mit 220 Km/h auf der Bahn? – Einfach geil. Natürlich blenden wir hier die extremen Gefahren aus. Bewusst.

Was ist es eigentlich, was diese Art des Rausches – es ist ja eine Art Rausch – ausmacht? Was sind die Faktoren des Temporausches?

Ist es die Beschleunigung, die uns in den Sitz drückt und so ein Kribbeln in der Bauchgegend verursacht? Eher nicht, vermutlich. Dann würde ja ausschliesslich die Phase der Beschleunigung den Rausch verursachen. Will heissen: Der Tempoexzess würde sich aus ständigem Beschleunigen und wieder Abbremsen für abermaliges Beschleunigen zusammensetzen. Tut er nicht. Und der Start in einem Flugzeug wurde ja ebenfalls einen Temporausch verursachen, was zumindest bei mir – der ich ja das Mass aller Dinge bin – nicht der Fall ist.

Was ist es dann? Sind es die Effekte, die Anzahl Bilder, mit denen unsere Augen und somit unser Gehirn konfrontiert werden, wenn wir das Umfeld, die Strasse, die Landschaft mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbeirauschen sehen? Strasse fressen, wie man so schön sagt? Ist es das? – Vielleicht. Doch dieser Effekt müsste bei einem Videospiel ebenfalls eintreten, bei einer Rennsimulation. Tut er aber nicht, jedenfalls nicht in gleichem Masse.

Ist es die Gefahr, der Adrenalinschub? – Na ja, durchaus möglich. Wobei sich der Körper ja angeblich anpasst, was heisst, dass beim Wiederholen des gleichen, gefährlichen Erlebnisses nicht mehr die gleiche Menge dieses Hormones ausgeschüttet wird. Die Folge davon müsste ja sein, dass der Tempoexzess je länger je mehr an Reiz verlieren würde. Gut, vorerst würde man sich ständig zu steigern wissen, aufgrund der eben besagten Anpassung. Doch irgendwann bringt auch der 5er-BMW nicht mehr Leistung. Für den Raser käme der Zeitpunkt des Abstumpfens. Und er würde dem Tempo abschwören. Und einen Twingo kaufen, vermutlich.

Na ja. Sieht ganz so aus, als würden wir diesem Rätsel hier nicht auf den Grund gehen können. Vermutlich ist es eine Kombination der eben beschriebenen Faktoren. Das Rätsel bleibt also ungelöst, hier, was heissen könnte, dass A) das Thema irrelevant ist für die Rettung der Welt, die ja dieser Blog bekanntlich anstrebt oder B) Rizzitelli die Lösung (noch) nicht parat hat. Wer weiss, vielleicht komme ich in ein paar Wochen darauf zurück, was als ehemaliger Scirocco-Fahrer wohl eine Art Pflicht darstellt (allen, die sich jetzt darüber lustig machen sei gesagt: Selber schuld, wenn ihr eine Welt bewohnt, die von einem ex-Scirocco-Piloten gerettet wird, schlussendlich).

Und, was ich fast vergessen hätte: Vermutlich ist es egal.

Keine Sorge

25. Dezember 2009

Tolle Geschichte. Zwei junge Männer sind also nachts mit ihrem alten Opel Corsa unterwegs nach Hause. Sie sind vollkommen bekifft. Ziemlich heftig, vielleicht sehen sie sogar den „Slow-down-take-it-easy-Engel“ auf ihrem Rücksitz. Als sie einen Kreisel passieren kommt der eine auf die glorreiche Idee, dass man ja ohne weiteres ein paar Runden mehr drehen könnte. Nur so für lustig. Gesagt – getan. Die beiden kommen zum Schluss, dass vorwärts fahren irgendwie keine richtige Herausforderung ist, worauf der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt und sie sodann im Uhrzeigersinn Runden drehen. Was sich als sehr lustig erweist, bis – Krach! – Ihnen ein korrekt in den Kreisel eingefahrenes Auto ins Heck knallt. Oh je! Angst vor drastischen Konsequenzen macht sich breit, der Schweiss schiesst ihnen auf die Stirn. Davonrennen, flüchten? Die beiden bleiben wir angewurzelt sitzen. Eine Polizeistreife trifft ein und kümmert sich zu ihrem Erstaunen zuerst um den hinteren Wagen. Sie bleiben sitzen. Nach einer kurzen Zeit kommt ein Polizist ans Fahrerfenster und sagt: „Wir erledigen das. Machen sie sich keine Sorgen. Der Fahrer des Wagens hinter ihnen hat 1.8 Promille im Blut und behauptet, sie seien rückwärts im Kreisel gefahren…“

Aufstand der Dekadenz

7. November 2009

Na ja, wir wollen ja nicht alles durch den Dreck ziehen. Und Dacia hat schon nur daher einen Symphatiebonus, weil Dacia Trikotsponsor des FC St. Pauli ist. Bei diesem TV-Spot jedoch wird mit einer Symbolik gespielt, die so nicht angewendet werden dürfte. Fidel Castro würde sich wohl im Grab umdrehen, würde er diese Autowerbung sehen. – Oh, Entschuldigung! Meister Castro weilt ja noch unter uns. Offiziell zumindest. Auch die Herren Marx und Guevara hätten bestimmt ihre helle Freude. Es grenzt an Realsatire: Die Kubanische Revolution wird in Verbindung gebracht mit der (heutigen) Autoindustrie. Dumpingpreise? Werkschliessungen? Verdrängungsmarkt? Kostenbremse? Fehlanzeige. Kapitalismus in Reinform. Aber eben, wie eingangs gesagt, wir wollen ja nicht alles durch den Dreck ziehen. Ein guter Spot. Kaufen Sie einen Dacia!

Parken für Dummies

12. Oktober 2009

Sitze ich doch neulich im Auto. Einkaufen. Vor dem Laden angekommen. Die Gedanken schweben dahin: Oh, oh, oh, wie komme ich nur vom Auto zum Einkaufsladen, ohne von einem dieser Wahnsinnigen überrollt zu werden. Oder vielleicht mitgeschleift, ein paar Meter. Dieser Verkehr heute. Das Leben ist halt gefährlich, hä. Dann: Mann o Mann, mein lieber Rizzitelli, fährst Du schlecht Auto. Hoffentlich überrollst du keinen. Oder schleifst ihn mit. Trotzdem noch die Lücke getroffen. Endlich eingeparkt. Und dann sehe ich – und das ist kein Witz! – vor dem Parkfeld ein Schild mit der Aufschrift „Unerlaubtes parkieren nicht gestattet“. Oje, oje, wärs doch nur ein Rauchverbot. Wär mir so etwas von egal, als ehemaliger Ex-Raucher.