Allergibt’s doch nicht!

Neulich wurde im rätoromanischen Fernsehen ein Dokumentarfilm ausgestrahlt über Allergien in Algerien und deren Auswirkungen auf Mensch und Tier. Sehr interessant, wirklich, und ein bisschen lehrreich auch. Der zweite Teil handelte sodann von Pollen in Polen und von gutem Gluten. Gut, Sie haben mich erwischt, der erste Teil war gelogen. Wir sollten ernster werden.

Erwiesen ist: Menschen aus Regionen mit weniger guten hygienischen Verhältnissen sind tendenziell weniger allergisch als Menschen aus Regionen mit besseren hygienischen Verhältnissen. Sollte das stimmen, was sehr wahrscheinlich scheint, weil es ja erwiesen ist, dann könnte man Allergien als Wohlstandskrankheit bezeichnen. Ich kenne übrigens keinen einzigen Fribourger mit einer Allergie. Gut, vielleicht sollte man der Gerechtigkeit halber hinzufügen, dass ich auch keinen Fribourger ohne Allergie kenne.

Jedenfalls sind einige allergische Reaktionen so stark, dass es für die betroffene Person lebensgefährlich wird. Wenn Sie zum Beispiel auf Sellerie allergisch reagieren, dann kann das schon … also, im Grunde sind Sie dann … – na gut, auf jeden Fall ist es schlimm. Manche Dinge dieser Welt scheinen von Mutter Natur eigens dafür erschaffen worden zu sein, um bei gewissen Menschen ganz üble Reaktionen hervorzurufen: Erdbeeren, Laktose, Staubmilben, Michelle Hunziker oder eben: Sellerie, die Geissel der Menschheit.

Betroffene müssen sich enorm einschränken. Viele Gewürzmischungen enthalten Sellerie, ganz im Gegensatz zu Erdbeeren, was auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist und Kellner in Restaurants rund um den Erdball zu genervten Gesten veranlasst, weil sie nicht genau Bescheid wissen, was sie servieren. Der Koch ist ja nicht zufällig Koch geworden und der Kellner Kellner. Es gibt Gründe. Eine Laktose-Intoleranz führt übrigens nicht selten zu einer nicht ungefährlichen Laktose-Neurose.

Menschen mit Katzenhaar-Allergie müssen sich mit teils grosser Mühe angewöhnen, ruhig und verständnisvoll in die Weltgeschichte zu schauen, wenn ihnen gescheite Mitmenschen an Festen im Allgemeinen und Apéros im Besonderen wortreich erklären, dass Katzenhaar-Allergiker de facto nicht auf Katzenhaare allergisch sind sondern auf Proteine an den Hautschuppen, die mit den Katzenhaaren in der Gegend herumgewirbelt werden. Aha. Gewalt ist keine Lösung.

Dies scheint mir der optimale Zeitpunkt zu sein, diesen Text zu beenden. Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag für Leserinnen und Leser, die allergisch auf blödes Geschwätz reagieren: Der zweite Teil war auch gelogen, siehe oben.

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