Archive for the ‘Gehört vom Kolleg vom Kolleg’ Category

Sehen Sie!

1. Juni 2014

Wir ernten was wir säen. Sähen wir vor dem Säen, was wir später ernten, sähen die meisten Beete dieses Landes anders aus. Rhabarber sieht zum Beispiel total blöd aus, wenn er reif ist für die Ernte. Wenn wir das nur einsähen, dann würden wir zum Beispiel Fenchel säen. Sieht toll aus, ehrlich! Und jetzt nimmt dieser Text sein abruptes Ende. Ansonsten ernte ich nur Hohn und Spott.

Seht nur, das Licht!

1. April 2014

Im Grunde ist es ganz einfach. Wenn Sie am Himmel ein Objekt sehen, welches Sie nicht kennen, liebe Leserin, lieber Leser, dann muss es sich um ein Unbekanntes Flug Objekt handeln. Bestimmt. Da gibt es verschiedene Berichte. Manche sehen in der Dunkelheit einen weissen Schein, der sich von A nach B bewegt. Oder Dinge wie Heissluftballons, nur grösser und viel schneller. Andere erkennen am hell lichten Tag eine Art fliegende Untertasse, die «Heiner hat einen kleinen Pimmel» in den Himmel schreibt. Man sollte das ernst nehmen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass diejenigen Menschen, die einmal in den Genuss gekommen sind, ein UFO zu sehen, aus statistischer Sicht sehr grosse Chancen haben, später wieder einmal Zeuge einer derartigen Erscheinung zu werden. Klar, man wird ja auch sensibilisiert, irgendwie. Man kriegt ein Auge dafür. Das ist auffällig. Lassen Sie uns diesen Fakt näher beleuchten.

Ganz offensichtlich machen sich die Ausserirdischen einen Spass daraus, sich immer den gleichen Erdenbürgern zu zeigen. Die lachen sich kaputt. Das ist so ähnlich wie in diesen amerikanischen Katastrophenfilmen, in denen nur der Protagonist die Gefahr erkennt und ihm alle anderen Vollidioten nicht glauben. Später ist dann irgendeine Blondine ebenfalls davon überzeugt, worauf die beiden miteinander Sex haben und unseren Planeten retten. Ja, so muss es sein.

Zurück zum richtigen Leben: Nicht selten sind die Marsianer so dreist, dass sie sich später auch jenen Menschen zeigen, denen die Erlebnisse von denjenigen Menschen, die sie mit eigenen Augen gesehen haben, erzählt worden sind. Gemeiner geht’s ja wohl nicht! Spätestens an diesem Punkt der näheren Betrachtung dieses Phänomens wünschen sich alle Menschen (ausser vielleicht Nordkoreaner), dass uns die Aliens niemals, niemals besuchen werden. Die sind ja noch böser als wir!

Gut, es gibt eine andere Theorie, die wir trotz ihrer unermesslichen Absurdität gerechtigkeitshalber aufführen wollen: Allen voran Psychologen – die ja als ignorant und ein bisschen dümmlich bekannt sind – führen die mehrmalige Sichtung durch die gleiche Person zuweilen auch darauf zurück, dass sich die Leute nur einbilden, ein UFO gesehen zu haben. Man muss sich das einmal vorstellen! Das ist bei weitem das Dümmste, was ich je geschrieben habe. Also ehrlich!

Alles, was Sie hier lesen ist übrigens wahr. Kein Witz! Jedes Wort stimmt, schwarz auf weiss. Ausser vielleicht, dass sich die Objekte von A nach B bewegen.

Adieu Helvetia

26. Juni 2010

Super. Eben noch grosse Klappe von wegen Spanien fliegt raus und die Schweiz ist sowieso guter als alle. Und schon kommt der grosse Katzenjammer: Ja, es ist wahr geworden, die Eidgenossen stehen mit abgesägten Hosen am Check-in-Schalter. In drei Spielen nur ein erbärmliches Tor geschossen. Schade.

Unsere Hoffnungen waren gross. – Zu gross: Bei der Meldung, dass Stürmer Marco Streller aufgrund Ausübung seiner Kernkompetenz Verletzungstechnik nicht auf den Schwarzen Kontinent reisen darf, atmeten rot-weisse Fanlungen auf. Alles andere als der Pokal wäre eine Frechheit, dachten wir. Und dann war dieser grandiose, legendäre Match, von dem Schweizer Kickerherzen noch Jahrtausende träumen werden, der Sieg gegen Goliath Spanien. Alles Fondue.

