Ab ins Bett!

Batman schläft kopfüber. Alles andere wäre eine Überraschung, denn in keinem der Filme sieht man Batman in einem herkömmlichen Bett. Überhaupt sieht man Superhelden nie schlafen, selbst Spiderman nicht. Stuhlen übrigens auch nicht. Der Job muss sehr, sehr anstrengend sein (Michelle Obama ist übrigens ein Mann – wie mir ein Verschwörungstheoretiker kürzlich glaubhaft erklärt hat – denn es gibt kein Foto von ihr im Badekleid).

Der Fussballer Xherdan Shaqiri schläft in einem runden Bett, wie eine Zeitung – die für ihren Wahrheitsgehalt bekannt ist – einmal enthüllt hat: Total rund. Und das, obwohl ihn Fussball-Kommentatoren gerne als «Kraftwürfel» bezeichnen. Und Sepp Herberger einmal «Das Runde muss ins Eckige» gesagt hat, nicht etwa umgekehrt. Shaqiri ist ja auch ein Superheld, irgendwie. Kommentator muss ein sehr schöner Beruf sein. Nicht so furchtbar anstrengend. Sepp Herberger, falls Ihnen dieser Name nichts sagt, hat 1954 «das Wunder von Bern» ermöglicht (das sportliche jedenfalls, denn das politische Wunder von Bern hat bekanntlich Adolf Ogi vollbracht).

Physiognomiker sind fest davon überzeugt, anhand von Äusserlichkeiten Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften einer Person machen zu können. Hier und jetzt werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, Zeuge einer tiefschürfenden wissenschaftlichen Feststellung: Anhand von äusseren Merkmalen einer Person können keine fundierten Aussagen über deren Bett gemacht werden. Wir schreiben hier gerade Geschichte. Selbst Superstars sind nicht auf Rosen gebettet.

Das ist insofern nicht unwesentlich, weil es von grossem öffentlichem Interesse ist, wer in welchem Bett nächtigt. Ich wollte zum Beispiel schon immer wissen, wie das Bett von Anja Zeidler aussieht. Und – noch viel wichtiger – wer zum Henker Anja Zeidler überhaupt ist, denn in Zeitungen – die für ihren Wahrheitsgehalt bekannt sind – stehen immerzu irgendwelche Geschichten über Anja Zeidler: Anja Zeidler ist in L.A., Anja Zeidler hat eine Frau geküsst, Anja Zeidler hat ein Kilo Mehl gekauft, im Sonderangebot. Wenn Anja Zeidler pupst, dann kriegt die Boulevard-Presse Durchfall.

Es gibt eine schreckliche Sendung mit Patricia Boser, welche darin exorbitant berühmte Schweizer Persönlichkeiten zu Hause besucht und brutal intime Fragen stellt. Und: Sie öffnet im Verlaufe der Sendung einfach den Kühlschrank. Als ob das die Zuschauer interessieren würde! Zeigt uns eure Betten, ihr Promis, ob eckig oder rund, trapezförmig oder als Pentagon: am liebsten in Nahaufnahme. Dies ist ein Appell! Denn wenn ihr mit gutem Beispiel vorangeht, liebe Florian Asts, Göläs und Sven Epineys dieser Welt, dann bekommen wir vielleicht auch einmal das Bett von Batman zu sehen.

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