Posts Tagged ‘2014’

Einfach besserer

29. Dezember 2014

Wissen Sie, 2015 wird alles besser. Viel besser. Also, zumindest anders halt, ein bisschen, in etwa so wie 2014. Wir können ja die Jahre nicht so mir nichts, dir nichts miteinander vergleichen, qualitativ. Da müsste man sich schon überlegen, wie die Ereignisse der einzelnen Jahre gemessen würden. 

Am meisten Gewicht haben natürlich jene Vorkommnisse, die uns direkt betreffen. Zum Beispiel die Wirtschaftskrise, die uns allen klar aufgezeigt hat, dass wir uns mit unserem hohen Lebensstandard bewusst sein müssen, dass dieser Lebensstil selbst eine Krise überstehen kann. Aber auch hier darf man keinesfalls pauschalisieren: Früher waren Krisen weitaus krisenresistenter. Das dafür richtig. 

Volksabstimmungen sind ebenfalls wegweisend und finden gerne den Weg in die allseits beliebten Jahresrückblicke. 2014 war diesbezüglich der absolute Tiefpunkt. Der Grund liegt hauptsächlich daran, dass die meisten Jahresrückblicke von Menschen verfasst werden, deren Meinung nicht exakt die gleiche ist wie die Meinung der Mehrheit. Die Mehrheit hat immer Recht. 

Ganz anders sieht die Bilanz aus sportlicher Sicht aus: Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft hat an der Weltmeisterschaft gewonnen, – und sei es auch nur an Erfahrung. Davon können unsere Herzen zehren. Auf helvetischem Terrain – um beim Kicken zu bleiben – war 2014 wiederum ein ganz dummes Jahr, weil einmal mehr der FC Basel Meister geworden ist. Da ist uns eine Wirtschaftskrise also lieber. Krisen sind wenigstens nicht langweilig. 

Kurzum: 2015 muss einfach besser werden, wirtschaftlich, politisch und sportlich. Darum sollten wir an Silvester, wenn die Kirchenglocken zwölf Mal läuten, gemeinsam inne halten, die Augen schliessen und … – ach, vergessen wir’s, es bleibt ja doch alles gleich, irgendwie. Das dafür richtig.

 

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26. April 2014

April_2014 134

Cup-Siegerfeier FC Zürich

Zürich, Helvetiaplatz, 21. April

Schatz, die Töpfe!

3. Dezember 2013

Bald, bald flimmert sie in unsere warmen Stuben: Die Übertragung der Gruppenauslosung für die WM 2014. Einfach toll. Die Auslosung wird in den Medien ja angekündigt, als wäre sie weit spannender und bedeutender als die Spiele selbst. Ja, hier geht’s um Fussball, meine Damen, tatsächlich. Mehr noch: Der Autor dieses Beitrages weiss bereits heute, welche Teams in die Gruppe der Schweizer Nationalmannschaft gelost werden. Genau. Da staunen Sie aber. Voilà.

Während sich Journalisten im Gastland Brasilien die Köpfe einschlagen aufgrund der Frage, wie dunkel-, hell-, gelb- oder Rothäutig Moderatorinnen und Moderatoren an diesem unglaublich wichtigen Anlass des kultivierten Papierzettel-aus-einem-Töpfchen-Ziehens sein dürfen, schlägt sich unsereins schlaflose Nächte um die Ohren mit möglichen Angstgegner, Traumgegnern und Albtraumgegnern.

Eines vorneweg: Deutschland wird nicht in die Gruppe der Schweiz gelost. Denn Deutschland (das ja Weltmeister 2014 wird – aber darüber ein andermal) ist im gleichen Topf wie die Helvetier. Ein Schelm, wer hier lapidar anmerken möchte, das müssten die Damen ja wissen: Töpfe. Also weiter geht’s: Topf 1 ist offenbar mit den stärksten Teilnehmern gefüllt. Und fragen Sie mich jetzt bitte nicht, warum die Schweiz in diesem Topf ist. Es gibt drei weitere Töpfe. Diese sind ohne Bedeutung.

Dass Sie die Auslosung hier vorzeitig erfahren, hat nichts mit Zauberei oder der unantastbaren Integrität von FIFA-Präsident Josef Blatter zu tun, sondern hauptsächlich mit Fachwissen, feinem Gespür und einer guten Portion Selbstüberschätzung. Blatter wird übrigens trotz seiner mittlerweile 102 Jahren erwartungsgemäss für die nächste Amtsperiode kandidieren. Nur so als Einwurf.

Zurück zur schweizer Gruppe und dem vermeintlichen Geheimnis der Zusammensetzung. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Schweiz wird mit Algerien, Mexiko und Kolumbien in der gleichen Gruppe sein. So, jetzt ist es publik. – Tataaaa! Und kommen Sie mir nach dem 6. Dezember dann nicht damit, es sei hier auf diesem unfehlbaren Blog nicht mit rechten Dingen zu und her gegangen. So nicht! Die Folge wäre unweigerlich, dass hier nie mehr Informationen aus der Zukunft preisgegeben würden. Und das wollen wir ja nicht. – Ach nein, warten Sie. Kolumbien ist ebenfalls in Topf 1.