Aber es macht wenig Sinn, hier das ganze Trauerspiel nochmals zu rekapitulieren. Honduras und Chile waren nicht sonderlich gut, ehrlich. Wir waren einfach schlecht. Grottenschlecht. Es war sozusagen eine Beleidigung für den Rasen. Als letzter Trost bleibt die Schadenfreude darüber, dass Les Bleus und die Kicker vom Stiefel (nein, es ist kein Halbschuh!) auch schon abgereist sind. Ciao Pasta, weg mit Schneck. Ein schwacher Trost.

Unseres Ottmars Schuld ist es nicht, unseres Hitzfelds. Nein. Am Trainer lag es sicher nicht. Als ob ein Starkoch mit einer Dose Champignons einen Fünfgänger zaubern wollte. Was uns bleibt ist eine heftige Magenverstimmung, ein gepflegtes Reiern an der Eckfahne.

Hakan Yakin – der sonst nicht eben bekannt dafür ist, besonders geistreiche Statements abzugeben – hat es nach dem Spiel gegen die Honduranier treffend zusammengefasst:

Uns hat nicht das Glück gefehlt. Es war Unvermögen.

Ja, das war es, lieber Hakan. Danke. Die Bäume wachsen nicht zum Himmel, weder in den Bündner Bergen noch in Afrika. Und Radio Zürisee hat noch einen draufgesetzt und zynisch vermeldet, dass die Schweizer Nationalmannschaft als bisher einziges Team die Message aus der Eröffnungsrede von FIFA-Präsident Sepp Blatter richtig umgesetzt hat:

One Nation – One Goal

In diesem Sinne sagen wir Auf Wiedersehen.

Oder nein, lieber nicht.

Du hast die Haare schön

23. Januar 2010

Das kennen wir ja zur Genüge aus der Shampoo-Werbung: Wenn Haare zu sehr strapaziert werden, so gehen sie kaputt. Natürlich wollen auch die extrem schlimmen Umwelteinflüsse Ihrem Haar nur Böses, weshalb dieses und jenes Spezialmittelchen für diesen und jenen Zweck benutzt werden soll. Oder muss, gemäss Werbung. Am Schluss sagt dann eine Blondine mit leichtem Sprachfehler Dinge wie „weil ich es mir wert bin.“ Pi pa po. Haben Sie zum Beispiel schulterlanges Haar, dann stösst diese Pracht täglich ein paar tausend Mal an eben diese Schultern und – wer hätte das gedacht? – die Haarspitzen werden beschädigt. Die Spitzen spalten sich, Spliss, was glaube ich im Volksmund „Gäbelchen“ genannt wird. Und sehr schlimm ist. Wenn Sie Gäbelchen haben, dann wird das von Ihrem Umfeld in etwa so aufgenommen als hätten Sie die Pest.

Die wahrhaftigen Expertinnen auf diesem Gebiet (Haare, nicht Pest) sind natürlich die Frisösen. Oder Coiffeusen meinetwegen. Nebst ihrer sehr bemerkenswerten Eigenschaft, dass sie eine ausgesprochen gute Menschenkenntnis haben weil ihnen die Kundinnen und Kunden nahezu alles (!) erzählen, wissen Frisösen auch vieles, was Kundinnen selbst niemals erahnen würden. Aha! So weiss eine geübte Frisöse zum Beispiel – aufgepasst, liebe Frauen – wenn Sie einen neuen Lover haben. Das ist kein Witz. Manche fragen dann ganz unscheinbar „hast Du einen neuen Freund“, wie man das offenbar unter Frauen so fragt, was die verdutzte Kundin sodann bejaht. Und sich fragt, ob die gute Frau irgendwelche telephatischen Fähigkeiten habe oder hinter dem grossen Spiegel das Studio von Mike Shiva steht (wobei sich die Begriffe „Frisör“ und „Mike Shiva“ im gleichen Satz offenbar nicht sonderlich gut vertragen).

Nein, die meisten Coiffeusen haben keine hellseherischen Fähigkeiten. Warum weiss die Frisöse dann Bescheid? Sie ist einfach scharfsinnig, denn der Grund ist so simpel wie logisch: Als frisch verliebtes Paar ist Herr und Frau horizontal sehr aktiv, und das meine ich diesmal wortwörtlich. Wenn sich also der Hinterkopf der Frau ständig am Kopfkissen reibt, so gehen an eben dieser Stelle die Haare kaputt. – Voilà!

Sachen gibt’s!

