Oh nein!

Die Diagnose war niederschmetternd: Filterblasenentzündung. Mist! Bei einer herkömmlichen Blasenentzündung, dachte Claus-Theodor, trinkt man etwas Tee und setzt sich nicht mehr auf kalte Parkbänke, und gut ist. Aber eine … schrecklich! Claus-Theodor rief sofort seine Mutter an.

Natürlich war auch sie geschockt, zumal sie schon einmal einen Virus eingefangen hatte, der sogar das Virenprogramm … – aber das alles hatte Claus-Theodor bereits tausend Mal gehört. Er fühlte sich alleine. Was sollte er bloss tun? Die Blase würde nicht mehr richtig funktionieren.

Sollte er etwa über die nächsten Tage Informationen lesen, die er gar nicht lesen wollte? Sollte er – der er doch nie genügend Zeit hatte – sich mit Meinungen herumschlagen, die von irgendwelchen Deppen gepostet worden sind? Sollte er etwa eine Zeitung der Lügenpresse abonnieren? Nein, das war keine Option.

Claus-Theodor beschloss, seinen besten Freund darum zu bitten, ihm täglich die wichtigsten Geschehnisse zusammenzufassen und per e-Mail zu schicken. So lange, bis die Filterblase wieder in Ordnung war. Das war nicht zu viel verlangt, fand Claus-Theodor. Denn schliesslich waren sie im selben Turnverein, in der gleichen Partei und Anhänger des gleichen Fussballkubs.

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