Der Frühling ist im Kommen

So bedeutend wie der Wintertourismus ist nicht einmal der Frühlingstourismus. Obschon viele Menschen fest davon überzeugt sind, den Frühlingstourismus zu spüren. Im Frühling liegt noch weniger Schnee als im Winter, in dem ja bekanntlich kein Schnee liegt. Frau Holle ist längst ausgesteuert. 

Womit wir bereits beim Problem angelangt wären: Kein Schnee. Während vor ein paar Jahren Schneekanonen des Teufels waren, haben inzwischen auch die Grünen bemerkt, dass es schlecht für die Ortspartei ist, wenn es den Ort nicht mehr gibt. Und so schneit es, wenn die Touristen kommen und nicht umgekehrt. Richtig so. 

Mit dem natürlich geschneiten Schnee ist allerdings auch der Erfolg der Schweizer Skisportler mehr und mehr geschmolzen: Die Ski-Alpin-Sportler rollen das (grüne) Feld von hinten auf, Paul Accola ist längst in der Politik und Simon Ammann hat sich verschanzt. Da besteht zwar absolut kein Zusammenhang. Aber es ist schlimm. 

Den meisten Feriengästen allerdings ist das vollkommen egal. Ihr Verhalten hat sich ohnehin stark verändert: Während der durchschnittliche Besucher früher zirka zwei Monate in den Bergen verweilte um sich zu erholen, bleibt er heute maximal einen Tag und besucht in dieser Zeit das Jungfrau Joch, besteigt die Eiger Nordwand und geniesst zum Schluss auf der Rigi ausgiebig ein Fondue, bevor er das Land schnurstracks wieder verlässt. 

Da kann man als Tourismusdirektor noch so schneien, die Zeiten ändern sich eben. Die Hotelbetten bleiben so kalt wie der Winter warm. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich dieser Sektor wohl umorientieren muss, früher oder später, zum Beispiel – eben – zum Frühlingstourismus. Wobei, warten Sie, im Frühling will fast niemand in die Ferien fahren. Die Leute sparen lieber, damit sie im Sommer irgendwohin reisen können. In die Wärme.

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