13. Januar 2010

Wie die Rubrik, in der dieser Artikel fungiert, schon vermuten mag, erzählt man sich eben viele, viele Dinge. Man unterhält sich eben. Wenn Sie sich mit einem Freund oder einer Freundin treffen und dann – wie sagt man doch so schön – über Gott und die Welt schwatzen, dann kommt da vieles zusammen. Was ist eigentlich über Gott und die Welt? Welche Themen nimmt man – das Thema Gott endlich abgewickelt (was einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte) – wenn man zum Thema die Welt übergeht? In der Männerrunde gehen irgendwann auch die Inhalte zu Auto, unfehlbarer Blog, Frauen, Ärsche, Sex, Frauenärsche und Fussball zu neige. Weshalb dann Geschichten wie folgende ausgetauscht werden, die zugegeben den Planeten oder das Leben auf demselbigen nicht in entscheidendem Masse verbessern werden. Also: Wenn Sie ein Glas Wasser trinken und sich im gleichen Moment in den Hals schiessen, dann explodiert der Kopf. Soll irgendein physikalisches Gesetz für verantwortlich sein, keine Ahnung. Bitte nicht ausprobieren. Auch nicht beim Hamster. Prost!

Gesundheit!

11. Januar 2010

Hab ich mal gehört. – Oh, Vorsicht: Wenn einer den Satz mit „hab ich mal gehört“ beginnt, immer aufpassen. Dann entschuldigt das für alles, was nachher kommt. Und wenn das gesagte dann zu ketzerisch oder ganz einfach zu banal ist, um die Welt zu langweilen, dann wird der Erzähler der Geschichte den Hinterausgang benützen. Mit einem saloppen „wie ich sagte, hab ich mal gehört, ist nicht von mir“ ist man herrlich ungezwungen raus aus der Misere. Probieren Sie das mal aus! Wo war ich stehen geblieben? – In der Pubertät. Ha ha, kleiner Scherz. Kann man sich glaub erlauben, selbst in einem ernsten Blog. – Nein, bei der Gesundheit war’s, genau genommen beim Niesen. Niesen ist ja so eine Sache, der je nach Kultur anders begegnet wird. Während viele Deutsche einem Nieser ein langes Leben wünschen, sagen die Welschen Santé, die Latinos Jesús und die Ostschweizer (die mit uns am wenigsten gemein haben, kulturell) antworten auf den Ausspruch Gesundheit sogar mit Danke gleichfalls. Was doch recht höflich ist, wie ich meine. So weit, so gut. Also, nun zum eigentlichen, fast sakralen Akt des Niesens: Hab nämlich mal gehört, dass es eine schlechte Idee sei, zu versuchen, beim Niesen die Augen offen zu behalten. Geht nicht. Ist ein Reflex. Das gibt ja dann auch häufig wüste Unfälle im Strassenverkehr, weil Autofahrer niesen mussten und irgendwo reinfahren (zum Beispiel ins Ringier-Gebäude, gell Piero Esteriore, aber das ist eine andere Geschichte). Damit nicht genug: Sollten nämlich – was ja wie gesagt nicht möglich ist – die Augen während des Niesens geöffnet sein, so … so, na ja, wegen dem Druck halt, ich weiss das jetzt auch nicht so genau: Dann fallen die Augen ‚raus.

Huhngeschichten #2

9. Januar 2010

Ja, genau, der Artikel Die Sache mit dem Huhn ist nicht das einzige, was man über diese Wesen zu berichten weiss. Und auch diese Beschreibung hier soll keinesfalls eine Anleitung zur Tierquälerei sein. Das Thema wurde ja indirekt in der amerikanischen Serie Married With Children (deutsche Version: Eine schrecklich nette Familie) aufgegriffen, als Al Bundy ein Tuch über den Kopf seiner Tochter Kelly legt. Man nehme also ein Huhn, hebe ihm den Flügel und stecke den Kopf unter den Flügel. Also, den Kopf des Huhns. Wie man das Tier in die Hände kriegt weiss ich nicht. Was passiert? – Man kann das Huhn auf den Boden legen und es bleibt liegen. Denkt, es sei Nacht. Kein Witz. Es bleibt liegen, weiss nicht wie lange. Soll angeblich Spass machen. Nächstes Mal beschreibe ich, wie man mit dem Augenlid eine Bierflasche öffnet. Auf Wiedersehen.

