So krank!

Terrorangst wo man hinschaut, und jetzt das: «Die Kosten des Gesundheitswesens explodieren». Einfach schrecklich! Wobei, warten Sie, wenn etwas explodiert, dann ist es nachher weg, oder? Da soll noch jemand den Überblick behalten. Dem geneigten Leser drängt sich natürlich die Frage auf, was das für ein Wesen sein muss, dieses Gesundheitswesen. Offenbar ein teures. Jedenfalls kein bescheidenes.

Das Problem sind die Versicherten, also die Menschen (genau, gäbe es keine Menschen, dann wäre ein Grossteil der Probleme dieser Welt gelöst). Wissen Sie, das System einer Versicherung ist ja schnell erklärt. Eine Vielzahl an Menschen zahlen in einen grossen Topf ein und diejenigen, die Hilfe benötigen, erhalten aus diesem Topf Geld. Und diejenigen, die glauben, Hilfe zu benötigen, natürlich auch. So funktioniert Solidarität.

Geld heilt natürlich nicht. Die Mittel fliessen an Menschen und Einrichtungen, die den Bedürftigen professionell helfen. Wer gute Hilfe haben möchte, muss viel Geld bezahlen. Wir können nicht ein Fahrrad bezahlen und einen Porsche dafür kriegen. Damit ist auch der Anstieg der Krankenkassen-Prämien erklärt. Parallel zu deren Anstieg ist die Qualität des Gesundheitswesens kontinuierlich gestiegen. Jeder, der kürzlich in einem öffentlichen Spital gepflegt worden ist, würde uns das unterschreiben (sofern er noch lebt).

Qualität hat eben ihren Preis. Einen ähnlichen Mechanismus lässt sich bei der Schweizer Armee beobachten. Diese kostet ziemlich viel, einverstanden. Doch der Erfolg gibt ihr Recht. Die moderne Schweiz hat noch keinen einzigen Krieg verloren, nicht einmal einen Weltkrieg. Weitere Beispiele sind das öffentlich-rechtliche Fernsehen, Mobilfunkgebühren, Silikonbrüste und Parkplatzgebühren (ok, erwischt, das Beispiel Parkplatzgebühren haben wir reingeschmuggelt).

Darum sollten wir nicht lamentieren, wenn uns die Krankenkasse unseres Vertrauens die schön verpackte Botschaft vermittelt, dass wir uns 2017 noch solidarischer zeigen dürfen und die Prämien – Überraschung! – noch einmal steigen. Nein, viel eher sollten wir uns auf die nächste Krankheit freuen, um in den Genuss des nun noch besseren Gesundheitswesens zu kommen. Es lohnt sich! Die heutige Schulmedizin ist derart hochentwickelt und innovativ, die diagnostiziert Ihnen Krankheiten, die es noch gar nicht gibt. Also freuen wir uns. Denn Freude ist doch auch etwas Schönes, oder?

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