Es werde Licht, nicht?

Jetzt wissen wir’s: 2015 ist also das Jahr des Lichtes, offiziell ausgerufen von der Unesco. Die kann das. Die Unesco ernennt auch pausenlos irgendwelche Dinge zum Weltkulturerbe, Gebäude, Wälder, ganze Stadtteile. Das steht vermutlich in der internen Zielvereinbarung der Mitarbeiter. Ich finde, Olten sollte Unesco-Weltkulturerbe werden. Zumindest der Bahnhof. 

Wobei, ein Jahr des Lichtes auszurufen ist durchaus eine gute Idee, in einer Zeit von Krieg und Elend. Die Welt braucht dringend eine Art Lichttherapie, um hier den verzweifelten Versuch zu unternehmen, etwas philosophisch zu werden. Geplant sind denn auch verschiedene Aktionen, von kollektivem Lichterlöschen über den gemeinsamen Blick direkt in die Sonne bis zu unorthodoxen Experimenten mit sehr schnell auftretendem grellem Licht (als Hauptattraktion wird Gerüchten zufolge auf eine zufällig ausgewählte Stadt eine Atombombe abgeworfen). 

Eine gute Wahl. Licht ist allgegenwärtig. Bei Nacht aufgenommene Satellitenbilder zeigen eindrucksvoll die Verteilung der Lichtquellen auf der Erde. Europa ist sehr, sehr hell, vor allem bei den Grossstädten. Schwarzafrika nicht. Hier scheinen die teuren Stromspar-Kampagnen in den Ballungsgebieten Früchte zu tragen. Manche Experten sprechen sogar von Licht-SMOG, was wohl etwas unpräzise ist. Etwas vernebelt, irgendwie. Oder einfach dumm. 

Während des Jahres 2015 wird die Spannung darüber zunehmend unerträglicher werden, zu welchem Jahr denn 2016 von der Unesco ausgerufen wird. Vielleicht zum Jahr der Überdüngung oder zum Jahr der Unentschlossenheit. Oder zum Jahr des Ausrufens. Wir wissen es nicht. 

2016, finde ich, sollte man konsequenterweise zum Jahr der absoluten Dunkelheit ausrufen. Oder zum Jahr der Blinden. Oder nein, warten Sie, eigentlich sollte man für eine Weile gar nichts ausrufen, bei all dem Lärm.

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