Die Sache mit dem Huhn

3. Januar 2010

Es gibt halt so Sachen, die weiss man einfach. Also, eigentlich weiss man die vom Hörensagen. Und vom Hörensagen lernt man bekanntlich lügen. Ergo weiss man das ja nicht so genau. Also, die Geschichte ist kurz: Wenn Sie ein Huhn packen, ihm den Kopf zu Boden drücken und sodann im Sand einen Strich geradeaus vom Kopf weg ziehen, eine Linie, dann … also, verstehen Sie mich jetzt nicht falsch. Wir wollen hier nicht Tiere quälen. Es ist ja vollkommen ausreichend, täglich Fleisch zu konsumieren von Tieren, die erbärmlich gehalten werden. Interessiert das jemanden? Also, mich nicht. Gut, der Schnabel des Huhnes muss natürlich vom Huhn wegschauen, das Kinn muss sozusagen auf dem Boden sein. Die Linie im Sand muss dann vom Schnabel her vom Huhn wegführen. Das Huhn – jetzt kommt der Clou – bleibt liegen, weil es mit den Augen exakt die Linie fixiert. Schaut einfach der Linie nach. Wie ohnmächtig. Hypnose oder so. Das bleibt dann eine Weile so liegen. Weiss nicht wie lange. Jedenfalls stimmt das. Na ja. Bitte nicht ausprobieren. Und überhaupt, haben Hühner ein Kinn?

So unglaublich antiautoritär

30. Dezember 2009

Die Geschichte ist gut. Steht also eine Frau mit Kind in der Warteschlange eines Grossverteilers. Das Kind so um die fünf Jahre alt. So oder so. Vor den beiden steht ein Mittdreissiger, wahrscheinlich kinderlos (muss ja so sein. In diesem Kontext steht kinderlos immer für intolerant und böse). Stösst also der kleine Balg ständig mit dem Einkaufswagen gegen die Beine des wartenden Mannes. Das nervt. Für mich und dich. Bis sich schliesslich der Mann an die Mutter wendet und sich beschwert, worauf – und jetzt kommt der Punkt, bei dem Sie jeden Zuhörer in die Tasche kriegen – die Mutter wortreich erklärt, dass der gute Junge selber wissen müsse, was gut und was schlecht sei, weil – auch gut – dieses Kind sogenannt antiautoritär erzogen werde. Junge Menschen müssten eben früh eine gewisse Eigenverantwortung lernen. Emotional, hä? Also wird der Einkaufswagen fröhlich weiter in die Achillessehnen des mittlerweile ziemlich gestressten Mannes gefahren. – Bis endlich dieser aus seinem eigenen Wagen ein Glas Honig nimmt und den Inhalt über die Frisur der Mutter giesst mit dem lapidaren Kommentar: „Ich bin eben antiautoriitär erzogen worden.“ Ha ja. Gute Geschichte, wie ich finde. Hat lange, lange kursiert. Bis irgend ein Journi der Sache nachgegangen ist: Weder bei Coop noch bei Migros noch irgendwo anders ist ein solcher Fall bekannt. Schade eigentlich.

Keine Sorge

25. Dezember 2009

Tolle Geschichte. Zwei junge Männer sind also nachts mit ihrem alten Opel Corsa unterwegs nach Hause. Sie sind vollkommen bekifft. Ziemlich heftig, vielleicht sehen sie sogar den „Slow-down-take-it-easy-Engel“ auf ihrem Rücksitz. Als sie einen Kreisel passieren kommt der eine auf die glorreiche Idee, dass man ja ohne weiteres ein paar Runden mehr drehen könnte. Nur so für lustig. Gesagt – getan. Die beiden kommen zum Schluss, dass vorwärts fahren irgendwie keine richtige Herausforderung ist, worauf der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt und sie sodann im Uhrzeigersinn Runden drehen. Was sich als sehr lustig erweist, bis – Krach! – Ihnen ein korrekt in den Kreisel eingefahrenes Auto ins Heck knallt. Oh je! Angst vor drastischen Konsequenzen macht sich breit, der Schweiss schiesst ihnen auf die Stirn. Davonrennen, flüchten? Die beiden bleiben wir angewurzelt sitzen. Eine Polizeistreife trifft ein und kümmert sich zu ihrem Erstaunen zuerst um den hinteren Wagen. Sie bleiben sitzen. Nach einer kurzen Zeit kommt ein Polizist ans Fahrerfenster und sagt: „Wir erledigen das. Machen sie sich keine Sorgen. Der Fahrer des Wagens hinter ihnen hat 1.8 Promille im Blut und behauptet, sie seien rückwärts im Kreisel gefahren…“